Matthäus 24 und 25

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Bibelgespräch 19.05.2018 <a href=

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Matthäus 24 und 25

Lies für das Studium dieser Woche

 

Matthäus 24,1-25; Offenbarung 13,11-17; Matthäus 7,24-27; Lukas 21,20; Matthäus 25,1-30

 

Merktext

 

Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, sodass sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. (Mt 24,24)

In Matthäus 24 und 25 offenbart Jesus wichtige Lehren über die Endzeitereignisse und darüber, wie man darauf vorbereitet sein kann. Diese Kapitel sind gewissermaßen Christi Endzeitlehre. Gleichzeitig blickte er aber auch auf die nähere Zukunft seiner Zeit und sah die drohende Zerstörung Jerusalems, jener Tragödie, die katastrophale Folgen für das Volk Israel hatte.

 

Aber in Jesu Reden an seine Nachfolger schwingt auch eine Botschaft für seine Jünger in den Folgegenerationen mit. Dies schließt auch besonders die letzte mit ein, derjenigen, die seine Wiederkunft miterleben werden. Jesus malt hier keineswegs ein schönes Bild: Kriege, Kriegsgeschrei, Plagen, falsche Christusse und Verfolgung – das wird das Schicksal der Welt und seiner Gemeinde sein. Es ist erstaunlich, dass wir, wenn wir auf die Zeit zurückblicken, sehen können, wie Jesu Vorhersagen zutrafen. Deshalb können wir ihm auch bezüglich jener Vorhersagen vertrauen, die sich bis jetzt zu unseren Lebzeiten noch nicht erfüllt haben.

Doch Jesus wollte nicht nur vor dem warnen, was kommen wird. In Matthäus 25 erzählte er Gleichnisse, die sein Volk auf die Wiederkunft des „Menschensohns“ vorbereiten, wenn sie beachtet werden. Wenn auch schwere Zeiten kommen werden, Gott wird sein Volk darauf vorbereiten, ihm zu begegnen, wenn er wiederkommt.

  • Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 19. Mai.

 

 

Eine kraftvolle Bestätigung der Prophetie

 

In den Tagen unmittelbar vor der Kreuzigung sprachen die Jünger mit Jesus auf dem Ölberg. Man mag sich vorstellen, wie Jesus ihnen sagte, dass der Tempel zerstört werden würde. Wir wissen nicht, was in ihren Köpfen vor sich ging, aber die Fragen, die sie hinterher stellten, machen deutlich, dass sie die Zerstörung des Tempels mit dem „Ende der Welt“ verbanden (Mt 24,3).

 

Lies Matthäus 24,1–25: Welche Hauptbotschaft gab Jesus seinen Nachfolgern über die letzten Tage?

 

Matthäus 24,1–25 zeigt, dass Christus unter anderem über die Täuschungen besorgt ist, die Gottes Volk durch die Zeitalter bis in die Endzeit verwirren werden. Unter diesen Verführern würden falsche Propheten und falsche Christusse sein. Einige werden behaupten, für Christus zu sprechen (falsche Propheten), und andere werden für sich beanspruchen, Christus zu sein. Und das Schlimme daran ist, dass ihnen die Menschen auch glauben werden. Wir haben eine tragische, aber deutliche Bestätigung des Wortes Gottes gesehen. Durch die Geschichte hindurch und selbst in unseren Tagen sind Betrüger aufgetaucht, die sagten: „Ich bin der Christus.“ Was für eine bemerkenswerte Prophezeiung! In der Zeit, in der wir leben, können wir die vielen Jahrhunderte der Geschichte untersuchen und sehen, wie genau diese Vorhersage war – anders als die Hörer zur Zeit Christi. Wir sollten nicht überrascht sein, wenn sich Täuschungen dieser Art häufen, je näher wir der finalen Krise der Menschheitsgeschichte kommen.

 

Betrachten wir, wie Jesus in diesem Zusammenhang der Glaubensbestätigung den Zustand der Welt beschreibt. Zu verschiedenen Zeiten der Weltgeschichte seit der Zeit Jesu setzten Menschen ihre Hoffnung in Dinge, von denen sie glaubten, sie würden das Leid und den Kummer der Menschheit besiegen oder verringern. Sei es durch politische Bewegungen, Technologie, Wissenschaft oder Vernunft – immer wieder hatten Menschen die große Hoffnung, dass diese Dinge ein Paradies auf Erden schaffen würden. Diese Hoffnungen haben sich, wie es das Zeugnis der Geschichte schmerzlich zeigt, immer als unbegründet erwiesen. Die Welt ist heute in genau dem Zustand, den Jesus vorausgesagt hatte. Christi Worte, die vor fast 2000 Jahren gesprochen wurden, zeigen, wie fehlgeleitet diese Hoffnungen tatsächlich waren.

