Jesus und das Buch der Offenbarung

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel


Talkrunde zum 21. April
Das Schwächste ist das Stärkste

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“


Lies für das Studium dieser Woche:

  1. Korinther 10,1-11; Offenbarung 1,10-18; 11,19; 12,1-17; 19,11-15; Epheser 1,20

 

Merktext

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. (Offb 3,21)

Selbst bei einem oberflächlichen Lesen des Neuen Testaments wird man eine wichtige Wahrheit erkennen: Das Neue Testament ist eng mit dem Alten verknüpft. Immer wieder beziehen sich die Evangelien und die Briefe auf Ereignisse des Alten Testaments und zitieren direkt oder indirekt daraus. Wie oft sprach Jesus beispielsweise davon, dass die „Schriften“ erfüllt werden müssten (siehe Mt 26,54.56; Mk 14,49; Joh 13,18; 17,12), wenn er auf sich und seinen Dienst Bezug nahm?

 

Das Gleiche kann auch vom Buch der Offenbarung gesagt werden. Es ist ohne das Alte Testament – insbesondere das Buch Daniel – in der Tat nicht zu verstehen. Das ist ein Grund dafür, warum wir oft beide Bücher zusammen studieren.

 

Ein wesentlicher Aspekt dieser alttestamentlichen Bezüge in der Offenbarung ist, dass sie – wie auch das Buch insgesamt – Jesus offenbaren. In der Offenbarung dreht sich alles um Jesus – wer er ist, was er für sein Volk getan hat und was er für uns am Ende der Zeit tun wird. Daher ist es notwendig, dass sich jede Beschäftigung mit Endzeitereignissen auf Christus konzentriert – ihn allem voranstellt, wie es das Buch der Offenbarung tut. In der Studienanleitung dieser Woche geht es daher um Jesus im Buch der Offenbarung.

 

*Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 21. April.

 

 

Die Struktur der Offenbarung

Unter den vielen Parallelen zwischen den Büchern Daniel und Offenbarung gibt es zwei wesentliche Schwerpunkte: die geschichtlichen und die eschatologischen (auf die Endzeitereignisse bezogenen). Beide Aspekte sind in beiden Büchern eng miteinander verflochten. Wir können in den historischen Ereignissen Vorläufer oder Beispiele im Kleinen für die großen und globalen Geschehnisse in den letzten Tagen betrachten. Durch das Studium der alttestamentlichen Geschichte können wir Einsichten darüber gewinnen, was in unseren Tagen und darüber hinaus passieren wird. Dieses Prinzip ist jedoch nicht nur auf Daniel und die Offenbarung anwendbar.

 

Lies 1. Korinther 10,1–11: Wie sehen wir in diesen Versen das oben genannte Prinzip?

 

Wie in der zweiten Studienanleitung dieses Vierteljahres behandelt wurde, spiegeln einige der Begebenheiten aus dem Buch Daniel, die lokale geschichtliche Ereignisse schildern, die Endzeitereignisse wider, wie sie in der Offenbarung beschrieben werden. Indem wir diese Geschichten studieren, erhalten wir Einblicke und Einsichten in den größeren Zusammenhang der Dinge, die Gottes Volk am Ende passieren werden. Doch der vielleicht wichtigste Punkt ist der, dass wir, unabhängig von unserer unmittelbaren Situation hier, die endgültige Befreiung zugesichert bekommen haben. Was auch immer die Offenbarung sonst lehren mag, sie verspricht den Gläubigen den Sieg.

 

Obwohl es Ausnahmen der Regel gibt, kann man die Offenbarung in einen historischen Teil (Kap. 1–11) und einen endzeitlich-apokalyptischen Teil (Kap. 13–22) unterteilen.

 

Lies Offenbarung 12,1–17: Wozu zählt dieses Kapitel – zu den historischen oder zu den Endzeitereignissen? Und warum?

 

Wie wir sehen, gehört dieses Kapitel zu beiden Inhalten. Warum? Es spricht über historische Konflikte – den Sturz Satans aus dem Himmel (Offb 12,7–9), Satans Angriff auf Jesus als Säugling (Offb 12,4) und die Verfolgung der Gemeinde in der nachfolgenden Kirchengeschichte (Offb 12,14–16). Es beschreibt aber auch den Angriff des Teufels auf die Übrigen der Endzeit (Offb 12,17).

 

Es sagte einmal jemand: Das Einzige, was wir aus der Geschichte lernen, ist, dass wir nichts aus der Geschichte lernen. Es bedeutet, dass die Menschen dieselben Fehler machen – unabhängig davon, wann sie leben. Wie können wir heute, mit so viel Geschichte hinter uns, vermeiden, die gleichen Fehler zu machen?

