Die Veränderung des Gesetzes

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel

 

Was Gott wirklich wichtig ist
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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

 

Lies für das Studium dieser Woche:

 

Römer 8,1; 7,1-25; Johannes 20,19-23; Apostelgeschichte 20,6-7; Daniel 7,23-25; Offenbarung 13,1-17

 

Merktext

 

Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. (Dan 7,25)

 

Im Mittelpunkt unseres Verständnisses der Ereignisse der letzten Tage steht die Frage nach dem Gesetz Gottes. Genauer gesagt handelt es sich dabei um die Frage nach dem vierten Gebot, dem Siebenten-Tags-Sabbat. Obwohl wir wissen, dass Erlösung nur durch den Glauben geschieht und dass das Halten der Gebote – einschließlich des Sabbats – niemals Erlösung bewirken kann, wissen wir aber zugleich auch, dass der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten – einschließlich des Siebenten-Tags-Sabbats – ein erkennbares Zeichen in den letzten Tagen sein wird. Es ist ein Kennzeichen, das deutlich macht, wem unsere Treue gilt.

Diese Unterscheidung wird besonders in der Zuspitzung der Endzeitereignisse, wie sie in Offenbarung 13 und 14 beschrieben wird, offensichtlich werden, wenn sich die stärksten religiösen und politischen Mächte vereinen und alle Bewohner der Welt zu einer falschen Form der Anbetung zwingen werden. All das steht im Kontrast zu Offenbarung 14,7, wo Gottes Volk dazu aufgerufen wird, den anzubeten, „der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen“ (Offb 14,7). Gemeint ist der Schöpfer und niemand sonst.

In dieser Woche geht es um das Gesetz Gottes – besonders um das Sabbatgebot. Wir werden die versuchte Veränderung des Gesetzes betrachten und darüber nachdenken, was das für uns bedeutet, die wir das baldige Ende erwarten.

  • Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 12. Mai.

 

 

Die Verheißung

 

Eine der größten Verheißungen der Bibel finden wir in Römer 8,1: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“ (SLT) Diese Worte sind wie ein Schlussstein, eine Schlussfolgerung der vorhergehenden Argumentationskette. Nur wenn wir die vorigen Verse studieren, können wir die Hoffnung und die Verheißung, die darin zum Ausdruck kommen, besser begreifen.

 

Lies Römer 7,15–25: Was ist das Wesentliche dessen, was Paulus in diesen Versen sagt und das Römer 8,1 zu einer solch bestärkenden Verheißung macht?

 

Obwohl es unter Auslegern eine große Debatte darüber gibt, ob Paulus hier insbesondere über sich selbst als Gläubigen schreibt, so ist doch eine Sache zweifellos: Paulus spricht über die eigentliche Tatsache der Sünde. Jeder, selbst ein Christ, kann auf irgendeine Art und Weise den Kampf, auf den sich Paulus hier bezieht, nachvollziehen. Wer hätte noch nicht die Versuchung des Fleisches und die Sünde, die in einem bleibt, verspürt. Etwas, das uns dazu bringt, das zu tun, wovon wir wissen, dass wir es nicht tun sollten, und das nicht zu tun, wovon wir wissen, dass wir es tun sollten. Für Paulus war nicht das Gesetz das Problem, sondern unser Fleisch.

 

Wer hat sich nicht schon selbst ertappt, anstatt das Richtige das Falsche zu tun? Selbst wenn Paulus hier nicht über die Unvermeidbarkeit der Sünde im Leben eines wiedergeborenen Christen spricht, so liefert er doch sehr starke Argumente für den stets gegenwärtigen Kampf, dem jeder begegnet, der Gott gehorchen möchte.

 

So gelangt Paulus schließlich zu den berühmten Worten: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ (Röm 7,24) Die Antwort finden wir bei Jesus und der großen Verheißung, dass der Gläubige in Jesus durch die Gnade dem Heiligen Geist gemäß wandelt und „nicht verurteilt“ wird. Ja, die Gläubigen kämpfen; ja, sie begegnen Versuchungen; ja, die Sünde ist real. Aber durch den Glauben an Jesus werden die Gläubigen nicht mehr länger durch das Gesetz verurteilt; tatsächlich gehorchen sie ihm. Außerdem lernen sie, im Geist und nicht „nach dem Fleisch“ zu wandeln.