 

Lies Matthäus 24,25: Welche Ermutigung für unseren Glauben können wir diesen Worten entnehmen?

 

 

 

Aushalten bis zum Ende

 

Lies Matthäus 24,9 und Offenbarung 13,11–17: Welche Parallelen gibt es zwischen dem, was Jesus in Matthäus sagte, und dem, was Johannes in der Offenbarung, durch Jesus inspiriert, niederschrieb?

 

Christi Sorge um das Volk Gottes in der Endzeit schließt auch eine weltweite Täuschung ein, die Nationen dazu bringt, sich gegen den wahren Glauben zu stellen und der Welt eine falsche Anbetung aufzuerlegen. Diejenigen, die die Treue halten, werden Hass, Drangsal und sogar Tod erleiden.

 

Lies Matthäus 24,13: Was ist der Schlüssel, um errettet zu werden und um selbst bei einem weltweiten Widerstand treu zu sein?

 

„Nur wer seinen Geist mit den Wahrheiten der Bibel gestärkt hat, wird in der letzten großen Auseinandersetzung standhaft bleiben.“ (VSL 542) Das Zitat besagt, dass alle, die ihren Geist mit den biblischen Wahrheiten gerüstet haben, nicht durch eine der endzeitlichen Täuschungen hinweggefegt werden. Sie müssen in dem, was die Wahrheit für diese Zeit ist, gegründet sein; andernfalls werden die Verführungen sie überwältigen.

 

Lies Matthäus 7,24–27: Was ist sonst noch notwendig, um Gott treu zu bleiben?

 

So wichtig es auch ist, vom Verstand her im Wort Gottes gegründet zu sein, ist das laut Jesus jedoch nicht genug, um den Versuchungen, die uns begegnen werden, zu widerstehen. Wir müssen praktizieren, was wir erkannt haben; das bedeutet, wir müssen der Wahrheit, wie sie in Jesus ist, gehorchen. Im Gleichnis vom Hausbau hörten beide Hausbauer, was Jesus gesagt hatte. Der Unterschied zwischen ihnen – zwischen dem, der durchhielt, und dem, der es nicht tat – war der Gehorsam gegenüber der Lehre Jesu.

 

Warum steht der Gehorsame fest und warum fällt der Ungehorsame? Welchen Unterschied bewirkt das Festhalten im Glauben bei einer Person?

 

 

 

Der Gräuel der Verwüstung

 

In seiner großen Endzeitrede weist Christus auf den „Gräuel der Verwüstung“ hin (Mt 24,15), ein Bild aus dem Buch Daniel (Dan 9,27; 11,31; 12,11).

 

Gott erklärte etwas zu einem Gräuel, wenn es sich dabei um eine gravierende Verletzung seines Gesetzes handelte, wie beispielsweise Götzendienst (5 Mo 27,15) oder unmoralische, sexuelle Praktiken (3 Mo 18,22). Somit schloss dieser Gräuel der Verwüstung einen religiösen Abfall mit ein.

 

Lies Matthäus 24,15 und Lukas 21,20: Wie helfen diese Texte dabei, besser zu verstehen, worum es beim Gräuel der Verwüstung ging?

 

Diese beiden Texte machen deutlich, dass Jesu Vorhersage die unmittelbar bevorstehende Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. mit einschloss, bei der das heidnische Rom nicht nur die Stadt, sondern auch den heiligen Tempel zerstörte.

 

Dennoch gibt es eine zweite Erfüllung dieser Prophezeiung, in der das unmittelbare Ereignis der Zerstörung Jerusalems als Typus für die zukünftigen Endzeitereignisse steht. „Jerusalem war für Christus das Symbol einer Welt, die durch Unglaube und Aufruhr verstockt war und dem Vergeltungsgericht Gottes entgegeneilte.“ (VSL 24)

 

In Daniel 12,11 und Daniel 11,31 erscheint der Gräuel der Verwüstung in Verbindung mit der späteren Phase Roms, der päpstlichen Phase, in der ein anderes System des Mittlerdienstes und der Erlösung errichtet wird. Es möchte das, was Christus für uns getan hat und jetzt noch im himmlischen Heiligtum tut, an sich reißen.

