Daniel und die Endzeit

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel

 

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

Lies für das Studium dieser Woche:

Lukas 16,10; Daniel 1,2; 3,1-6.13-18; Offenbarung 13,11-15; Johannes 3,7; Daniel 4,6

Merktext

Und der König antwortete Daniel und sprach: Wahrhaftig, euer Gott ist ein Gott über alle Götter und ein Herr über alle Könige, der Geheimnisse offenbaren kann, wie du dies Geheimnis hast offenbaren können. (Dan 2,47)

Der Herr hatte große Pläne für das Volk Israel: „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ (2 Mo 19,6) Diese heilige Nation, dieses Königreich von Priestern, sollte Zeuge für die Welt sein, dass Jahwe der einzige Gott ist (vergleiche Jesaja 43,10.12). Leider lebte die Nation ihren gottgegebenen heiligen Ruf nicht aus. Letzten Endes gerieten die Israeliten in die Gefangenschaft nach Babylon.

Doch bemerkenswerterweise gebrauchte Gott, trotz des Desasters der Gefangenschaft, noch immer einzelne Juden als seine Zeugen. Mit anderen Worten: Zu einem gewissen Grad würde Gott durch Daniel und seine drei Mitgefangenen das erreichen, was er durch Israel und Juda nicht erreichen konnte. In gewisser Hinsicht waren diese Männer ein Beispiel dafür, was Israel als Nation hätte sein und tun sollen.

Auch wenn ihre Geschichten zu einer Zeit und an einem Ort geschahen, beides lange vor der Endzeit, können wir noch immer Merkmale und Charaktereigenschaften bei diesen Männern finden, die uns als Vorbild dienen. Uns, einem Volk, das nicht nur in der Endzeit lebt, sondern das auch dazu aufgefordert ist, ein Zeuge für Gott in einer Welt zu sein, die so wie die damaligen Völker am babylonischen Hof Gott nicht kennt. Was lässt sich aus ihren Geschichten lernen?

*Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 14. April.

 

Treu im Geringsten

„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.“ (Lk 16,10)

Die Worte Jesu in diesem Text sind bemerkenswert. Es ist so einfach, Kompromisse zu schließen und „untreu im Geringsten“ zu sein. Das Problem ist nicht so sehr, dass „das Geringste“ an und für sich wichtig wäre; das ist es nicht. Deshalb heißt es auch das Geringste. Wir wissen aus persönlicher Erfahrung oder dem Beispiel anderer (oder beidem), dass das eigentliche Problem darin liegt, dass der erste Kompromiss zu einem weiteren und dann wieder zu einem anderen und noch zu einem anderen führt. Am Ende werden wir schließlich „im Großen ungerecht“.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf wenden wir uns der Geschichte in Daniel 1 zu. Es ist der erste Bericht über die Erfahrungen der vier Judäer während der babylonischen Gefangenschaft.

Lies Daniel 1: Inwiefern spiegelt die Haltung Daniels, Hananjas, Mischaëls und Azarjas wider, was Israels Rolle für die Nationen sein sollte? (Siehe auch 5 Mo 4,6–8; Sach 8,23.)

Obwohl der Text die Speise nicht unmittelbar damit verknüpft, dass sie „zehnmal klüger und verständiger als alle“ anderen waren (Dan 1,20), gibt es doch einen klaren Zusammenhang. Das Kapitel berichtet auch, dass Gott ihnen Wissen und Weisheit schenkte. Aufgrund ihrer Treue Gott gegenüber, indem sie sich weigerten, die unreinen Speisen der Babylonier zu essen, war es dem Herrn möglich, mit ihnen zu arbeiten. Sie gehorchten und Gott segnete ihren Gehorsam. Hätte Gott nicht etwas Ähnliches für das gesamte Israel getan, wenn es an den Lehren der Bibel genauso treu und beständig festgehalten hätte wie diese vier jungen Männer? Selbstverständlich. Und wird er nicht auch das Gleiche für uns heute tun, die wir in der letzten Zeit leben, wenn wir ihm treu sind?