 

 

Bilder von Jesus

 

Lies die folgenden Texte, die unterschiedliche Bezeichnungen für Jesus nennen und beschreiben, was er getan hat, gerade tut oder tun wird. Was lehren uns diese Texte über Jesus?

 

Offenbarung 1,5:

 

Offenbarung 1,18:

 

Offenbarung 5,8:

 

Offenbarung 19,11–15:

 

Offenbarung 21,6:

 

Das ist nur eine kleine Auswahl aus den vielen Texten der Offenbarung, die Jesus in seinen verschiedenen Rollen und Funktionen beschreiben. Er ist das Lamm, das sich selbst als Opfer für unsere Sünden hingab – ein Hinweis auf sein erstes Kommen. „Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch unser Passalamm ist geopfert, das ist Christus.“ (1 Kor 5,7) Er war auch der Eine, der von sich sagte: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offb 1,18) – ein klarer Bezug auf seinen Tod und seine Auferstehung von den Toten. „So steht’s geschrieben, dass der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage.“ (Lk 24,46) Und in Offenbarung 19,11–15 wird seine Rolle beim zweiten Kommen beschrieben, wenn er in Macht und Herrlichkeit zum Gericht auf die Erde zurückkehren wird. „Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun.“ (Mt 16,27)

 

Wie können wir lernen, Jesu Leben, Tod, Auferstehung und Wiederkunft täglich zum Mittelpunkt unserer eigenen Existenz und zur Grundlage der moralischen Entscheidungen, die wir treffen, zu machen?

 

 

Das Leitmotiv des Heiligtums in der Offenbarung

 

Neben den beiden Hauptteilen enthält das Buch der Offenbarung ebenso ein weiteres Leitmotiv, das sich auf das hebräische Heiligtum bezieht. Das Heiligtumsmotiv beschränkt sich nicht auf einen der beiden Teile, sondern zieht sich durch beide hindurch.

 

Der Zugang zum irdischen Heiligtum befand sich im Vorhof, am Brandopferaltar, wo die Tiere geschlachtet wurden. Nach dem Tod des Tieres, ein Symbol für den Kreuzestod Jesu, ging der Priester in die erste Abteilung des Heiligtums hinein – ein Sinnbild für das, was Jesus im himmlischen Heiligtum nach seiner Auferstehung tat. Dies wird dargestellt mit dem Bild von Jesus, der unter den Leuchtern umherwandelt (Offb 1,13).

 

Lies Offenbarung 4,1–2: Was stellt die offene Tür dar? Wo findet diese Szene statt? (Siehe auch Apg 2,33; 5,31; Eph 1,20; Hbr 10,12–13; Ps 110,1; Offb 12,5.)

 

Gleich nach seiner Himmelfahrt wurde Christus im Heiligen des himmlischen Tempels eingeweiht. Er ging durch diese erste offene Tür. Bei der ersten Erwähnung im Buch der Offenbarung erscheint Christus inmitten der Leuchter der ersten Abteilung des himmlischen Heiligtums (siehe Offb 1,10–18).

 

Lies Offenbarung 11,19: Was bedeutet es, dass Johannes die Bundeslade sehen konnte, als der himmlische Tempel sich öffnete, die sich doch in der zweiten Abteilung des irdischen Heiligtums befand? (Siehe 3 Mo 16,12–14.)

 

Das Bild der Bundeslade im himmlischen Heiligtum ist ein eindeutiger Bezug auf das Allerheiligste oder auf die zweite Abteilung im himmlischen Heiligtum. Im Buch der Offenbarung können wir nicht nur Jesu Dienst in den beiden Abteilungen des himmlischen Heiligtums sehen, sondern auch die ermutigende Tatsache, dass die himmlischen und irdischen Ereignisse eng miteinander verbunden sind. Selbst inmitten der Versuchungen der Geschichte und der letzten Tage, wie sie im Buch der Offenbarung beschrieben werden, haben wir die Verheißung, dass „der ganze Himmel an der Arbeit beteiligt ist, ein Volk zu bereiten, das am Tag der Vorbereitung des Herrn bereitsteht. Die Verbindung des Himmels mit der Erde scheint sehr eng zu sein.“ (Ellen White, My Life Today, S. 307)

 

 

Christus in der Offenbarung, Teil 1

 

Alles in der Offenbarung, von der Struktur bis hin zum Inhalt, folgt einem Ziel: Jesus Christus zu zeigen.

