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Christus im himmlischen Heiligtum

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel

 

Jesus ist Opfer und Priester
Fragen Jesus-ist-Opfer-und-Priester.pdf

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

 

Lies für das Studium dieser Woche

Römer 8,3; Johannes 1,29; Offenbarung 5,12; Hebräer 7,1-28; 9,11-15; 3. Mose 16,13; Hebräer 9,20–23

 

Merktext

 

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. (Phil 2,9–10)

Über Jesus im himmlischen Heiligtum ist im Hebräerbrief zu lesen: „Dahinein ist Jesus als Vorläufer für uns gegangen, er, der Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ (Hbr 6,20)

 

Die Schrift, insbesondere das Neue Testament, äußert sich sehr deutlich über Christi Stellung als unser Hohepriester im himmlischen Heiligtum. Er nahm diese Funktion nach der Vollendung seines Opfers für uns Menschen hier auf der Erde an (siehe Hbr 10,12).

 

In der dieswöchigen Studienanleitung wollen wir den Dienst Christi im himmlischen Heiligtum näher betrachten. Seine Mittlertätigkeit ist notwendig für die Vorbereitung seines Volkes auf die Endzeit. Deshalb wurde uns diese Ermahnung gegeben: „Das Wesen des Heiligtums und des Untersuchungsgerichts sollte das Volk Gottes klar und deutlich verstehen. Alle bedürfen einer persönlichen Erkenntnis der Stellung und des Werkes ihres großen Hohenpriesters, sonst wird es ihnen unmöglich sein, den in dieser Zeit so wesentlichen Glauben zu üben oder den Platz einzunehmen, den sie nach Gottes Willen ausfüllen sollen.“ (GK 488)

 

Was tut Christus für uns im himmlischen Heiligtum und warum ist es für uns, die wir in den letzten Tagen leben, besonders wichtig, das zu verstehen?

 

* Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 5. Mai.

 

 

Das größte Opfer

 

Über das größte Opfer Christi nachzudenken ist für die Gläubigen eine sehr gute Vorbereitung auf die Endzeit. Oft schauen Menschen auf das vor ihnen liegende Ziel und das ist auch vernünftig. Doch es ist genauso wichtig zu verstehen, dass das Ziel schon hinter uns liegt. Gemeint ist natürlich Golgatha. Das Ziel, das Christus für uns erreicht hat, ist unumkehrbar und endgültig und gibt ebenso Gewissheit für das künftige Ziel.

 

Lies die folgenden Texte: Römer 8,3; 1. Timotheus 1,17; 6,16; 1.Korinther 15,53. Warum sandte Gott seinen Sohn in die Welt?

 

Gott sandte Christus als Sündopfer, um die Sünde höchstpersönlich zu verurteilen. Was bedeutet das? Als unsterbliches Wesen konnte Christus nicht sterben. Daher wurde der Herr ein Mensch, indem er unsere Sterblichkeit auf sich nahm und so tatsächlich stellvertretend für uns sterben konnte.

 

Obwohl er göttlich war und die Natur Gottes hatte, nahm Jesus „die menschliche Gestalt“ an, demütigte sich selbst und war „gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil 2,8). Nur Gott weiß, warum die Göttlichkeit Jesu am Kreuz mit Jesus nicht starb. Es übersteigt die menschliche Vorstellungskraft, wie die Göttlichkeit Jesu während der neun Monate im Bauch Marias und während der Tage im Grab ruhen konnte. Und dass Jesus nie seine Göttlichkeit gebrauchte, um seinem Menschsein während seines Lebens und Dienstes auf der Erde „nachzuhelfen“.

 

Lies Lukas 9,22: Was sagt der Text über die Absichtlichkeit des Todes Christi?

 

Christus wurde geboren, um zu sterben. Wir können uns vorstellen, dass es in seiner Ewigkeit keinen einzigen Moment gab, an dem er frei von den Gedanken an den Spott, das Geißeln, die Schläge und die schreckliche Kreuzigung war, die er zu erdulden hatte. Das ist eine beispiellose Liebe, die nie zuvor bezeugt und völlig verstanden wurde.