Da wir so viel Licht und Wahrheit erhalten haben, müssen wir uns als Gemeinde fragen: Sind wir treu und gehorsam mit dem umgegangen, was wir erhalten haben? Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie kann jeder Einzelne von uns eine Haltung einnehmen, die uns dazu befähigt, kraftvolle Zeugen für Gott zu sein?

 

Daniels Demut

Auf der ganzen Welt und über Jahrtausende hinweg hat Daniel 2 unzähligen Menschen geholfen, an den Gott der Bibel zu glauben. Es bietet einen überzeugenden vernünftigen Beweis – nicht allein für die Existenz Gottes, sondern auch für sein Vorauswissen der Zukunft. Es ist gerade diese Offenbarung des Vorwissens Gottes aus diesem Kapitel, die den Beweis für die Existenz Gottes liefert.

Lies Daniel 2: Inwiefern bietet das Kapitel einen solch überzeugenden Beweis für die Wirklichkeit Gottes? Betrachte auch Europa, wie es in dem Buch beschrieben wird (Dan 2,40–43). Auf welche Weise hätte ein Mann, der vor mehr als 2600 Jahren lebte, so genau die Situation dort sonst beschreiben können, als durch göttliche Offenbarung?

Daniel gab offen und unumwunden allen Dank für das, was ihm offenbart worden war, an Gott weiter. Wie leicht hätte er mit seiner bereits anerkannten Weisheit und seinem Verständnis prahlen können. Er hätte sich auf seine Fähigkeiten, den Traum des Königs nicht nur zu kennen, sondern ihn auch noch zu deuten, berufen können. Die Gebete, die er und die anderen beteten (Dan 2,17–23), zeigten, wie vollkommen abhängig sie von Gott waren. Sie wären ohne Offenbarung von Gott mit den restlichen Weisen umgekommen.

Daniel erinnerte den König daran, dass keiner seiner am Hof angestellten Weisen, Zauberer und Magier in der Lage gewesen war, dem König seinen Traum zu erzählen. Aber der Gott im Himmel konnte im Gegensatz dazu Geheimnisse offenbaren, da er der einzig wahre Gott ist.

Trotz seiner Demut und Abhängigkeit von Gott war Daniel in der Lage, ein kraftvoller Zeuge für Gott zu sein. Wenn schon Daniel damals demütig war, wie viel mehr sollten wir heute Demut an den Tag legen? Denn wir haben eine Offenbarung über den Erlösungsplan erhalten, die Daniel nicht hatte, und wenn uns irgendetwas demütig werden lassen sollte, dann sollte es das Wissen darum sein, was Jesus am Kreuz tat.

Was sollte uns das Kreuz über Demut lehren? Was sagt es uns über unsere Sündhaftigkeit und über unsere vollkommene Abhängigkeit von Gott in Bezug auf Erlösung? Denke darüber nach, wo du ohne das Kreuz wärst. Womit könntest du dich rühmen – außer mit dem Kreuz? Siehe Galater 6,14.

 

Das Goldene Standbild

Bibelausleger haben schon lange die Verbindung zwischen Daniel 3 und Offenbarung 13 hervorgehoben. Also die Geschichte der drei Hebräer in der Ebene Dura und die Beschreibung der Verfolgung des Volkes Gottes in der Geschichte und Endzeit.

Vergleiche Daniel 3,1–6 mit Offenbarung 13,11–15. Welche Parallelen zwischen beiden Texten gibt es?

In beiden Fällen ist Anbetung das zentrale Thema, doch ist es jeweils eine erzwungene Anbetung. Die politischen Mächte, die jeweils regieren, verlangen die Anbetung, die allein Gott zusteht.

Lies Daniel 3,13–18: Wie können wir aus dieser Geschichte lernen, nicht nur zu verstehen, was wir in den letzten Tagen erleben werden, sondern auch, wie wir dem Zukünftigen begegnen sollen?

Als der damals mächtigste Mann der Welt verspottete Nebukadnezar die drei Freunde und deren Gott, indem er sagte: „Lasst sehen, wer der Gott ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte!“ (Dan 3,15) Er würde bald selbst herausfinden, wer dieser Gott war. Denn wenig später erklärte er: „Gelobt sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut und des Königs Gebot nicht gehalten haben, sondern ihren Leib preisgaben; denn sie wollten keinen andern Gott verehren und anbeten als allein ihren Gott!“ (Dan 3,28)

Keine Frage – nachdem er solch ein großes Wunder gesehen hatte, war der König davon überzeugt, dass der Gott, dem diese Männer dienten, ein besonderer war.