 

Lies noch einmal den obigen Textabschnitt. Wie kannst du das, was Paulus hier sagt, auf dich beziehen? Warum ist Römer 8,1 eine solch wunderbare Verheißung?

 

 

 

Das Gesetz und die Sünde

 

Im Sonntagsabschnitt haben wir uns die Verse angeschaut, die von der Realität der Sünde im Leben eines jeden Menschen – Christen inbegriffen – handeln. Paulus macht jedoch in den Texten zuvor deutlich, wie verbreitet und tödlich die Sünde ist.

 

Lies Römer 7,1–14: In welcher Beziehung stehen Gesetz und Sünde zueinander? Was sagen die Verse über die Unmöglichkeit, durch das Gesetz gerettet zu werden?

 

Zwei wesentliche Punkte macht Paulus hier deutlich: Erstens zeigt er, dass das Gesetz nicht das Problem ist. Das Gesetz ist „heilig, gerecht und gut“ (Röm 7,12). Das Problem ist die Sünde, die zum Tod führt. Zweitens ist das Gesetz kraftlos – es kann uns nicht von Sünde und Tod retten. Das Gesetz zeigt das Problem der Sünde und des Todes auf. Wenn überhaupt, dann macht das Gesetz das Problem der Sünde und des Todes noch offensichtlicher, aber es bietet keine Lösung des Problems an.

 

Nur ein oberflächlicher Leser könnte diese Verse für das Argument verwenden, das Gesetz, die Zehn Gebote, wären aufgehoben und dabei zugleich viele andere Texte ignorieren, die zeigen, das Gesetz ist noch heute gültig. Das ist das Gegenteil von Paulus’ Aussage. Nichts von dem, was Paulus hier schreibt, würde Sinn ergeben, wenn das Gesetz beseitigt, nicht mehr gültig wäre. Sein Argument basiert auf der Annahme, dass das Gesetz immer noch bindend ist, da das Gesetz die Realität der Sünde betont und folglich das Bedürfnis nach dem Evangelium herausstellt. „Was wollen wir hierzu sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wüsste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2. Mose 20,17): ‚Du sollst nicht begehren!‘“ (Röm 7,7)

 

Lies sorgfältig Römer 7,13. Was sagt Paulus hier über das Gesetz und darüber, warum es noch immer notwendig ist?

 

Das Gesetz bringt nicht den Tod hervor; die Sünde tut es. Das Gesetz zeigt uns nur, wie tödlich Sünde ist. Das Gesetz ist gut darin, Sünde aufzuzeigen. Es bietet im Gegensatz zum Evangelium nur keine Antwort darauf. Paulus macht hier deutlich, dass wir als Christen, als diejenigen, die in Christus gerettet sind, „im neuen Wesen des Geistes“ (Röm 7,6) dienen sollen. Das bedeutet, dass wir in einer Glaubensbeziehung mit Jesus leben und seinem Verdienst und seiner Gerechtigkeit vertrauen, was die Erlösung (das Schlüsselthema des Römerbriefes) betrifft.

 

Wie hat dir deine eigene Erfahrung in Bezug auf das Halten der Gebote gezeigt, dass du Gottes Gnade brauchst?

 

 

 

Vom Sabbat zum Sonntag?

 

Als Siebenten-Tags-Adventisten sind wir vertraut mit den Argumenten unserer christlichen Brüder und Schwestern in anderen Denominationen, dass das Gesetz abgeschafft worden sei oder wir nicht mehr unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind. Was sie aber eigentlich zum Ausdruck bringen, ist, dass nur das vierte Gebot abgeschafft wurde. Viele jedoch behaupten nicht einmal das. Stattdessen sagen sie, dass der Sabbat als siebter Tag durch den ersten Tag, den Sonntag, zu Ehren der Auferstehung Jesu ersetzt worden sei.

 

Und sie sind überzeugt, dass sie Texte haben, um das zu beweisen.

 

Hier wollen wir uns mit einigen der geläufigen Texte aus dem Neuen Testament befassen, die gemäß dem Glauben vieler Christen angeben, dass der Sabbat vom alttestamentlichen siebten Tag in den neutestamentlichen ersten Tag geändert worden sei. Während wir sie lesen, sollten wir uns fragen, ob sie tatsächlich über eine Veränderung des Tages reden oder ob sie nur die Ereignisse, die an diesem Tag stattfanden, beschreiben, ohne jedoch so weit zu gehen, eine Veränderung anzuordnen.