 

Was bleibt uns Menschen angesichts einer solchen Liebe anderes, als in Glauben und Gehorsam niederzufallen und Gott anzubeten? Was sagt uns die Gegebenheit des Kreuzes über die Wertlosigkeit menschlicher Taten?

 

 

Das Lamm Gottes

 

Lies Johannes 1,29; Offenbarung 5,12 und 13,8: Welches Bild greifen diese Texte auf und was bedeuten sie? Wie hilft uns das, den Erlösungsplan zu verstehen?

 

Als Johannes der Täufer Jesus das Lamm Gottes nannte, bezog er das unmissverständlich auf den Heiligtumsdienst. Er macht noch mehr deutlich, nämlich, dass Christi Tod für die Sünden die eine und einzige Erfüllung aller jemals geschlachteter Lämmer und Opfertiere im jüdischen Heiligtumsdienst war. Was auch immer die vier Evangelien sonst lehren mögen, letzten Endes erzählen sie alle die Geschichte von Jesus als Lamm Gottes, das die Sünden der Welt wegnimmt.

 

Aber die Geschichte Jesu und seiner Erlösungstat endet nicht in den Evangelien, nicht einmal mit seinem Tod und seiner Auferstehung.

 

Gleich zu Beginn erwähnt der Hebräerbrief Christus als Hohepriester im himmlischen Heiligtum, nach seinem Dienst als Opferlamm. Von der ersten Erwähnung seiner Funktion nach dem Kreuzesgeschehen an (Hbr 1,3) beziehen sich die nachfolgenden Kapitel auf Jesus als Hohepriester. Die Beschreibung seines Dienstes im himmlischen Heiligtum wird in Hebräer 7,1–28 detailliert dargestellt.

 

Lies Hebräer 7,1–28: Was sagt der Autor hier über Jesus?

 

Auch wenn diese Verse tiefgründig und reich sind, die Essenz ist, dass Jesus Christus ein besseres Priestertum ausübt, als es die Priester der Linie Aarons im irdischen Heiligtumsdienst taten. Nun haben wir anstelle eines irdischen Priestertums im irdischen Heiligtum einen himmlischen Hohepriester, der uns im himmlischen Heiligtum dient. Wenn wir unseren Blick auf Jesus richten, dann sehen wir daher zu ihm auf als unseren Hohepriester im himmlischen Heiligtum.

 

 

Unser Hohepriester

 

Lies Hebräer 7,24–27 und 8,6: Welche großartige Hoffnung geben uns diese Texte?

 

Christus kann uns vollständig retten – er hat viele Qualitäten, die kein anderer Priester jemals haben könnte. Er ist Gott, der die Autorität hat, Sünden zu vergeben. Sein Priestertum ist ewig. Während der christlichen Zeitepoche tritt er die ganze Zeit über für sein Volk mit dem gleichen liebevollen Erbarmen ein, das er auch bei seinen Krankenheilungen zeigte oder wenn er die Einsamen tröstete. Er ist auch Mensch, aber er wurde sündlos geboren und blieb es. Und als der Sündlose starb er unter dem überwältigenden Gewicht der Gesamtlast menschlicher Sünde. Nur als Gott-Mensch kann er für die Sünder im himmlischen Heiligtum eintreten.

 

Diese Texte zeigen ebenfalls, dass Christi Opfer einmalig war und ein für alle Mal gilt. Es musste nur einmal geschehen – das war ausreichend, um die Erlösung jedem Menschen zu bringen.

 

Machen wir uns bewusst, wer da am Kreuz starb, wie könnte solch ein Opfer nicht für jeden Menschen ausreichen?

 

Lies Hebräer 9,11–15: Was hat Christus für uns durch seinen Tod und seinen jetzigen Dienst im Himmel erhalten?

 

Hebräer 9,12 sagt, dass Christus „eine ewige Erlösung erlangt“ hat. Das griechische Wort, das mit Erlösung übersetzt wird, bedeutet ebenfalls „freikaufen“, „freilassen“ und „Befreiung“. Das gleiche Wort wird auch in Lukas 1,68 verwendet, als Zacharias erklärt, Gott habe „[sein Volk] besucht und erlöst“. Der Bezug auf Christi Blut – das Blut des einzig gültigen Opfers – bedeutet, dass es Christus, das Opferlamm, war, der diese Tilgung, diese Befreiung bewirkte. Und die großartige Neuigkeit des Evangeliums ist, dass Christus dies erwirkt hat – nicht für sich selbst, sondern für alle Menschen. Diese Befreiung wird wirksam für all diejenigen, die Christi Opfer für sich annehmen.