Stell dir trotzdem einmal vor, was passiert wäre, wenn die jungen Männer nicht aus den Flammen errettet worden wären – eine Möglichkeit, mit der sie klar gerechnet hatten (Daniel 3,18). Warum hätten sie dann dennoch das Richtige getan, indem sie dem Gebot des Königs nicht gehorchten, auch wenn dies bedeutet hätte, dass sie dann lebendig verbrannt worden wären? Diese Geschichte ist ein kraftvolles Zeugnis für ihren Glauben und ihre Bereitschaft, für ihren Glauben einzustehen – ungeachtet der Konsequenzen.

Wenn in der Endzeit das Thema der Anbetung aufkommen wird, wie können wir dann sicher sein, dass wir genauso treu dastehen wie sie? Wenn wir jetzt nicht im Geringsten treu sind, was lässt uns dann glauben, dass wir in so etwas Großem wie der letzten Krise treu sein werden?

 

Bekehrung der Völker

Daniel 3 schließt mit Nebukadnezars Anerkennung der Existenz und Macht des wahren Gottes. Aber Gott und seine Macht zu kennen ist nicht mit der Erfahrung einer persönlichen Wiedergeburt gleichzusetzen, von der Jesus sagte, dass sie entscheidend für die Erlösung ist (siehe Joh 3,7). Tatsächlich war der Mann, der in Daniel 4,30 beschrieben wird, alles andere als bekehrt.

Lies Daniel 4,30: Was war das Problem Nebukadnezars? (Siehe ebenso Joh 15,5; Apg 17,28; Dan 5,23.)

Gegen Ende des Kapitels hatte Nebukadnezar – wenn auch widerwillig – gelernt, dass alle wahre Macht von Gott kommt und dass er ohne Gott nichts ist.

„Aus dem einst stolzen Monarchen war ein demütiges Kind Gottes geworden; der tyrannische, anmaßende Herrscher zu einem weisen und barmherzigen König. Er, der den Gott des Himmels herausgefordert und gelästert hatte, erkannte nun die Macht des Allerhöchsten an und versuchte ernsthaft die Ehrfurcht vor Jahwe und das Glück seiner Untertanen zu fördern. Durch die Zurechtweisung des Königs aller Könige und Herrn aller Herren hatte Nebukadnezar schließlich die Lektion gelernt, die alle Herrscher lernen sollten: dass wahre Größe in wahrer Güte besteht. Er erkannte Jahwe als den lebendigen Gott mit den Worten an: ‚Jetzt preise, erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels. Alles, was er tut, ist Wahrheit, und seine Wege sind gerecht. Diejenigen, die stolz oder hochmütig sind, kann er erniedrigen.‘ (Dan 4,34 NLB)“ (MUO 351)

Lies Daniel 4,32: Welche Wahrheiten über Gott brachte Nebukadnezar hier ebenfalls zum Ausdruck?

Daniel 4 endet mit einem Heiden, der die Autorität, Herrschaft und Macht des „hebräischen“ Gottes anerkennt. Diese Szene ist gewissermaßen ein Vorläufer dessen, was in der Urgemeinde passierte, als durch das Zeugnis der Juden und durch die Kraft Gottes die Völker die Wahrheit über den Herrn erfuhren und diese Wahrheit der Welt bekannt machten.

Lies Johannes 3,7. Auch wenn wir bei den Ereignissen der Endzeit an Todeserlasse, Anbetung und Verfolgung denken mögen: Was sagt Jesus hier darüber, was die Menschen mehr als alles andere auf die Endzeit vorbereiten wird?