 

Lies Johannes 20,19–23: Aus welchem Grund waren die Jünger in diesem Raum versammelt? Was sagen diese Verse darüber, ob es ein Anbetungsgottesdienst zu Ehren der Auferstehung Jesu war, wie es einige behaupten?

 

Lies Apostelgeschichte 20,6–7: Was, wenn überhaupt, gibt in diesen Versen an, dass der Sabbat in den Sonntag, den ersten Tag der Woche, verändert wurde? (Siehe auch Apg 2,46.)

 

Lies 1. Korinther 16,1–4: Was lehrt der Text über die Veränderung vom Sabbat auf den Sonntag, außer der Tatsache, dass sie die Opfer am ersten Tag der Woche zu Hause beiseitelegen sollten?

 

Das ist also die Essenz der textlichen „Beweise“, die verwendet werden, um zu belegen, dass der erste Tag der Woche den Siebenten-Tags-Sabbat ersetzt haben soll. Außer einigen Erwähnungen, dass die Gläubigen aus verschiedenen Gründen zusammenkamen, gibt es jedoch keinen einzigen Text, der angibt, dass diese Treffen Gottesdienste waren, die als Ersatz für den Siebenten-Tags-Sabbat am ersten Tag abgehalten wurden. Dieser Einwand liest lediglich die jahrhundertelange christliche Tradition des Sonntaghaltens in diese Texte hinein. Damit wird etwas in diese Verse hineingelegt, das jedoch von Anfang an nie darin enthalten war.

 

 

Der siebte Tag im neuen Testament

 

Wie im Dienstagsabschnitt thematisiert, sagen die Texte, die gewöhnlich verwendet werden, um zu belegen, dass der Sonntag den Sabbat ersetzt habe, tatsächlich nichts darüber aus. Vielmehr offenbart jede Erwähnung des Sabbats im Neuen Testament, dass er immer noch als eines von Gottes Zehn Geboten gehalten wurde.

 

Lies Lukas 4,14–16; 23,55–56: Was sagen uns diese Verse über den Siebenten-Tags-Sabbat vor und nach dem Tod Christi?

 

Beachte, wie die Frauen, die mit Christus gewesen waren, „den Sabbat über ruhten … nach dem Gebot“ (Lk 23,56 EB). Beim Gebot handelte es sich offenbar um das vierte Gebot, das am Sinai in Stein gemeißelt worden war. Was auch immer sie aus ihrer Zeit mit Jesus sonst gelernt haben mochte, es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie von ihm etwas anderes als das Halten der Gebote Gottes, einschließlich des Sabbatgebotes, lernten. Tatsächlich sagte Jesus seinen Jüngern: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ (Joh 14,15) Seine Gebote, die er selbst hielt, schließen den Siebenten-Tags-Sabbat mit ein. Wäre der Sonntag ein Ersatz für den Sabbat gewesen, dann hätten diese Nachfolgerinnen nichts darüber gewusst.

 

Lies Apostelgeschichte 13,14.42–44 und 16,12–13: Welchen Beweis liefern diese Verse für das Halten des Siebenten-Tags-Sabbats? Welchen Beweis geben sie für das Halten des ersten Tages der Woche?

 

Wir finden in diesen Texten keinen Beweis für einen Wechsel vom Sabbattag zum Sonntag. Stattdessen deuten sie klar auf das Halten des Siebenten-Tags-Sabbats der ersten Jesusgläubigen.

 

Apostelgeschichte 16,13 ist besonders interessant, da sie eine Situation außerhalb der Synagoge und ihres Umfeldes schildert. Die Gläubigen trafen sich am Flussufer, wo einige nach ihrer Gewohnheit beteten. Und sie handelten am Siebenten-Tags-Sabbat viele Jahre nach Jesu Tod noch so. Nichts in den Texten weist also auf einen Wechsel auf den Sonntag hin.

 

Wie kannst du schonend und ohne Verurteilung sonntaghaltenden Christen den Siebenten-Tags-Sabbat vermitteln?

 

 

Die versuchte Veränderung des Sabbats

 

Gottes Gesetz, die Zehn Gebote, sind immer noch bindend (siehe auch Jak 2,10–12) und dieses Gesetz schließt den Siebenten-Tags-Sabbat mit ein. Warum halten aber so viele Christen den Sonntag, wenn es keine biblische Begründung dafür gibt?