 

Verweile einen Moment bei diesem Gedanken: Christus „erhielt“ eine „ewige Erlösung“ für uns und begann, nachdem er diese vollendet hatte, seinen Dienst im himmlischen Heiligtum für uns. Welche Hoffnung gibt uns das, was Christus im himmlischen Heiligtum für uns tut?

 

 

Unser Mittler

 

Obwohl die Sünde eine schreckliche Trennung zwischen Gott und der Menschheit hervorgebracht hat, werden wir als Menschen durch den Opfertod Christi zu Gott gebracht und können weiterhin Zugang zu ihm haben. Siehe auch Epheser 2,18 und 1. Petrus 3,18.

 

„Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang. Dahinein ist Jesus als Vorläufer für uns gegangen, er, der Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ (Hbr 6,19–20)

Was hat Jesus diesen Versen zufolge für uns getan?

 

Lies Hebräer 9,24: Was schließt Christi Werk dem Text zufolge mit ein?

 

Jesus ist der Wegbereiter, der als unser Stellvertreter das himmlische Heiligtum betritt und sogar in die Gegenwart Gottes für uns tritt. Jesus steht vor dem Vater und vollbringt die Sühnetat, die „ewige Erlösung“, die er für uns „erwirkt“.

 

Als wir Jesus annahmen, wurden uns unsere Sünden vergeben und wir standen vor Gott als vergeben und gereinigt da. Aber es bleibt die Tatsache, dass wir, selbst nachdem wir Christen geworden sind, immer noch sündigen – trotz der wunderbaren Verheißungen auf den Sieg. In solchen Fällen tritt Jesus als unser Hohepriester im Himmel für uns ein. Er vertritt den bereuenden Sünder, wobei er nicht unsere Werke vorweist (da wir keine haben), sondern seine Werke für uns vor dem Vater vertritt. „Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie.“ (Hbr 7,25)

 

Welcher wiedergeborene Christ, welche wiedergeborene Christin verspürt nicht sein/ihr Bedürfnis nach Christi andauerndem Erbarmen und seiner Gnade? Wer hat kein beständiges Bedürfnis nach Vergebung und Versöhnung trotz des neuen Lebens in Jesus, trotz der wunderbaren Veränderungen in unserem Leben? Warum ist das Wissen um Jesus als unseren Hohepriester daher so wertvoll für uns?

 

 

Der große Versöhnungstag

 

Der Hebräerbrief lehrt uns, dass der irdische, israelische Heiligtumsdienst ein Modell für das himmlische Heiligtum war, das Christus betreten und als unser Hohepriester eingesetzt hat. Der irdische Dienst mit seinen beiden Abteilungen und seinen Opfer- und Reinigungsritualen war ein „Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er das Zelt errichten sollte“ (Hbr 8,5).

 

Und genauso wie das irdische Heiligtum einen Dienst in beiden Abteilungen, dem Heiligsten und dem Allerheiligsten, vorsah, so übt Christus seinen Dienst im himmlischen Heiligtum aus. Im irdischen Heiligtum wurde am Versöhnungstag Gericht gehalten, was in die Reinigung des Heiligtums mündete, wie es in 3. Mose 16 beschrieben wird. Das war das einzige Mal im Jahr, dass der Hohepriester die zweite Abteilung, das Allerheiligste, betrat (3 Mo 16,12–14), um die Reinigung und Sühnung für sein Volk vorzunehmen.

 

Lies Hebräer 9,20–23: Was muss gereinigt und gesäubert werden? Warum ist das ein klarer Bezug auf den Dienst Christi am großen Versöhnungstag?