 

Daniel 8, besonders die Verse 9–12, ordnen diese Ereignisse mit den beiden Phasen der römischen Macht in ihren historischen Kontext ein. Die erste Phase, die man in dem schnellen horizontalen Wachstum des kleinen Horns sieht (Dan 8,9), zeigt das große römische Reich. In der zweiten Phase (Dan 8,10–12) wächst das kleine Horn vertikal, wirft die „Sterne des Himmels“ herunter (ein Bild für die Verfolgung des Volkes Gottes) und erhebt sich selbst zum „Fürsten des Heeres“ (Dan 8,11), der eigentlich Jesus ist. Das stellt die päpstliche Phase dar, die aus dem Zusammenbruch des heidnischen römischen Reiches erwuchs, aber noch immer römisches Reich bleibt. (Das ist der Grund dafür, warum ein Symbol, das kleine Horn, beide Phasen der gleichen Macht darstellt.) Das Gericht in Daniel 7,9–10, die Reinigung des Heiligtums in Daniel 8,14 und die Zeichen am Himmel in Matthäus 24,29 zeigen alle Gottes Eingreifen für sein Volk in den letzten Tagen.

 

 

 

Die zehn Jungfrauen

 

Nach seiner Rede über die Zeichen seines Kommens in Matthäus 24 spricht Jesus in Matthäus 25 darüber, wie man darauf vorbereitet sein kann.

 

Lies das Gleichnis der zehn Jungfrauen aus Matthäus 25,1–13. Was sagt Jesus hier darüber, was uns helfen kann, uns auf seine Wiederkunft vorzubereiten?

 

Jesus beginnt seine Endzeitreden mit dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Dass sie als „Jungfrauen“ bezeichnet werden, deutet auf jene hin, die sich selbst als Christen bezeichnen. Sie stehen im Großen Kampf nicht auf der Seite Satans. Sie möchten zum Königreich des Himmels gezählt werden (Mt 25,1). Aber zur fortgeschrittenen Stunde schliefen sie alle (Mt 25,5). Christus mahnte bereits dazu, wachsam zu sein (Mt 24,42) oder wach zu bleiben, damit niemand unvorbereitet wäre, wenn er wiederkommt.

 

Alle zehn Jungfrauen hatten Lampen und alle gingen hinaus, um dem Bräutigam zu begegnen, denn sie freuten sich alle auf sein Kommen. Es gab eine Verspätung und alle, die mit seinem Kommen rechneten, schliefen ein. Plötzlich und mitten in der Nacht wurden sie alle geweckt: Der Bräutigam kam (Mt 25,1–6).

 

Die törichten Jungfrauen waren überrascht und unvorbereitet. Warum? Eine englische Übersetzung sagt: Die Lampen waren „erloschen“ (vgl. Mt 25,8 King James Version). Andere Übersetzungen, näher am griechischen Original, lauten: Die Lampen „verlöschen“ (Mt 25,8). Es gab demnach noch immer ein flackerndes Licht. Sie hatten immer noch ein wenig Öl, aber es war nicht genug, um auf das Treffen mit Christus vorbereitet zu sein. Was war dann das Problem?

 

Diese Jungfrauen stehen für Christen, die auf Christi Wiederkunft warten, aber nur eine oberflächliche Erfahrung mit ihm gemacht haben. Sie haben etwas Öl, ein wenig arbeitet auch der Heilige Geist in ihrem Leben, aber es ist nur ein Flackern. Sie sind mit dem Wenigen zufrieden, obwohl sie mehr bräuchten.

 

„Der Heilige Geist wirkt an unserem Herzen, wenn wir es ihm erlauben, und schenkt uns ein neues Wesen. Die Menschen, die durch die törichten Jungfrauen dargestellt werden, lassen ihn allerdings nur an die Oberfläche. Sie kennen Gott nicht wirklich, weil sie nie über sein Wesen nachgedacht und nie mit ihm in Verbindung gestanden haben. Deshalb wissen sie auch nicht, wie sie ihm vertrauen, zu ihm aufschauen und wie sie überhaupt leben sollen. Ihr Dienst für Gott ist reine Formsache.“ (BRG 335)

 

Wie können wir uns selbst hinterfragen und sicherstellen, dass wir nicht die gleichen Fehler machen, wie es die törichten Jungfrauen taten? Wenn wir uns selbst in dieser Lage sehen, was können wir ändern?

 

 

Setze deine Talente ein

 

Lies Matthäus 25,13–30: Welche Rolle spielt der Gebrauch unserer Gaben in unserer Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi?