 

Daniel 7 spricht von der Entstehung vier großer Reiche: Babylon, Medo-Persien, Griechenland und schließlich Rom. In einer späteren Phase entsteht aus dem Römischen Reich eine als kleines Horn beschriebene Macht (Dan 7,8). Es ist noch immer Teil des Römischen Reiches – es handelt sich dabei nur um eine spätere Phase. Was, außer dem Papsttum, das direkt aus Rom erwuchs und bis heute noch ein Teil dessen ist, könnte diese Macht sein? Thomas Hobbes schrieb um 1600: „Wenn ein Mensch das Original dieser großen kirchlichen Herrschaft in Erwägung zieht, dann wird er leicht erkennen, dass das Papsttum nichts anderes als der Geist des untergegangenen römischen Reiches ist, das gekrönt auf dessen Grab sitzt.“ (Thomas Hobbes, Leviathan, S. 463)

 

Lies Daniel 7,23–25: Was vermitteln diese Verse, das uns helfen kann, den Ursprung der Sonntagsheiligung zu verstehen?

 

Die ursprüngliche aramäische Sprache macht in Vers 25 deutlich, dass das kleine Horn „beabsichtigte“, das Gesetz zu ändern. Aber welche irdische Macht könnte tatsächlich Gottes Gesetz verändern?

 

Obwohl die genauen Details der Geschichte verschwommen sind, so wissen wir doch, dass der Siebente-Tags-Sabbat unter dem päpstlichen Rom durch die Tradition des Sonntaghaltens ersetzt wurde – eine Tradition, die so stark etabliert ist, dass die protestantische Reformation sie bis ins 21. Jahrhundert mit am Leben hält. Heute halten die meisten Protestanten noch immer den ersten Tag der Woche, anstatt dem biblischen Gebot für den siebten Tag zu folgen.

 

Lies Offenbarung 13,1–17 und vergleiche den Abschnitt mit Daniel 7,1–8.21.24–25: Welche sich ähnelnden Bilder werden in diesen Texten verwendet, die uns helfen, die Endzeitereignisse zu verstehen?

 

Indem die Offenbarung die direkte Bildsymbolik – einschließlich des Bildes über die spätere (päpstliche) Phase Roms – aus dem Buch Daniel aufgreift, weist sie auf die Verfolgung in der Endzeit hin. Eine Verfolgung, die all jene heimsuchen wird, die sich weigern, so „anzubeten“, wie es das Diktat der Mächte, die in der Offenbarung beschrieben werden, vorsieht.

 

Wie macht Offenbarung 14,6–7 und hier besonders Vers 7, der die Sprache des vierten Gebotes aufgreift, deutlich, dass der Sabbat in dieser finalen Krise der Endzeit in der Frage der Anbetung entscheidend ist?

 

 

Weiterführendes Studium

 

Derselbe Drache, Satan, der gegen Gott im Himmel Krieg führte (Offb 12,7) kämpft auch gegen Gottes Volk auf der Erde – gegen die, „die Gottes Gebote halten“ (Offb 12,17; siehe auch 13,2.4). Es ist sogar so, dass Satan selbst zum Objekt der Anbetung wird (Offb 13,4). So wird der Krieg gegen Gott, den Satan im Himmel begann, auf Erden fortgeführt. Und im Mittelpunkt seiner Attacke gegen Gott steht sein Angriff auf Gottes Gesetz.

 

„Im vierten Gebot wird Gott als der Schöpfer von Himmel und Erde offenbart. Darin unterscheidet er sich von allen falschen Göttern. Der siebte Tag war als Erinnerung an das Schöpfungswerk und als Ruhetag für die Menschen geheiligt worden. Er war darauf angelegt, den Menschen zu allen Zeiten den lebendigen Gott als Quelle des Seins und als Ziel der Verehrung und Anbetung vor Augen zu halten. Satan hat sich schon immer bemüht, Menschen von ihrer Treue zu Gott und vom Gehorsam gegenüber seinem Gesetz abzubringen. Daher richtet er seine Angriffe besonders auf jenes Gebot, das auf den Schöpfergott hinweist.“ (VSL 52)

 

Wir beten den Herrn an, weil er der Schöpfer „des Himmels und der Erde“ ist und weil der Siebente-Tags-Sabbat ein grundlegendes Zeichen seiner Schöpfermacht ist – ein Zeichen, das auf die Schöpfungswoche zurückgeht (siehe 1 Mo 2,1–3). Es ist kein Wunder, dass sich Satan in seinem Angriff auf Gottes Autorität zuallererst gegen das führende und grundlegende Zeichen dieser Autorität wendet: den Siebenten-Tags-Sabbat.