 

Bibelleser waren von der Aussage überrascht, dass das himmlische Heiligtum selbst gesäubert oder „gereinigt“ werden musste. Wenn man dies jedoch als einen Hinweis auf den großen Versöhnungstag versteht, dann verschwindet dieses Problem. Hebräer 9,23 zeigt, dass das Werk Christi im himmlischen Heiligtum der wahre Ausdruck dessen ist, was der irdische Hohepriester jährlich am großen Versöhnungstag im israelitischen Heiligtum tat. Der Dienst des irdischen Priesters bei der Reinigung des irdischen Heiligtums warf einen Vorschatten auf das Werk, das Christus eines Tages im Himmlischen tun würde. Der Text sagt nicht, dass diese himmlische Reinigung direkt nach Christi Himmelfahrt stattfand. Dem Studium des Buches Daniel können wir entnehmen, dass die Phase dieses Dienstes im Jahr 1844 begann. Als Christen, die wir die letzten Tage vor Augen haben, müssen wir einerseits den Ernst der Zeit verstehen, in der wir uns befinden, und zugleich andererseits in der Gewissheit dessen ruhen, was Christus für uns in der Vergangenheit getan hat und gegenwärtig im Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums tut.

 

Die Botschaft des ersten Engels erklärt: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen!“ (Offb 14,7) Die Tatsache des Gerichtes weist auf das nahe Ende hin. Welchen Einfluss sollte diese Tatsache auf unsere Lebensweise haben?

 

 

Weiterführendes Studium

 

Der Hebräerbrief weist auf das irdische Heiligtum als das Abbild, den Typus dessen hin, was Christus für uns sowohl auf der Erde als Opfer als auch im Himmel als unser Hohepriester tut. Das alttestamentliche Heiligtum war stets ein Anschauungsunterricht für das Evangelium. Es sollte den Israeliten den Erlösungsplan veranschaulichen, mit seinem Opfer, dem Mittlerdienst, dem Gericht und dem endgültigen Ende der Sünde. Das Buch Daniel schenkt den Lesern mehr Licht, um die endzeitliche Dimension von Christi letztem Dienst im himmlischen Heiligtum zu verstehen. „Mit ihrer Betonung der Reinigung, des Gerichts und der Rechtfertigung projizieren die apokalyptischen Visionen Daniels das Bild des großen Versöhnungstages auf das Ende der Erdgeschichte. Die Reinigung ist direkt mit dem Heiligtum und dem Werk des Messias als König und Priester verknüpft. Die Visionen stellen das Zeitelement vor und ermöglichen es dem Leser, den besonderen Moment innerhalb der Erlösungsgeschichte zu identifizieren, an dem der Messias seine Arbeit der endgültigen Reinigung, des Gerichts und der Rechtfertigung der himmlischen Wohnung Gottes beginnen würde.“ (Handbook of Seventh-day Adventist Theology, S. 394)

 

Fragen für ein Gespräch

 

Lest das folgende Zitat von Ellen White: „Wie vormals die Sünden des Volkes durch den Glauben auf das Sündopfertier gelegt und durch sein Blut sinnbildlich auf das irdische Heiligtum übertragen wurden, so werden im Neuen Bund die Sünden der reumütigen Menschen im Glauben auf Christus gelegt und dadurch wirklich auf das himmlische Heiligtum übertragen. Wie die sinnbildliche Reinigung im irdischen Heiligtum durch die Beseitigung der Sünden, die es verunreinigt hatten, geschah, so wird die tatsächliche Reinigung des himmlischen Heiligtums durch die Entfernung oder Auslöschung der Sünden erreicht, die dort aufgezeichnet sind. Ehe dies jedoch geschehen kann, müssen die Aufzeichnungen in den Büchern untersucht werden, damit entschieden werden kann, wer durch Bereuen der Sünde und Glauben an Christus berechtigt ist, die Segnungen von Christi Versöhnung zu empfangen.“ (VSL 383) Welche beiden Dinge offenbaren diejenigen, die berechtigt sind, die „Wohltaten seiner Versöhnung“ zu erhalten? Warum ist das Verständnis davon so wichtig für Gottes Volk, besonders in den Versuchungen der letzten Tage?

 

Lies 3. Mose 16,15–16. Was bedeutet das Blut? Was stellt das Blut dar? Warum war damals am großen Versöhnungstag das Blut so notwendig und was bedeutet es für uns heute?