 

Obwohl Jesus hier ein völlig anderes Gleichnis als das vorherige erzählt, handeln beide vom Bereitsein für die Wiederkunft Christi. Beide berichten von einer Gruppe, die bereit ist, und einer Gruppe, die es nicht ist. Und beide beschreiben das Schicksal derjenigen, die, indem sie ihr geistliches Leben vernachlässigten, das ewige Leben verloren.

 

So wie das Öl den Heiligen Geist für die zehn Jungfrauen darstellt, so repräsentieren die „Zentner“ oder die „Talente Silber“– was dem hier gebrauchten griechischen Wort (talanta) in der ursprünglichen Sprache entspricht – die Gaben. „Die Talente stellen besondere Geistesgaben dar – zusammen mit allen natürlichen Begabungen.“ (5ABC 510)

 

Alle Diener im Gleichnis hatten Gutes von ihrem Herrn erhalten. Beachten wir auch, dass das Vermögen des Meisters (Mt 25,15) „einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit“ (Mt 25,15 EB) anvertraut wurde. Die Gaben wurden als Treuhand ausgeteilt; im eigentlichen Sinn bedeutet das, dass diese Diener Haushalter dessen waren, was sie nicht besaßen, aber wofür sie verantwortlich waren. Aus diesem Grund „rechnet [er] mit ihnen ab“ (Mt 25,19 EB), als er zurückkommt.

 

Geistliche Gaben sind vom Heiligen Geist (siehe 1 Kor 12,1–11.28–31; Eph 4,11). Es gibt gute Nachrichten für alle, die meinen, sie hätten die geringste Gabe. Keine Gaben ohne Geber. Demnach empfangen sie mit ihrer Gabe die allergrößte Gabe – den Heiligen Geist.

 

Die Gaben gehören uns in Christus bereits, aber unser tatsächlicher Besitz hängt von unserem Empfang des Heiligen Geistes und unserer Übergabe an ihn ab. Hier beging auch der faule Knecht seinen Fehler. Ihm wurde eine Gabe gegeben und er tat nichts damit. Er beließ seine Gabe so, wie sie war. Er bemühte sich nicht, das zu nehmen, was ihm gnädiger Weise gegeben wurde, um etwas daraus zu machen. Daher nannte ihn Jesus „böse und faul“ (Mt 25,26 EB) – ein heftiges Urteil.

 

Jesus erzählte sein Gleichnis im Zusammenhang mit den letzten Tagen und seiner Wiederkunft. Inwiefern ist also der Einsatz der Talente entscheidend für die Vorbereitung auf die letzten Tage?

 

 

Weiterführendes Studium

 

Der Mann, der den einen Zentner erhalten hatte, „ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn“ (Mt 25,18).

 

Ausgerechnet er, der die kleinste Gabe erhalten hatte, ließ sie ungenutzt. Dies ist eine Warnung für alle, die meinen, vom Dienst für Christus befreit zu sein, weil ihnen nur wenig anvertraut wurde. Gäbe es etwas Großes für sie zu tun, wie gern wären sie nach eigenen Worten dazu bereit. Aber weil sie nur kleine Aufgaben übernehmen können, glauben sie, das Recht zu haben, gar nichts zu tun. Damit sind sie aber im Irrtum. Mit der Art, wie der Herr seine Gaben verteilt, prüft er unseren Charakter. Der Mann, der es unterließ, den ihm anvertrauten Zentner gewinnbringend anzulegen, erwies sich als unzuverlässig. Mit fünf Zentnern hätte er es höchstwahrscheinlich nicht anders gemacht. Sein Verhalten zeigte deutlich, dass er die Gaben des Himmels verachtete.

 

„‚Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.‘ (Lk 16,10) Die Bedeutung der kleinen Dinge wird oft verkannt, und doch bestimmen sie in entscheidender Weise die Ordnung unseres Alltags. Im Leben eines Christen gibt es keine Belanglosigkeiten. Wir gefährden unsere charakterliche Entwicklung, wenn wir die Bedeutung der kleinen Dinge unterschätzen.“ (BRG 291–292)

 

Fragen für ein Gespräch

 

Von welchen Ideologien und Idealen nahmen Menschen an, dass daraus ein Paradies auf Erden entstehen würde? Benennt sie. Warum scheiterten sie alle ohne Ausnahme?