 

In den letzten Tagen wird Gott auf der Erde ein Volk haben, das feststeht und standhaft in seiner Treue ihm gegenüber bleibt – eine Treue, die sich auf den Gehorsam gegenüber seinen Geboten gründet: alle Gebote, einschließlich des einen, das auf den Herrn als Schöpfer hinweist, der allein unserer Anbetung würdig ist.

 

 

Fragen für ein Gespräch

 

Was ist das Problem einer Haltung, die zwar von der Tatsache der Sünde ausgeht, aber dennoch argumentiert, dass Gottes Gesetz abgeschafft worden sei? Welche Unschlüssigkeiten könnt ihr in dieser Argumentation feststellen?

 

Was ist eure eigene Erfahrung mit Christen, die für den Sonntag anstelle des Sabbats argumentieren? Welche Argumente habt ihr verwendet und wie hilfreich waren sie? Wie geht ihr mit dem geläufigen Gegenargument um, dass das Halten des Siebenten-Tags-Sabbats ein Ausdruck von Werksgerechtigkeit (bzw. Gesetzlichkeit) sei?

 

Warum ist es wichtig zu betonen, dass die Herausforderungen in Bezug auf das „Zeichen des Tieres“ noch vor uns liegen, während wir mit anderen über den Sabbat sprechen und uns zugleich auf die Endzeitgeschehnisse vorbereiten?

 

 

Mit Gott erlebt

 

Voller Kreis

Von Brittany Fletcher

 

Ein junger Mann kam zu mir, als ich an Silvester den Müll aus meinem Haus im US-Bundesstaat Kentucky rausbrachte.

 

„Ich habe eine Umfrage hier, die dem Ort helfen könnte“, sagte er. „Würden Sie daran teilnehmen?“

 

Es stellte sich heraus, dass der freundliche Fremde ein Freiwilliger war, der am jährlichen Kongress der Adventjugend (GYC) in Louisville teilnahm. Ich wusste noch nicht, dass ich bei der nächsten Konferenz ein Jahr später selbst von Tür zu Tür gehen würde.

 

Vor meinem Haus schaute ich mir die Umfrage, die mir der Freiwillige gegeben hatte, an. Ich kreuzte an, dass ich Interesse an Bibelstunden und Besuchen hätte. Dann hörte ich fünf Monate lang nichts mehr.

 

Im Mai erzählte mir meine Mutter, dass jemand für Bibelstunden zum Haus gekommen wäre. Der Mann besuchte sie sechs Mal. Ich verpasste ihn jedes Mal, weil ich Vorlesungen hatte. Im Juni kam der Mann, ein Bibelarbeiter namens Ramone, als ich zu Hause war und wir verabredeten uns, die Bibel jeden Freitag in einem Café zu studieren.

 

Ich wusste nichts über Adventismus. Ich war in einer anderen Denomination aktiv, wo ich Kinder unterrichtete und auf Missionsreisen ging. Aber ich hatte nicht diese Beziehung zu Jesus, nach der ich mich sehnte. Ich betete ständig darum, ihm näherzukommen.

 

Meine Gebete wurden durch Ramone erhört.

 

Kurz darauf schrieb ich Ramone, dass ich mich gerne zweimal pro Woche mit ihm treffen wollte. Ich nahm alles an, was ich lernte. Als sich meine Essgewohnheiten und mein Lebensstil änderten, fing mein Leben an, besser zu werden. Ich liebe Römer 12,2, wo es heißt: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (EB)

 

Diese himmlische Denkweise erweiterte meine Geisteshaltung. Wenn ich jetzt lerne, dann hoffe ich nicht auf eine gute Note, sondern ich lerne für Gott. Ich möchte das Wissen erlangen, um Menschen eines Tages als Logopädin heilen zu können.

 

In Ramones Gemeinde hörte ich von der Konferenz in Hauston, Texas, im Dezember 2015. Ich wurde Glied der Adventgemeinde, kurz bevor die Konferenz begann.