 

Die Treue Daniels

Lies Daniel 6 und beantworte die folgenden Fragen:

  1. Was sagt Daniel 6,4–5 über Daniels Charakter? Welche Lehren enthalten diese Verse darüber, wie wir gesehen werden sollten?
  2. Welche Parallelen finden sich in diesem Kapitel zu den in der Offenbarung beschriebenen letzten Ereignissen? (Siehe Offb 13,4.8.11–17.)
  3. Versetze dich in Daniels Situation. Welches Argument hätte er verwenden können, um nicht beten zu müssen? Wie hätte er sich dafür rechtfertigen können, um nicht in die Löwengrube geworfen werden zu müssen?
  4. Warum, denkst du, betete Daniel so weiter, wie er es immer tat, obwohl er es nicht notwendigerweise hätte tun müssen?
  5. Was sagte König Darius (Dan 6,17), noch bevor Daniel in die Löwengrube geworfen wurde? Was wusste er über die Macht des Gottes Daniels? Was lässt sich daraus über das Zeugnis von dem Gott, den Daniel anbetete, erkennen?

 

Weiterführendes Studium

„Während wir uns dem Ende der Weltgeschichte nähern, erfordern die von Daniel überlieferten Weissagungen unsere volle Aufmerksamkeit, da sie sich genau auf die Zeit beziehen, in der wir leben. Mit ihnen sollten die Lehren des letzten Buches des Neuen Testamentes verknüpft werden. Satan hat viele zu dem Glauben verleitet, dass die prophetischen Teile in den Schriften Daniels und der Offenbarung des Johannes unverständlich seien. Doch die Verheißung sagt deutlich, dass das Studium dieser Prophezeiungen von außergewöhnlichem Segen begleitet sein wird. ‚Die Einsichtigen werden es verstehen‘ (Dan 12,10 GNB), lautet die Aussage über die Gesichte Daniels, die in der Zeit des Endes entsiegelt werden sollen. Und bezüglich der Offenbarung, die Christus seinem Apostel Johannes gab, um Gottes Volk durch all die Jahrhunderte zu führen, gilt die Verheißung: ‚Gott segnet jeden, der diese prophetische Rede an die Gemeinde liest, und er segnet alle, die sie hören und befolgen.‘ (Offb 1,3 NLB)“ (MUO 368–369)

Auch wenn wir als Siebenten-Tags-Adventisten dazu tendieren, das Buch Daniel im Zusammenhang mit dem Aufstieg und Fall der Reiche, dem Gericht (Dan 7,22.26; 8,14) und der endgültigen Befreiung des Volkes Gottes aus der Zeit der Trübsal zu betrachten, so konnten wir doch diese Woche sehen, dass das Buch Daniel uns ebenso Beispiele dafür bietet, auf die Versuchungen und die Verfolgung persönlich vorbereitet zu sein, wann auch immer sie kommen mögen. Diese Berichte geben wesentliche und notwendige Botschaften für die Zeit des Endes. Egal wie hilfreich es sein mag, über das „Malzeichen des Tieres“ und die „Zeit der Trübsal“ oder die bevorstehende Verfolgung Bescheid zu wissen – wenn wir nicht diese notwendigen Erfahrungen mit Gott gemacht haben, dann wird uns dieses Wissen nur verdammen. Mehr als alles andere benötigen wir die Erfahrung der Wiedergeburt, die Daniel und die anderen, einschließlich Nebukadnezar, hatten.

Fragen für ein Gespräch

  1. Lest Daniels Gebet in Daniel 9,3–19. Wie lässt sich daraus erkennen, dass Daniel die Gnade und Liebe Gottes verstand und dass Gott uns aus seiner Güte heraus erlösen möchte und nicht etwa durch unser eigenes Verdienst oder unser „Gutsein“? Warum ist es so wichtig, diese Wahrheit zu verstehen und auch zu erfahren?
  2. Diskutiert in eurer Gruppe die Herausforderungen, die die drei Hebräer (Dan 3) und Daniel (Dan 6) bewältigten, als ihre religiösen Praktiken durch politische Mächte bedroht wurden und sie dennoch dafür einstanden. Welche Gemeinsamkeiten findet ihr in beiden Berichten? Welche Unterschiede? Wie können wir durch unsere Treue kraftvolle Zeugen für Gott sein?
  3. Was bedeutet es, „wiedergeboren“ zu sein? Warum sagte Jesus, wir müssten „von Neuem geboren werden“ (Joh 3,7)?