 

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen der Stärkung des eigenen Glaubens und dem Gehorsam Gottes Weisungen gegenüber? Warum ist Glaube ohne die entsprechenden Werke „tot“ (Jak 2,26)? In Hinblick auf die Versuchungen, die diejenigen erwarten, die „Gottes Gebote halten“ (Offb 14,12): Warum ist es entscheidend, uns jetzt auf das vorzubereiten, was dann kommt, wenn wir es am wenigsten erwarten?

 

Denkt über das Gleichnis der zehn Jungfrauen nach. Inwiefern sollte diese Geschichte für uns eine Warnung sein, dass sich beide Gruppen oberflächlich betrachtet in vielerlei Hinsicht ähnelten und sich gleich verhielten? Wie können wir sicher sein, dass wir uns nicht wie die Törichten selbst betrügen?

 

Was bedeutet es, dass, wenn möglich, auch „die Auserwählten“ verführt werden? Was verstehen wir unter „den Auserwählten“? (Siehe Mt 24,31; Röm 8,33; Kol 3,12.) Was sagt das darüber, wie groß die Täuschung sein wird?

 

 

Mit Gott erlebt

 

Moment des Heiligen Geistes

Von Christopher Holland

 

Ich hörte auf, die katholische Kirche zu besuchen, als ich 16 Jahre alt war. Der Hauptgrund war, dass meine Eltern, die Eheberatungskurse in der Kirche gaben, durch eine Scheidung gingen. Der Priester, der oft bei uns zu Hause gegessen hatte, besuchte meine Eltern kein einziges Mal mehr, als sie getrennte Wege gingen.

 

Ich beschloss, dass das nichts für mich wäre, wenn das alles ist, worum sich Gott und seine Kirche drehen.

 

Vier Jahre gingen vorbei. Ich zog von Chicago ins nördliche Indiana, wo ich in der Spätschicht an einer Tankstelle arbeitete. Dort traf ich meine zukünftige Frau, Debbie, die die Straße hinauf in einem Pflegeheim arbeitete.

 

Debbie und ich redeten miteinander, wenn sie tankte. Sie verstand mein Interesse an geistlichen Themen. Meine Fragen belebten ihr eigenes Interesse an der adventistischen Erziehung, die sie genossen hatte, von Neuem.

 

Eines Abends besuchten wir die Pioneer Memorial Church in der Nähe der Andrews University. Wir hatten gehört, dass dort etwas Interessantes passierte, und kamen zur NET-95-Satellitenevangelisation mit Mark Finley.

 

Als die Veranstaltungen endeten, begann ich mit dem Bibelstudium. Ich wäre beinahe einer anderen protestantischen Kirche beigetreten, aber Debbie hinderte mich daran mit einer Bibelstunde über die geheime Entrückung.

 

Debbie fragte mich, ob ich wirklich daran glaubte, dass Christen heimlich in den Himmel weggebracht würden. Als ich mit den Schultern zuckte, gab sie mir eine starke Bibelstunde darüber, wie jedes Auge Jesus bei seinem zweiten Kommen sehen würde. Es war ein Moment des Heiligen Geistes.

 

Ich wurde im September 1995 getauft und Debbie wurde einen Monat später wiedergetauft. Im nächsten Frühling heirateten wir.

 

Ich fing an, ein richtiges Verlangen zu spüren, das Evangelium zu verkündigen. Aber wie?

 

Die Antwort kam, als die Andrews University mich anstellte, um das vegetarische Campus Restaurant Gazebo führen. Ein Vorteil des Jobs war ein freier Kurs pro Semester. Ich schrieb mich für eine Vorlesung in Theologie ein und war überzeugt davon, dass Gott mich zum Prediger berief.

 

Meine erste Evangelisationsreihe fand in Chicago statt, wo ich aufgewachsen war. Es war so, als ob der Herr mir die Möglichkeit zur Wiedergutmachung gegeben hätte. Mehrere Jahre später wurden Mark Finley, der Evangelist, dessen Veranstaltungen von NET 95 mich mit der Adventbotschaft bekannt gemacht hatten, und ich ein Team, um evangelistische Veranstaltungen in 34 Orten in Chicago und Umgebung durchzuführen. Mehr als 500 Menschen wurden getauft.

 

Heute bin ich der Leiter und Sprecher von lt ls Written Canada. Wenn du mir von meiner Zukunft erzählt hättest, als ich 17 Jahre alt war, dann hätte ich den Schaum von meinem Bier weggepustet und gelacht. Gott führt auf erstaunlichen Wegen.