 

Es war aufregend, mit den freiwilligen Helfern von Tür zu Tür zu gehen. Mehrere Leute meldeten sich für Bibelstunden an. Ich sah die gleiche Leidenschaft in einem jungen Mann, wie ich sie noch vor einem Jahr gehabt hatte. Ich bete, dass die Geschichte bei ihm einen runden Abschluss findet, so wie sie es bei mir tat. Ich kenne die Kraft einer Meinungsumfrage.

 

Brittany Fletcher, 22, ist in der Logopädie-Abschlussklasse in Louisville, Kentucky.

 

 

Lehrerteil

 

Leittext: 2. Mose 20,8–11

 

Lehrziele

 

Erkennen: Die Wichtigkeit der Gebote Gottes und die zentrale Rolle des Sabbats im Gesetz Gottes.

 

Empfinden: Gottes Liebe in seinem Gesetz erfahren und die Freude daran entwickeln.

 

Handeln: Eine Art und Weise finden, das Gesetz Gottes zu halten, ohne in Legalismus zu verfallen.

 

Übersicht

 

Erkennen: Der Sabbat im Gesetz

 

Warum gab Gott das Gesetz?

Welche Stellung hat der Sabbat im Dekalog?

Wie steht die Gnade Gottes mit seinem Gesetz in Beziehung?

 

Empfinden: Gesetz ist Liebe

 

Warum sollen wir uns an Gottes Gesetz erfreuen?

Warum schließt die Liebe zu Gott das Halten seiner Gebote mit ein?

Warum ist der Sabbat das Gebot, das Gottes Liebe zu den Menschen am deutlichsten ausdrückt?

 

Handeln: Die Praxis der Gnade

 

Warum wird es für den Christen zu einem Bedürfnis, Gott zu gehorchen?

Warum sollte ich den Sabbat rechtzeitig beginnen?

Warum waren Juden wie Christen eher bereit zu sterben, als Gott gegenüber ungehorsam zu sein?

 

Zusammenfassung

 

Das Gesetz Gottes ist das sichtbarste und konkreteste Element des biblischen Glaubens. Und zugleich ist es der kontroverseste und umstrittenste Aspekt. Folglich wurde und wird am Gesetz, genauer gesagt am Sabbat, religiöse Treue getestet – auch in der Zukunft.

 

Studientexte: Daniel 7,25; Offenbarung 14,9

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Das Gesetz Gottes ist für unser Glaubensleben, was Bewegung für unser Blut ist. Der Sabbat ist für das Gesetz das, was das Blut für den Körper ist. Das Gesetz ist der einzige Weg, den Gott wählte, um unsere Religion konkret und lebendig zu machen.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Viele Christen lehnen das Gesetz ab. Sie verwechseln das Halten des Gesetzes mit Legalismus. Doch das Gesetz kann in Wirklichkeit nicht vom Evangelium getrennt werden. Warum?

 

Gespräch zum Einstieg

 

Viele Christen denken, dass das Sabbatgebot auf jeden beliebigen Tag angewendet werden könne. Sie glauben, dass sich der ewige Gott nicht um einen speziellen Tag kümmert; oder sie argumentieren damit, dass für sie jeden Tag Sabbat ist, da wir Gott jeden Tag der Woche anbeten sollen.

 

Gesprächsfragen

 

Warum hat das Halten des Sabbats an einem anderen als dem vom Gesetz Gottes vorgeschriebenen siebten Tag Auswirkungen auf den geistlichen Gehalt des Sabbats?

Welche geistlichen Lehren des Sabbats würden verloren gehen, wenn wir den Sabbat an einem anderen Tag als den „siebten Tag“ hielten?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Halten wir Gottes Gebote nur, weil wir denken, dass sie weise und vernünftig sind, oder weil wir daran glauben, dass sie uns glücklicher machen werden? Im Gegensatz zu diesen Motiven ist die einzige Begründung für das Halten des Gesetzes in den Geboten selbst gegeben: „Ich bin der HERR, dein Gott.“ (2 Mo 20,2) Es sind unsere persönliche Beziehung und Erfahrung mit dem Gott der Gnade – dem Gott, der uns gerettet hat und der uns liebt, und dem Gott, den wir wiederum lieben –, die erklären, warum wir diese Gebote halten. Der Grund liegt darin, dass er „unser Gott“ ist. Das Gesetz zu ändern würde diesen Grund von Gott weg und hin zu uns verschieben. Die Veränderung des Gesetzes aus einem anderen, unserem menschlichen Grund würde bedeuten, dass wir Gott durch unsere eigenen Vorstellungen ersetzt haben. Die Bibel bezeichnet diesen Vorgang als „Götzendienst“ (Jes 40,19).