 

Mit Gott erlebt

Hawaiianische Hochzeit (Teil 2)

Von Benjie Leach

Der Brautvater führte seine nun lächelnde Tochter vor die Menge. Der Bräutigam spielte Gitarre und sang „The Hawaiian Wedding Song“ („Das hawaiianische Hochzeitslied“).

Der Herr gab mir einige Gedanken ein und ich erklärte das Paar zu Mann und Frau.

Hinterher sagte die Mutter des Bräutigams etwas zu mir, das mir immer noch Gänsehaut verursacht: „Ich glaube nicht, dass das ein Unfall war. Ich glaube, dass das passieren sollte. Schauen Sie sich Ihr Shirt an.“

Ich schaute an mir herab. Ich trug Jeans, Tennisschuhe und ein kobaltblaues Shirt. Über der Hemdtasche waren das Wort „Hawaii“ und ein farbenfroher Regenbogen gestickt. Ich hatte das Shirt während eines Urlaubs mit meiner Frau auf Hawaii vor einigen Jahren gekauft.

Als sie dann die Blumenkette um meinen Hals legten, war es so, als ob meine Beteiligung an der Hochzeit so geplant gewesen wäre.

Wir gaben den frisch Verheirateten ein Hochzeitsgeschenk: eine Kopie von Der bessere Weg. Das Paar hatte noch nie von Siebenten-Tags-Adventisten gehört.

Wenn die Geschichte hier enden würde, wäre ich schon glücklich. Aber sie tat es nicht.

Zwei Jahre später lebte ich in Texas und erhielt früh an einem Sabbatmorgeneinen Anruf von einem ehemaligen Buchevangelisten in Colorado.

„Erinnerst du dich noch an das Paar, das du im Rocky Mountain National Park verheiratet hast?“, fragte er.

Er sagte, dass das Paar Der bessere Weg gelesen und die Adventgemeinde um mehr Informationen gebeten hätte. „Daher schickten wir ihnen noch mehr Literatur zu. Dann wollten sie Bibelstunden haben und ich habe mit ihnen während der vergangenen sechs Monate die Bibel studiert. Es wird dich glücklich machen, zu erfahren, dass sie heute in die Greeley Seventh-day Adventist Church hineingetauft werden.“

Zwei weitere Jahre vergingen. Die Campion Academy lud mich ein, für eine Gebetswoche zu ihnen zurückzukommen. Als ich aufstand, um die Predigt am Sabbat zu halten, sah ich, wie der Buchevangelist zusammen mit dem Ehepaar und ihrem Kleinkind hereinkam.

Nach dem Gottesdienst erzählten sie mir den Rest der Geschichte.

Nach ihrer Taufe hatte das Paar seine Freunde zu evangelistischen Veranstaltungen in die Gemeinde in Greeley eingeladen und drei von ihnen wurden getauft. Außerdem wurde die Mutter des Bräutigams getauft und arbeitete in einem adventistischen Krankenhaus auf Hawaii.

Ich wollte an jenem Tag nicht anhalten, um nicht mit Leuten in weißen Roben in Streit zu geraten. Aber der Herr konnte ein paar Schüler der Academy und einen Typen mit einem Hawaii-Shirt als Zeugen für ihn gebrauchen.

 

Lehrerteil

Leittext: Daniel 1,20

Lehrziele

Erkennen: Die eigene Verantwortung als Zeuge für Gott in dieser Welt.

Empfinden: Liebe und Respekt gegenüber anderen hegen und ihnen ein Beispiel sein, ebenso zu handeln.

Handeln: Gott und sich selbst ohne Kompromisse treu bleiben.

Übersicht

Erkennen: Ihr sollt Zeugen bis ans Ende der Welt sein

Warum war Daniel ein Zeuge?

Auf welche Weise war Daniel ein Zeuge?

Wie reagierte der Oberste der Eunuchen auf Daniels Zeugnis?

Empfinden: Gott zu lieben bedeutet Menschen zu lieben

Was bedeutet die Aufforderung Jesu, die eigenen Eltern zu hassen? (Lk 14,26)

Wie kannst du deinen Eltern oder deinen Freunden, die nicht an Gott glauben, Liebe erweisen?