 

 

Lehrerteil

 

Leittext: Matthäus 25,13

 

Lehrziele

 

Erkennen: Die Zeit, in der die Menschheit jetzt lebt, und die Zeichen des Endes im Lichte der Warnungen Jesu.

 

Empfinden: Die Dringlichkeit des Moments sowie einen neuen Anlass zur Hoffnung.

 

Handeln: Sich konkret auf die Wiederkunft des Herrn Jesus vorbereiten. Die jeweiligen Prioritäten verändern. Keinem falschen Messias glauben.

 

Übersicht

 

Erkennen: Die Zeichen des Endes

 

Wie sehr sollten wir informiert sein, um uns im prophetischen Zeitplan richtig einordnen zu können?

Was sind die Zeichen des Endes? Wie erkennen wir die falschen Lehren und die falschen Christusse am Ende?

Warum ist es nicht möglich, die genaue Zeit des Endes zu kennen?

 

Empfinden: Die Dringlichkeit des Moments

 

Warum sind Endzeitereignisse so beängstigend? Wie sollen wir mit diesen Gefühlen entsprechend umgehen?

Warum sollten wir keine Angst vor diesen Wirren haben?

Warum beflügeln die angekündigten Ereignisse unsere Sehnsucht nach dem Reich Gottes?

 

Handeln: Bereite den Weg des Herrn

 

Was sollst du in deinem persönlichen Leben tun, um dich auf sein Kommen vorzubereiten?

Was sollen wir tun, um andere Menschen auf sein Kommen vorzubereiten?

Was sollst du tun, um die Botschaft seines Kommens in die Welt zu tragen?

 

Zusammenfassung

 

Die letzten Worte Jesu vor seiner Kreuzigung sind ernste Gerichtswarnungen, die die Endzeit und das Schicksal der ganzen Welt betreffen.

 

Studientext: Matthäus 24,42–44

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Die Botschaft vom kommenden Menschensohn handelt nicht nur von spektakulären Ereignissen, die seinem Kommen vorausgehen; die Wiederkunft selbst hat unmittelbare Auswirkungen auf unser geistliches Leben. Jetzt ist die Zeit, um unsere Verbindung mit dem Herrn zu erneuern. Das zukünftige Ereignis des Kommens Christi verleiht unserem gegenwärtigen geistlichen Leben das Ziel. Je näher wir unserem Herrn durch unsere Gebete und unsere Anbetung kommen, desto mehr werden wir uns danach sehnen, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Diese Lektion konzentriert sich auf die Prophezeiungen und Lehren der Endzeitreden Jesu auf dem Ölberg. Jesu Warnung wendet sich an seine Jünger aus allen Generationen, aber besonders an seine Jünger der letzten Tage. Die Menschheitsgeschichte neigt sich ihrem Ende entgegen. Jesus warnt uns, dass diese Endzeit beunruhigend und erschütternd sein wird, und er drängt uns, uns darauf entsprechend vorzubereiten. Die Betonung sollte nicht darauf liegen, Menschen zu erschrecken, sondern sie dazu zu ermutigen, ihren Glauben und ihre Hoffnung zu stärken und die entsprechenden Prioritäten zu setzen. Wenn wir erkannt haben, dass die Zeit des Endes erreicht ist, ist Jesu Empfehlung, „trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ (Mt 6,33), relevanter denn je.

 

Gespräch zum Einstieg

 

Warum und wie könnten wir die Bedeutung unserer „adventistischen“ Identität und Mission erneuern, die genau die Zeit des Endes und das baldige Kommen Christi betrifft? Wenn wir unsere eigene Geschichte betrachten, mögen wir uns frustriert oder entmutigt fühlen, jedoch wenden wir uns dann anderen Schwerpunkten zu. Die Bewegung der Siebenten-Tags-Adventisten hat Enttäuschungen erlebt; und jetzt, nach so langer Zeit, in der wir die gleiche Botschaft verkünden, sind wir zu einer komplexen, gut organisierten Institution geworden. Manchmal scheint es so, als würden wir uns in dieser Welt bereits zufriedengeben.

 

Gesprächsfragen

 

Wie können wir das Bedürfnis nach einer klugen Vorgehensweise auf Erden mit der Leidenschaft für das himmlische Reich verbinden?