 

 

Mit Gott erlebt

 

Im tschechischen Fernsehen

Von Andrew McChesney, Adventist Mission

 

Irena Metzova weiß nicht, warum sie das Passagierflugzeug, das in den atlantischen Ozean stürzte, nur knapp verpasste. Aber die Tatsache, dass ihr Leben verschont wurde, führte dazu, dass sie einen Sabbat im Nationalfernsehen verbrachte.

 

Irena wollte von New York in ihre Heimat, die Tschechische Republik, fliegen, nachdem sie den Sommer über als freiwillige Köchin für eine Gruppe von jungen Buchevangelisten – einschließlich ihrem Sohn im Studentenalter – gearbeitet hatte. Aber die Fluggesellschaft KLM stornierte die Flüge aufgrund eines Streiks und buchte sie in letzter Minute auf einen Flug mit Swissair um. Sie informierte ihre Schwester in der Tschechischen Republik über die Planänderungen, und die Schwester willigte ein, sie am nächsten Tag am Flughafen Prag abzuholen.

 

Am Morgen wachte die Schwester mit der Nachricht auf, dass ein Swissair DC-10-Flugzeug zwei Stunden nach Abflug von New York abgestürzt sei. Es war das Flugzeug von Irena.

 

Weinend rief sie Irenas Ehemann an: „Ich habe meine Schwester verloren. Du hast deine Frau verloren.“

 

Aber Irena hatte den Flug nicht genommen. Als Irena am Swissair-Schalter für den Flug 111 am New Yorker John F. Kennedy Airport einchecken wollte, sagte die Angestellte von Swissair etwas zu ihr, das alles veränderte.

 

„Frau Metzova, Sie sind Tschechin“, meinte die Angestellte der Fluggesellschaft.

 

„Wir können Ihnen einen Direktflug von hier in die Tschechische Republik mit Czech Airlines buchen. Wie würde Ihnen das gefallen?“ Irena gefiel die Vorstellung, nicht in Genf umsteigen zu müssen, und die Angestellte druckte ihr eine neue Bordkarte aus.

 

„Sie haben 15 Minuten, um Ihr Flugzeug zu erwischen“, sagte die Angestellte der Fluggesellschaft. ,,Rennen Sie!“

 

Um 10:30 Uhr am 2. September 1998 stürzte das Swissair-Flugzeug über der kanadischen Küste ab und 229 Menschen an Bord starben – unter ihnen ein adventistischer Student, der ein Jahr in Frankreich studieren wollte. Ein Feuer an Bord der Maschine war die Ursache für diese Tragödie.

 

Noch während die Welt trauerte, erfuhr Irenas Schwester von den geänderten Plänen.

 

Irena ist jetzt 68 Jahre alt. Sie kann sich nicht erklären, was passiert ist. Aber mehrere Jahre nach der Tragödie erhielt sie die Möglichkeit, im tschechischen Fernsehen über ihren Glauben zu sprechen. In der Fernsehsendung „Beantwortete Gebete“ erzählte Irena von Gottes Güte inmitten der Unterdrückung in der kommunistischen Tschechoslowakei. Sie las das vierte Gebot über den Sabbat vor.

 

Viele Menschen hörten vom biblischen Siebenten-Tags-Sabbat zum ersten Mal, sagte ihr Sohn, Kamil Metz, internationaler Koordinator des GLOW Tracks Ministry. „Nachdem die Sendung ausgestrahlt worden war, teilten uns andere Adventisten mit, dass ihre Verwandten sie anriefen und sagten: ,Wir haben gar nicht gewusst, dass der Sabbat in der Bibel steht‘.“

 

All das, weil Irena irgendwie ihren Flug verpasst hatte.

 

 

Lehrerteil

 

Leittext: Hebräer 9,12

 

Lehrziele

 

Erkennen: Die Funktion und die Bedeutung des Dienstes Christi im himmlischen Heiligtum.

Empfinden: Die Nähe Christi als persönlichen Fürsprecher und die enge Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Handeln: Ermessen, warum und wie der himmlische Dienst Christi für uns Relevanz hat – besonders auf die Endzeit bezogen.