Warum ist der Zeuge der Wahrheit, der liebt und geliebt wird, wirksamer als der Zeuge, dem es nur um die Wahrheit geht?

Handeln: Mensch und zugleich heilig sein

Wie lässt sich die Balance halten zwischen der Pflicht, Gottes Geboten gegenüber treu zu sein, und der Beziehung zu Freunden und Familie, die meine Werte nicht teilen?

Warum ist es nicht möglich, Menschen wirklich zu lieben, ohne heilig zu sein?

Zusammenfassung

Das Beispiel Jesu, der Mensch wurde, ohne irgendwelche Kompromisse einzugehen, ist ein inspirierendes Vorbild für Christen und besonders Siebenten-Tags-Adventisten, die heute in der Welt leben.

Studientext: Daniel 1,15.17

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

Gott möchte, dass sein Volk die Wahrheit des Reiches Gottes mit der Welt teilt. Die Frage, die uns bei der Erfüllung dieses Auftrags häufig begegnet, ist die der Methodik, die wir bei der Vermittlung der Wahrheit verwenden sollen. Im Buch Daniel lernen wir, dass die Wahrheit mit der Art und Weise in Verbindung steht, wie sie weitergegeben wird. Die literarische Form eines weitergegebenen Buches drückt oft die tiefste und reichhaltigste Botschaft aus. Daniel verkörperte dieses Prinzip selbst. Seine persönliche Beziehung zu den Menschen um ihn herum – die Art und Weise, wie er sich ihnen annäherte, wie er aß und trank und sogar wie er sich vorstellte – war nicht getrennt von der geistlichen Botschaft, für die er stand.

Hinweis für den Gesprächsleiter

Die Lektion dieser Woche zeigt, wie wir in einer Welt, die weit von Gott entfernt ist und ihm sogar feindlich gesinnt ist, Zeugnis geben können. Wie Daniel befinden wir uns im Exil und bezeugen ein unsichtbares und unpopuläres Königreich. Wir können vom Vorbild Daniels und seinen drei Freunden lernen, die während ihres Dienstes am Königshof treu zu Gott standen. Wir können von den Herausforderungen lernen, denen sie in ihrem säkularen Kontext ausgesetzt waren, und von der Art und Weise, wie sie Gott bezeugten. Wir können auch von ihrem geistlichen Leben lernen und der Art, ihre Hoffnung in ihr tägliches Leben einfließen zu lassen.

Gespräch zum Einstieg

Das Buch Daniel ist besonders wichtig für Siebenten-Tags-Adventisten. Es enthält zugleich auch einige Wahrheiten, die uns von den meisten Menschen, einschließlich anderer Christen, unterscheiden und die uns in gewisser Weise einzigartig in unserer Gesellschaft machen. Leider hat das Buch auch eine Anziehungskraft auf Extremisten des religiösen Randes. Es ist paradox, dass das Buch Daniel eines der universellsten Bücher der Bibel ist. Es enthält die einzige Hoffnung, die die Menschen besonders in unseren Tagen brauchen.

Gesprächsfragen

Warum wird das Buch Daniel so oft ignoriert?

Was ist die Botschaft der Hoffnung des Buches Daniel?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Als Siebenten-Tags-Adventisten gehen wir in der Regel davon aus, dass wir das Buch Daniel gut kennen. Um nicht in alte Klischees zu verfallen, schlage den Teilnehmern vor, sich dem Buch Daniel so zu nähern, als wäre es das allererste Mal. Durch dieses neue Lesen des Buches können sie neue Einsichten gewinnen und neue Aspekte der Prophetie finden. Solche Entdeckungen und wertvollen Einsichten sind denen verheißen, die das Buch in den letzten Tagen lesen – bis dahin, in die Zeit des Endes, ist es versiegelt (Dan 12,9).