Wie können wir das Bedürfnis, sich in unserem Leben wohlzufühlen, mit dem Gefühl der Dringlichkeit, sich auf Jesu Kommen vorzubereiten, verbinden?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Die Art und Weise, wie Jesus die Endzeit und sein Kommen ankündigt, sollte uns inspirieren. Jesus beginnt seine Predigt nicht mit einer Beteuerung, einer theologischen Botschaft oder mit einer PowerPoint-Präsentation über einen wichtigen Lehrpunkt. Er beginnt mit einer direkten Frage, die die gegenwärtige Situation betrifft: „Seht ihr nicht das alles?“ (Mt 24,2) Dann schockiert er seine Jünger mit den beunruhigenden Nachrichten über den Tempel, die ihre gegenwärtige Realität betreffen. Und nur, als die Jünger ihre Frage stellen: „Sage uns, wann … und was“ (Mt 24,3), antwortet Jesus ihnen auf ihre gegenwärtige Situation, und von dort aus eröffnet er seine weitere Botschaft mit den Worten „Seht zu …“.

 

Beachte, dass das erste Argument Jesu ein Zitat aus der Bibel ist, jene bekannte Stelle aus dem Buch Daniel, die vom „Gräuel der Verwüstung“ (Mt 24,15) spricht. Jesus ermutigt seine Jünger: zu lesen und aufzumerken (vgl. Mt 24,15). Seine erste Botschaft ist eine Prophezeiung über die „große Bedrängnis“ (Mt 24,21). Auf der Grundlage dieser Endzeitprophezeiung lehrt er dann seine Gleichnisse über „das Himmelreich“ (Mt 24,22–25.30).

 

Die große Drangsal Denkt in der Gruppe über Matthäus 24,15–28 nach.

 

Das Heiligtum und später der Tempel waren von Anbeginn ein Sinnbild für den Kosmos. In seinem zweiten Buch beschrieb Mose, wie das Heiligtum gebaut wurde (2 Mo 25–40) parallel zur Schöpfungsgeschichte (1 Mo 1,2–4). Beide Geschichten enthalten sieben Etappen und enden mit der Formulierung „vollendete … seine Werke/das ganze Werk“ (1 Mo 2,2; 2 Mo 40,33).

 

In ähnlicher Weise entwickelt sich der Bau des salomonischen Tempels in sieben Etappen und schließt mit dem Satz: „So wurde das ganze Werk vollendet.“ (1 Kön 7,51) Diese Formulierung kommt nur in diesen drei Passagen vor. Die Parallele zwischen der Konstruktion des Heiligtums bzw. des Tempels und der Erschaffung der Welt zeigt deutlich, dass es für Mose eine Beziehung zwischen der Welt und dem Heiligtum gab (siehe auch Ps 78,69; 150,1.6). Als Jesus also vom Ende des Tempels sprach, verstanden die Jünger sofort, dass er sich auf das Ende der Welt bezog.

 

Der Ausdruck „Gräuel der Verwüstung“ ist eine sehr seltene Bezeichnung, die Daniel verwendete, um die Zerstörung Jerusalems vorherzusagen (Dan 9,27; Dan 12,11), die 70 v. Chr. stattfand. Und tatsächlich wandte Jesus diesen Ausdruck auf dieses Ereignis an. Aber Jesus gebrauchte ihn auch für die endgültige Zerstörung der Welt – für die der Tempel ein Symbol war. So sprach Jesus sowohl zu seinen Jüngern, die die Zerstörung Jerusalems erleben würden, als auch zu seinen Jüngern in der Endzeit, die diese Ereignisse miterleben werden – also zu uns.

 

Wie die Jünger Jesu und die Juden jener Zeit müssen wir zunächst erkennen, dass es ein Ende geben wird. Jesus benennt diese Tatsache einfach, ohne dafür eine Zeit anzugeben. Diese Botschaft ist daher allgemein für jede Generation von Christen relevant. Aber Jesus hatte speziell die Generation der Christen vor Augen, die diese Ereignisse tatsächlich durchleben würden. Diese Jünger sind die Einzigen, die diese letzten Ereignisse erkennen und „sehen“ können (Mt 24,15). Sie werden Jesus als ihren Messias „sehen“ und erkennen können, weil er sie zuvor vor falschen Messiassen (Mt 24,25) gewarnt hat.

 

Zum Nachdenken

 

Diskutiere die pädagogische Vorgehensweise Jesu. Wie könnten wir seine Vorgehensweise auf unsere evangelistischen Strategien anwenden? Was ist Jesu primärer Fokus? Was können wir über den Umgang Jesu mit der Schrift lernen? Wie beziehen sich die Schriften auf unser Leben und auf die Geschichte? Wie können wir vermeiden, in die Falle falscher Messiasse und falscher prophetischer Interpretationen zu tappen?