Die Gnade des Gesetzes Denkt in der Gruppe über 1. Mose 2,16 und Psalm 119,29 nach.

 

Es ist betonenswert, dass Gottes erstes Wort an die Menschheit (Adam und Eva) ein Gebot war: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen.“ (1 Mo 2,16) Das Verb „gebieten“ betrifft mehr als nur die moralischen Pflichten oder das Einhalten von Ritualen. Wie wir nachlesen können, „gebot“ Gott die Erschaffung der Welt (Ps 33,9; Jes 45,12). Auf die gleiche Weise besteht Gottes Gesetz nicht nur aus Anforderungen, unerlässlichen Befehlen, Dingen, die wir tun sollten, oder Verboten: Es ist vielmehr ein Geschenk. Gott selbst nennt sein Gesetz ein Geschenk an die Menschen (2 Mo 24,12; Neh 9,13) für ihr eigenes Glück und ihre Weisheit (Ps 19,8; 5 Mo 4,5–6). Das Gesetz Gottes wird in der Bibel als Ausdruck seiner Gnade verstanden. Wie der Psalmist singt: „Gib mir in Gnaden dein Gesetz.“ (Ps 119,29)

 

Gnade ist – wie in diesem Psalm ersichtlich wird – keineswegs unvereinbar mit dem Gesetz. Tatsächlich wird sie mit dem Gesetz identifiziert. Gottes erstes Gebot ist ein gutes Beispiel. Sein erstes Gebot bezieht im Wesentlichen ein Geschenk mit ein, das Geschenk aller Bäume im Garten: „Du darfst essen von allen Bäumen im Garten.“ (1 Mo 2,16) Aber es enthält auch ein Verbot oder ein Gesetz, das Leben gewährleistet, denn das Essen von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen würde zum Tod führen. Daher ist Gottes Gesetz laut Bibel ein Geschenk Gottes an uns – ein Ausdruck seiner Gnade und seiner Liebe für die Menschen.

 

Zum Nachdenken

 

Das Gesetz ist ein Geschenk Gottes, ein Ausdruck seiner Liebe zu uns. Warum und wie sollten wir dann dem Gesetz gehorchen? Inwiefern ist der Sabbat ein Ausdruck der Liebe Gottes zu uns? Warum nennen der Psalmist und Paulus selbst das Gesetz Gottes eine „Lust“ (Ps 119,92 EB; Röm 7,22 SLT)? Warum wird das Sabbatgebot als „Lust“ bezeichnet (Jes 58,13)?

 

Die Veränderung des Gesetzes Denkt in der Gruppe über Daniel 7,25 nach.

 

Der biblische Schöpfungsbericht erzählt davon, dass Gott derjenige ist, der die Zeiten festgelegt hat (1 Mo 1,14.17). Diese Tat war allein sein Vorrecht als Schöpfer des Universums.

 

Der Prophet Daniel bestätigt die gleiche Schöpfungswahrheit, wenn er betont, dass es Gott ist, der „Zeit und Stunde [ändert]“ (Dan 2,21). Dennoch sieht Daniel in seiner prophetischen Vision der Menschheitsgeschichte das Aufkommen einer Macht – dargestellt durch ein „kleines Horn“ mit menschlichen Wesenszügen, das „danach trachten [wird], Festzeiten und Gesetz zu ändern“ (Dan 7,25 EB). Der Verweis auf „Zeiten“ in Verbindung mit dem Gesetz Gottes weist tatsächlich auf eine konkrete Zeit hin: den Sabbat; denn der Sabbat ist das einzige Gebot, das den Bereich der Zeit betrifft. Daher können wir aus dem Text schlussfolgern, dass die Macht des kleinen Horns beabsichtigen wird, den Sabbat zu verändern. Der menschliche Wesenszug dieser Macht, der seine religiös-geistliche Identität symbolisiert (vgl. Dan 7,4.13), und sein Platz in der Folge des Königreiches (nach dem heidnischen Rom) legen nahe, dass es sich dabei um die römisch-katholische Kirche handelt. Die Prophetie Daniels hat damit den Anspruch der Kirche vorhergesagt, Gottes Platz als den Schöpfer einzunehmen.