  1. Vom Feind geliebt werden Denkt in der Gruppe über Daniel 1,9 nach.

Als Daniel sich entschied, Gott treu zu bleiben, geschah ein Wunder: „Und Gott gab Daniel, dass ihm der oberste Kämmerer günstig und gnädig gesinnt wurde.“ (Dan 1,9) Es ist bemerkenswert, dass Gott Liebe und Respekt ins Herz des Feindes pflanzte, unmittelbar nachdem Daniel sich entschieden hatte, keine Kompromisse in seinem Glauben einzugehen.

Daniel 1,9 vermittelt zwei Lehren.

Erstens: Gott wirkte kein Wunder, bevor Daniel und die drei Hebräer ihr Leben riskier-ten. Daher fand Daniel keine perfekt abgestimmten Mahlzeiten auf seinem Tisch vor der Prüfung seiner Loyalität Gott gegenüber vor. Auch wenn Gott uns unseren Weg mit ihm erleichtert und er uns „auf rechter Straße“ führt (Ps 23,3), so sieht die Realität in vielen Fällen anders aus: Das Leben konfrontiert uns mit Situationen, die unseren Prinzipien entgegenstehen.

Zweitens: Gott treu zu sein bedeutet nicht, unsere Mitmenschen unfreundlich zu behandeln. Obwohl Daniel sich dafür entschied, anders zu sein und die Einladung des Königs abzulehnen, verhielt er sich dem obersten Eunuchen gegenüber weiter respektvoll und wandte sich demütig an ihn (Dan 1,8.12). Es ist zudem bemerkenswert, dass sich der Vers nicht auf Daniels Liebe und Respekt seinem Meister gegenüber bezieht. Es reicht nicht, unsere Feinde zu lieben; wir sollten ebenso Liebe in ihren Herzen hervorrufen – das ist der Beweis dafür, dass unsere Liebe echt ist. Zum Nachdenken

Warum bringen die positiven Gefühle unserer Mitmenschen uns gegenüber den fruchtbarsten Boden für unser Zeugnis ihnen gegenüber hervor?

  1. Der stille Zeuge Denkt in der Gruppe über Daniel 3,26–28 und 2,11.21 nach.

Das beredtste Zeugnis des eigenen Glaubens an Gott ist das Leben, das man führt. Das einzige Zeugnis der drei Hebräer war ihr Überleben des Feuerofens. Beachte, dass sie nicht die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sie sprachen noch nicht einmal ein Wort. Der Text sagt uns nur: „Da traten Schadrach, Meschach und Abed-Nego heraus aus dem Feuer.“ (Dan 3,26) Der Fokus lag auf Gott. Diese Lektion ist zunächst eine, die Nebukadnezar aus diesem dramatischen Wunder lernte: „Gelobt sei der Gott, der … seine Knechte errettet hat.“ (Dan 3,28) Und gerade dann liegt die Betonung auf „ihm“. Dieser Fall illustriert die Natur des Zeugnisgebens, die im Buch Daniel dargestellt wird. Es geht nicht um uns selbst, sondern um Gott. Die drei Hebräer prahlten nicht über ihr eigenes Können („Sieh, was Gott für mich getan hat!“). Gott allein erhielt die Ehre (vgl. 1 Kor 1,31).

Zum Nachdenken

Warst du schon einmal frustriert, weil jemand unrechtmäßig die Anerkennung für eine Arbeit erhielt, die du getan hattest? Oder weil jemand für eine Arbeit, die weniger wichtig als deine war, gelobt wurde, aber deine ignoriert wurde? Wie hast du dich gefühlt? Denke darüber nach und diskutiere dieses Thema mit den Teilnehmern unter Berücksichtigung von Prediger 9,11.

III. Eine Frage der Anbetung Denkt in der Gruppe über Daniel 3,7 und 8,11 nach.

Da Daniel im Exil (weit von Jerusalem entfernt) lebte und an einem heidnischen Hof diente, ist die Thematik der Anbetung zentral im Buch Daniel verankert. Dieses Thema wird bereits im ersten Treuetest behandelt, bei dem es um Essen und Trinken ging. Es ist höchst bedeutsam, dass Daniel bei der Frage der Speise auf einen Wortlaut anspielte, der im biblischen Schöpfungsbericht zu finden ist (vgl. Dan 1,12 mit 1 Mo 1,29).