 

Das Himmelreich Denkt in der Gruppe über Matthäus 25,1–30 nach.

 

Obwohl Jesus mitteilte, dass er über das „Himmelreich“ sprechen werde (Mt 25,1), wollte er es nicht beschreiben. Das Himmelreich wird durch Vergleiche beschrieben; es wird „verglichen“. Dann konzentriert sich Jesus auf die Situation auf Erden in unserem täglichen Leben. Das erste Gleichnis, die „Jungfrauen“, gehört zum persönlichen Bereich. Das zweite Gleichnis über die „Talente“ gehört zum geschäftlichen Bereich. Wenn wir die beiden Gleichnisse vergleichen, können wir ähnliche, aber auch verschiedene Lehren finden, die uns bei der Vorbereitung auf das Himmelreich helfen sollen.

 

Eine gemeinsame Lehre: Das Öl symbolisiert wie die Talente die Gaben Gottes – den Heiligen Geist und die Schrift. Der Gedanke dahinter ist, dass wir nicht selbst Licht erzeugen können. Wir brauchen das Licht von außerhalb – von der göttlichen Quelle. Wir sollen lernen, diese wertvollen Geschenke ernst zu nehmen. Wir sollen darauf achten, das Öl zu bewahren. Die törichten Jungfrauen verachteten ihr altes Öl, ebenso wie der untreue Diener sein Talent vergrub.

 

Zur Lektion, die auf die Treue drängt und uns dazu ermutigt, uns um unser Erbe zu kümmern, fügt das Gleichnis der Talente den Aspekt der Kreativität. Wir sollten nicht nur das bewahren, was wir erhalten haben, wir sollten auch neue Wege finden, unsere Gaben zu vermehren. Dies gilt auch für das Suchen in den Schriften. Es reicht nicht, die gleichen alten Wahrheiten zu wiederholen; wir sollten den biblischen Text studieren, um neue Schätze zu entdecken. Diese Lehre gilt auch für unser Gemeindeleben. Es reicht nicht, unsere Mitglieder zu halten. Wir müssen ihnen helfen zu wachsen, und wir müssen neue Mitglieder gewinnen.

 

Gesprächsfragen

 

Warum hat Jesus das Himmelreich nicht genau beschrieben? Wie lassen sich die gemeinsamen Lehren der beiden Gleichnisse auf unsere Vorbereitung auf das Reich Gottes anwenden? Warum werden nicht alle Jungfrauen und alle Diener angenommen? Wie bringen wir die biblische Vorstellung eines liebenden und liebenswürdigen Gottes mit dem Bild des „harten“ Bräutigams oder Meisters in Einklang?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Einer der Gründe, warum Jesus in Gleichnissen über das himmlische Königreich lehrte, ist, dass er nicht nur wollte, dass seine Jünger die tiefen und reichen Wahrheiten verstehen und schätzen; er wollte auch, dass sie diese Wahrheiten in ihr tägliches Leben integrieren.

 

Frage zur Anwendung

 

Wie lassen sich das Gleichnis von den Jungfrauen und das Gleichnis von den Talenten auf unser tägliches Leben anwenden? Finde Beispiele aus deinem Beruf oder deinem persönlichen Leben, die die Lektionen dieser beiden Gleichnisse illustrieren.

 

Aktivität

 

Bitten deinen Gesprächskreis, die beiden Gleichnisse zu vergleichen und die Lektionen beider Gleichnisse nebeneinander aufzulisten. Wie ergänzen sich die verschiedenen Lektionen?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

So wie Jesus Gleichnisse benutzte, um einige der schwierigsten Wahrheiten zu lehren, sollten auch wir in der Lage sein, dasselbe zu tun. Beachte, dass einige der Gleichnisse im kulturellen Kontext der Menschen dieser Zeit stehen. Was können wir von Jesus über seine Vertrautheit mit der umgebenden Kultur und seine Fähigkeit, etwas Neues hervorzubringen, lernen?

 

Aktionen

 

Wie wahr sind diese beiden Gleichnisse im gewöhnlichen Leben? Finde konkrete Fälle aus deinem täglichen Leben, die die Wahrheiten dieser beiden Gleichnisse Jesu zeigen.

Fordere die Teilnehmer auf, Geschichten oder Gleichnisse aus ihrem kulturellen Kontext zu finden, die die geistlichen Lektionen veranschaulichen könnten.

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