 

Die römische Kirche hat genauso gehandelt, wie es die Prophezeiung vorausgesagt hatte, indem sie die Heiligkeit des Sabbats durch die Anbetung am Sonntag ersetzte. Der historische Hauptgrund, der die römischen Kaiser motivierte, zusammen mit den katholischen Autoritäten in Richtung der Sonntagshaltung zu gehen, war die mögliche Erleichterung der Integration der meisten Menschen im Römischen Reich durch diese Veränderung. Sie beteten die Sonne an und hielten darum den Sonntag, den Tag der Sonne. Diese „evangelistische“ Strategie und dieser Kompromiss halfen dem politischen Erfolg der römischen Kirche.

 

Doch um im Nachhinein diese Veränderung zu rechtfertigen, gebrauchten die Kirchenväter das theologische Argument, dass Jesus am Sonntag auferstand. Diese theologische Verteidigung war tatsächlich ein Ausdruck der alten griechischen, dualistischen Philosophie, die die niedrige materielle Welt der Schöpfung von der höheren geistlichen Welt trennte.

 

Zum Nachdenken

 

Warum ist der Sabbat das verwundbarste Gebot und jenes, das sich am leichtesten verändern lässt? Was sind die Denkfehler, die sich durch die historischen und theologischen Gründe für diesen Wechsel zeigen?

 

 

Das Buch der Offenbarung informiert uns, dass über den Versuch des „kleinen Horns“, den Sabbat zu verändern, der Sabbat auch ein Treuetest in der Endzeit sein wird. Bereits im Alten Testament wird der Sabbat als Zeichen zwischen Gott und seinem Volk gegeben –ein sichtbares Zeichen, dass Gott derjenige ist, der es heiligt (2 Mo 31,13; Hes 20,12). Die Stellung des Sabbats im Zentrum der Zehn Gebote – dies war der Platz, an dem das Siegel bei antiken Bündnisverträgen stand – bezeugt diese Funktion des Sabbats.

 

Die Offenbarung verwendet das alttestamentliche Symbol der Treue gegenüber dem Gesetz Gottes: das Zeichen an Stirn und Hand (5 Mo 6,8) – um jene zu beschreiben, die den Feinden Gottes beitreten und „das Tier anbeten“ (Offb 14,9). Dieses Symbol weist darauf hin, dass sie sich unter ein falsches Gesetz, das Gottes Gesetz ersetzt hat, gestellt haben. Die Tatsache, dass die Anbetung des Tieres im Kontrast zur Anbetung des Schöpfers steht (Offb 14,7), zeigt, dass der Sabbat hier auf dem Spiel steht, da er den Glauben an den Schöpfer zum Ausdruck bringt (2 Mo 20,11). Tatsächlich erklärt der nächste Vers, dass sich dieser Kommentar an die „Heiligen“ wendet, „die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus“ (Offb 14,12; vgl. Offb 12,17).

 

Zum Nachdenken

 

Wenn du einen Siebenten-Tags-Adventisten fragen würdest, was der Sabbat für ihn bedeutet, könnte die Antwort lauten: „Es ist nicht der Sonntag.“ Auch wenn diese Antwort eine wichtige Teilwahrheit enthält, so ist es doch nicht die ganze Wahrheit. Warum?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Tauscht euch über die möglichen Gründe aus, warum sich die Kirchenväter gegen das Halten des Siebenten-Tags-Sabbat entschieden. Zeige die Verbindung zwischen dem Ursprung des Antisemitismus und der Zurückweisung des Sabbats.

 

Fragen zur Anwendung

 

Wie sollten wir den Sabbat halten, um diesen Tag wirklich zu einem Zeichen Gottes zu machen?

Diskutiert den folgenden Ausspruch eines Rabbis: „Ihr Siebenten-Tags-Adventisten haltet den Sabbat, während wir Juden ihn feiern.“

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Zeige den Teilnehmern die einzigartige Natur des Sabbatgebotes im Vergleich zu den anderen Geboten. Hilf ihnen zu erkennen, warum es sinnvoll ist, dass der Sabbat (und nicht etwa ein anderes Gebot) der letzte Treuetest sein wird.

 

Aktionen

 

Berichtet von Menschen, die wegen des Sabbathaltens verfolgt wurden.

Denkt über das folgende Paradoxon nach: Warum ist es manchmal schwieriger, den Sabbat in einer freien Gesellschaft zu halten als in einer unterdrückten? Tauscht euch darüber aus.

 

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