Übersicht

 

Erkennen: Der Priester im Himmel

 

Welche Funktion hat Jesus im himmlischen Heiligtum?

Was ist die Bedeutung seiner Fürsprache?

Warum ist der himmlische Dienst für die Erlösung der Welt notwendig?

Empfinden: Der Priester in meinem Herzen

 

Warum ist Christi himmlischer Dienst wichtig?

Was lehrt uns Christi priesterlicher Dienst über Gottes Fürsorge für uns?

Was vermittelt mir diese Wahrheit über Gottes vertraute Nähe in meinem Herzen?

Handeln: Der Priester in meinem Leben

 

Warum soll ich ein heiliges Leben führen?

Inwiefern ist der himmlische Dienst Christi relevant für mein jetziges Leben?

Wie hilft mir der himmlische Dienst Christi in meinem Kampf mit der Sünde?

Zusammenfassung

 

Christus wirkt noch immer, um das Gericht zu gewährleisten und um das Reich Gottes in unseren Herzen und in der Geschichte vorzubereiten.

 

Studientext: Hebräer 9,11–14

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Das große Vorbild Christi, der für die Erlösung der Welt betet, verpflichtet mich dazu, mich mit ihm im Gebet zu verbinden, um inständig für das Kommen des Reiches Gottes zu beten.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Das Nachdenken über den Dienst Christi im himmlischen Heiligtum wird unsere Sensibilität für die Grausamkeit der Sünde erhöhen und unsere Verantwortung für unsere Nächsten aufzeigen. Erlösung ist ein Prozess, der die Welt betrifft; die Erlösung des Einzelnen ist mit der Erlösung der Welt verbunden.

 

Gespräch zum Einstieg

 

Christi Fürsprecherdienst für die Sünder ist eine der herausforderndsten Lehren, nicht nur, weil sie das himmlische Reich betrifft, sondern auch weil unsere Glaubensüberzeugungen dazu uns beinahe einzigartig unter Christen und anderen Gläubigen machen. Es reicht nicht aus, zu wiederholen, dass dieses Thema wichtig ist. Wir sollten über die Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Prozesses nachdenken, der im Himmel stattfindet und unser persönliches Schicksal und das der Welt betrifft. Eröffne ein Gespräch über den hohepriesterlichen Dienst Christi und suche nach Wegen, um dieses Thema klar, überzeugend und relevant zu vermitteln.

 

Gesprächsfragen

 

Warum ist Jesu Dienst im Himmel so entscheidend? Finde biblische Geschichten oder Passagen, die die Verbindung zwischen Himmel und Erde unterstreichen (bspw. die Jakobsleiter aus 1 Mo 28,12).

Was ist laut Daniel der Unterschied zwischen dem Gott Israels und den Göttern der Chaldäer? (Siehe Dan 2,10–11.18.)

Warum ist Christi Mittlerdienst im Himmel so wesentlich – nicht nur für uns als Siebenten-Tags-Adventisten, sondern auch für das Schicksal der Welt? Warum schenken andere Christen diesem Aspekt des Dienstes Christi größtenteils keine Aufmerksamkeit? Wie können wir diese Botschaft postmodernen Menschen kommunizieren und sie für sie übersetzen?

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Diese Anleitung deckt drei Phasen des Dienstes Christi ab: 1. sein Opfer als Passalamm, 2. seinen hohepriesterlichen Dienst im Himmel und 3. den eschatologischen Tag des Gerichts. Vermeide es, hier lediglich auf den Lehrinhalt des Glaubenspunkts zu pochen; nähere dich ihm stattdessen mit Kreativität und vielmehr seiner existenziellen und historischen Relevanz. Verbinde deine Präsentation und die Diskussion mit der Krise der Gemeinde in Bezug auf die Heiligtumslehre (die große Enttäuschung unserer Pioniere, falsche Lehrer und die Verwirrung, die durch irrige Theorien innerhalb unserer Reihen hervorgerufen wurden etc.). Tauscht euch darüber aus. Worin lagen sie falsch? Auch wenn unsere Ansichten nicht von vielen Christen akzeptiert werden, zeige auf, dass Adventisten nicht allein mit ihrer apokalyptischen Lesart sind; andere religiöse Traditionen (Juden und Moslems) bestätigen dies mit gleichem Nachdruck.