Der zweite Glaubenstest findet statt, als die drei Hebräer die goldene Statue anbeten sollten, die der König errichten ließ. Die goldene Statue, die Nebukadnezar aufstellte, weist auf die Statue aus seinem Traum zurück, der mit dem göttlichen Versprechen endete, dass Gott „ein Reich aufrichten [wird], das nimmermehr zerstört wird“ (Dan 2,44). Gemäß Nebukadnezars Vorstellung hatte das babylonische Königreich das Königreich Gottes ersetzt. Diese Ideologie erinnert uns an die Torheit der Erbauer des Turms von Babel, die Gottes Platz einnehmen wollten (1 Mo 11,4). Das „kleine Horn“ und das „Königreich des Nordens“ lassen die gleiche Haltung erkennen (Dan 8,11; 11,31). Als Gegenstück zu dieser falschen Anbetung schildert das Buch Daniel insgesamt sieben Gebete (von Daniel, den drei Hebräern und König Nebukadnezar). Das Buch endet mit einem Segen (Dan 12,12) – ein Aspekt, der ebenfalls auf viele biblische Gebete zutrifft.

Zum Nachdenken

Liste die Eigenschaften falscher und wahrer Anbetung in Daniel 3 auf. Welche Rolle spielt Musik in der falschen Anbetung? Auf welche Art und Weise ist das Gebet mit dem Studium des Wortes Gottes verbunden (Dan 9,2–3)?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Es ist besorgniserregend, wie unser aufgeklärtes Zeitalter des Skeptizismus mit allerlei naivem Aberglaube und seltsamen Glaubensrichtungen in Verbindung steht. Auf der an-deren Seite hat der Anstieg des religiösen Fanatismus Gewalt hervorgerufen, Illusionen erdichtet und falsche Sicherheiten und Hoffnungen genährt. Nachdem die Menschen den wahren Gott des Himmels zurückwiesen, suchen sie in sich selbst nach einer Lösung für ihren tragischen Zustand.

Fragen zur Anwendung

Bringt die Prinzipien, die wir bis jetzt aus dem Buch Daniel über die Gegenwart gelernt haben, zur Anwendung und diskutiert die folgenden Fragen:

Warum ist das Buch Daniel relevant für unsere Zeit? Warum sind Essen und Trinken ein wichtiges Thema?

Was ist die prophetische Bedeutung des kleinen Horns und seines Anspruchs auf Anbetung? Wie lässt sich diese schwierige, undiplomatische Wahrheit aus dem Buch Daniel vermitteln, ohne Menschen vor den Kopf zu stoßen?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Es gibt einerseits viele Gemeinsamkeiten und andererseits auch Unterschiede zwischen der Zeit des Propheten Daniel und unserer. Zur Zeit Daniels waren die Menschen grundsätzlich religiös; und doch waren sie Heiden. Heute sind die Menschen keine Heiden, aber sie sind auch nicht religiös. Wie können wir mit diesem Unterschied umgehen? Warum sind viele Menschen den Kirchen und dem christlichen Glauben gegenüber misstrauisch? Welche Lehren können wir aus dem Buch Daniel ziehen, die uns dabei helfen, mit diesen heftigen Tendenzen umzugehen?

Aktionen

Teile deinen Gesprächskreis in sieben kleine Gruppen auf und lass jede Gruppe ein Gebet behandeln. (Wenn die Zahl der Teilnehmer kleiner ist, gib jeder Untergruppe mehrere Gebete.) Bitte jede Gruppe aufzuschreiben, was sie am meisten in diesem Gebet beeindruckt hat. Lade die Teilnehmer ein, darüber zu berichten und die Ergebnisse zu vergleichen.

Warum ist es oft so schwer, die mächtigen, wohlhabenden oder gut gebildeten Menschen zu erreichen? (Konzentriere dich mehr auf das Thema unserer Verkündigungsmethode als darauf, ihnen die Schuld in die Schuhe zu schieben, um unsere Unfähigkeit zu rechtfertigen.) Warum konnte Daniel die Mächtigen und Gebildeten so gut erreichen? Und was kannst du von seinem Vorgehen übernehmen?

 

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