 

  1. Das Lamm Gottes Denkt in der Gruppe über Johannes 1,29 nach.

 

Das Opfer des Passalamms war ein „Typus“, der auf das Opfer Christi hindeutete. Dank des Blutes des Lammes „passierte“ der Todesengel die Türen der Israeliten, die sich so auf die Erlösung durch den Auszug vorbereiteten (2 Mo 12,13–14). In die gleiche Richtung verwies Jesajas Vergleich des sühnenden „Lammes“ mit dem leidenden Gottesknecht, der die Welt retten wird, indem er ihre Sünden auf sich nehmen würde (Jes 53,7; vgl. Apg 8,32).

 

Dieselbe gedankliche Verknüpfung findet sich im Neuen Testament. Lukas verwendet das Wort „Ausgang“ oder Exodus im Griechischen, um sich auf Jesu Tod zu beziehen (Lk 9,31 EB), und spielt damit auf den geistlichen Befreiungs- und Erlösungseffekt des Todes Jesu an. Wenn Johannes der Täufer Jesus jedoch als das „Lamm Gottes“ bezeichnet, fügt er dem Passalamm einen weiteren überraschenden Aspekt hinzu: Göttlichkeit. Denn dieses Lamm hatte einen göttlichen Charakter. Der Ausdruck „Lamm Gottes“ bedeutet auf Hebräisch „göttliches Lamm“. Bei Johannes ist Gott dieses Lamm, das am Passafest geopfert wurde. Das Lamm ist das wichtigste und am meisten verwendete Symbol in der Offenbarung – vom Anfang bis zum Ende taucht es immer wieder auf (Offb 5,6; 22,3 u.a.). Um die Menschheit zu erretten, identifiziert sich der große Gott des Universums mit dem verletzlichsten Opfer.

 

Zum Nachdenken

 

Diskutiert im Licht der Aussage Jesu in Lukas 9,22 die folgenden Fragen: Warum war es für Gott notwendig, für unsere Sünden zu sterben? Wäre es für Gott nicht möglich gewesen, unsere Sünden zu vergeben, ohne am Kreuz sterben zu müssen? Erläutert eure Antwort. Welche logische Erklärung gibt es für das Opfer Christi?

 

  1. Der ewige Priester Denkt in der Gruppe über Psalm 110 und Hebräer 7,20–28 nach.

 

Paradoxerweise wird Jesus nicht nur mit dem „Opferlamm“, das geopfert wird, identifiziert, sondern auch mit dem Priester, der das Lamm schlachtet. Der Autor des Hebräerbriefes vergleicht Jesus mit Melchisedek, „einem Priester in Ewigkeit“ (Hbr 7,21; vgl. Ps 110,4), und bestätigt auf diese Weise den ewigen und universellen Charakter des Priestertums Christi (Hbr 7,24). Der Hebräerbrief verweist hier auf die priesterliche Funktion Christi im Himmel. Diesem neuen Bund zufolge sind Erlösung und Vergebung nicht länger auf Zeit und Raum begrenzt; sie sind nun jedem zugänglich und haben eine dauerhafte Wirkung.

 

Dass sich das göttliche Priestertum im Himmel in den Händen des ewigen Gottessohnes befindet, hat eine umfassende Bedeutung. Es bedeutet, dass wir nun direkten Zugang zu Gott haben und keine Opfer mehr darbringen müssen. Aber mehr noch: Es bedeutet, dass das Priestertum Jesu eine Auswirkung auf die Geschichte der ganzen Welt hat – Jesu Priestertum im Himmel betrifft die Vorbereitung des himmlischen Reiches Gottes. Jesu Opfer am Kreuz hat die alten levitischen Opfer ersetzt und damit den Prozess der Vergebung und Erlösung im Himmel in Gang gesetzt. Jetzt ist der neue Horizont kosmisch und zielt auf das künftige Reich Gottes im Himmel ab.

 

Zum Nachdenken

 

Warum zog der priesterliche Mittlerdienst von der Erde in den Himmel? Erkläre, warum das Ereignis am Kreuz nicht den Erlösungsprozess vollendete. Warum sah Stephanus Jesus „zur Rechten Gottes“ im Himmel (Apg 7,56; vgl. Ps 110,1)? Was bedeutet diese Vision in Bezug auf den neuen Bund (Dan 9,27)?

 

III. Der große Versöhnungstag im Himmel Denkt in der Gruppe über Hebräer 9,26–28 und Daniel 8,14 nach.

 

Die letzte Phase des Erlösungsgeschehens wird vom Hebräerbrief und von der biblischen Prophetie als Versöhnungstag (hebr. kippur) bezeichnet. Nachdem er sich auf das Opfer Christi, dessen Funktion es war, „Sünde aufzuheben“ (Hbr 9,26; vgl. Dan 9,24), bezogen hatte, verweist der Autor des Hebräerbriefes deutlich auf das Ereignis des Gerichts, das er mit dem zweiten Kommen gleichsetzt: „Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, so wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, … denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten.“ (Hbr 9,27–28 EB)

 

So wie der menschliche Tod dem Tod Christi entspricht, so entspricht für den Hebräerbrief das Gericht der Wiederkunft. Das Buch Daniel zeigt den gleichen geschichtlichen Ablauf. Während die Prophezeiung über die 70 Wochen auf das Opfer Christi verweist (Dan 9,26), führt die Prophezeiung der 2300 Abende und Morgen zum Versöhnungstag oder zum Gerichtstag am Ende der Zeit, kurz bevor der Menschensohn wiederkommt (Dan 8,15; vgl. mit Dan 7,9–14). Gottes Erlösungsplan endete nicht am Kreuz. Die Prophezeiung bezieht sich ebenfalls auf den Versöhnungstag/Gerichtstag im Himmel, der das Ende der Zeit kurz vor Jesu Kommen kennzeichnen wird.

 

Das zusätzliche Geschehen eines Vor-Wiederkunftsgerichts wird für viele Christen überraschend sein. Dennoch ist dieses Ereignis ein wichtiger und notwendiger Schritt für die Erlösung. Denn es ist dieses Ereignis, das letztendlich das Reich Gottes eröffnet – die letztliche geschichtliche Verwirklichung der Erlösung. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die biblische Prophetie diesen besonderen Moment mit den Begriffen des Versöhnungstages beschreibt. So wie der levitische Versöhnungstag vom „[ganzen] Volk“ (3 Mo 16,33; vgl. V. 17) benötigt wurde, damit all seine Sünden gesühnt werden konnten (3 Mo 16,34), so ist dieser endgültige Versöhnungstag notwendig für die Erlösung der Welt. Die Botschaft des Versöhnungstages lautet: Erlösung ist im Wesentlichen ein kosmisches Ereignis. Erlösung kann nicht stattfinden, solange es nicht „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ gibt (Offb 21,1; vgl. Jes 65,17).

 

Zum Nachdenken

 

Warum sind das Kreuz und das Gericht zwei Ereignisse, die einander ergänzen?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Warum ist die biblische Wahrheit des Gerichts oft so schwer zu verstehen und zu vermitteln? Vergleiche sie mit anderen wichtigen Wahrheiten wie zum Beispiel die Wissenschaften (Physik, Medizin etc.). Warum sind einige dieser Wahrheiten so schwer zu begreifen?

 

Frage zur Anwendung

 

Wie können wir den heutigen Menschen die wichtige und tiefgründige Wahrheit des Gerichts vermitteln?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Eine wichtige Lehre dieser Woche ist die Komplexität und Schönheit des Werkes Gottes für die Erlösung der Welt. Diese Vielschichtigkeit ist ein Hinweis darauf, wie sehr Gott an diesem Thema gelegen ist.

 

Aktion

 

Zeige die verschiedenen Ideologien, die ersonnen wurden, um „die Welt zu retten“ (Sozialismus, Liberalismus, Absolutismus, Anarchismus etc.). Warum haben all diese Ideen versagt? Warum ist die Erschaffung einer neuen Welt die einzige Lösung für die Probleme der Welt? Warum und wie beantwortet die biblische Wahrheit eines eschatologischen Versöhnungstages diese Frage?

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