 

Aus diesem Grund beginnt das Buch mit den Worten: „die Offenbarung Jesu Christi“ (griech. Apocalypsis Iesou Christou). Das kann man sowohl als „die Offenbarung von Jesus Christus“ als auch als „die Offenbarung über Jesus Christus“ verstehen (Offb 1,1). Die Tatsache, dass es sich dabei um eine „Offenbarung“ handelt, widerspricht denjenigen, die glauben, dass die Offenbarung zu schwer zu verstehen sei. Warum hätte Gott ein Buch zum Bestandteil der Bibel gemacht, wenn er nicht wollte, dass es von den Lesern verstanden werden sollte?

 

Lies Offenbarung 1,1–8: Was lehren uns diese Verse über Jesus?

 

In der Offenbarung wird uns Christus als „Herr über alle Herrscher der Erde“ (Offb 1,5 NLB) vorgestellt und gegen Ende des Buches wird er als „König aller Könige“ (Offb 19,16) beschrieben. Die wichtigste Botschaft ist hier, dass wir inmitten all des Chaos und der Verwirrung auf der Erde trotzdem die Verheißung haben, dass unser liebender Herr und Retter die letztliche Kontrolle hat.

 

Offenbarung 1,5 gibt einen klaren Bezug auf Christus als Erlöser. Die Formulierung „Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut“ (SLT) weist auf seinen Sühnetod am Kreuz hin. Er rechtfertigte uns aber nicht nur, sondern heiligte uns ebenso (1 Kor 6,11). In solchen Texten finden wir die Verheißung der Erlösung, weil sie uns zeigen, dass Jesus der Eine ist, der unsere Sünden wegwischt. Wir können das gewiss selbst nicht tun.

 

Lies Offenbarung 1,7: Was lehrt uns dieser Text über Jesus?

 

Zentral für den gesamten christlichen Glauben ist das Versprechen der Wiederkunft Christi „in den Wolken“. Jesus wird wiederkommen, und zwar buchstäblich, und die ganze Welt wird Zeuge sein. Es wird ein Ereignis sein, welches das Leid, das Chaos und Verderben dieser Welt ein für alle Mal beenden und alle Verheißungen der Ewigkeit verwirklichen wird.

 

Was lehrt uns Offenbarung 1,8 über Jesus? Welche Hoffnung schöpfen wir aus diesen Versen, die uns Trost inmitten aktueller Prüfungen schenken können?

 

 

Jesus in der Offenbarung, Teil 2

 

Lies Offenbarung 1,10–18: Was sagt Jesus hier über sich selbst?

 

Jesus erscheint in diesen Versen in der ersten Abteilung des himmlischen Heiligtums. Seine Erscheinung ist so gewaltig, dass Johannes in Furcht zu seinen Füßen niederfällt. Jesus, stets auf Trost bedacht, sagt ihm, dass er keine Angst haben brauche, denn er selbst ist das Alpha und Omega, der Erste und Letzte. Jesus deutet hier auf seine ewige Existenz und Göttlichkeit hin. Danach spricht er über seinen Tod und seine Auferstehung und über die Hoffnung, für die seine Auferstehung steht. Jesus hat die Schlüssel zum „Tod und Hades“. Was Jesus hier Johannes sagte, sprach er auch zu Martha beim Tod ihres Bruders – Worte, die Johannes selbst festhielt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Er wird ewig leben, weil er an mich geglaubt hat, und niemals sterben. Glaubst du das, Marta?“ (Joh 11,25–26)

 

Jesus wies Martha und schließlich Johannes auf die Hoffnung der Auferstehung, die Krönung und den Höhepunkt des christlichen Glaubens hin. Seine Worte gelten auch uns heute. Welche Hoffnung gäbe es ohne diese Hoffnung überhaupt?

 

Lies Offenbarung 22,7.12–13: Was offenbaren uns diese Verse zusätzlich über Jesus?

 

„Christus Jesus ist das Alpha und Omega, die Genesis des Alten Testamentes und die Offenbarung des Neuen. Beide treffen in Christus zusammen. Adam und Gott sind durch den Gehorsam des zweiten Adams, der das Werk der Überwindung der Versuchungen Satans vollendet hat und Adams schändliches Versagen und Fall aufgehoben hat, miteinander versöhnt.“ (Kommentar von Ellen White in 6ABC 1092–1093) Ja, Jesus ist der Anfang und das Ende. Er schuf uns am Anfang und er wird uns am Ende neu schaffen.

 

Das ganze Buch der Offenbarung lehrt uns nicht nur die Geschichte und die Endzeitereignisse, sondern ist in erster Linie noch immer die Apocalypsis Iesou Christou, die Offenbarung Jesu Christi. Nochmals – was auch immer wir sonst über die letzten Ereignisse studieren werden, Christus muss das Zentrum von allem sein.

 

Wie können wir Jesus als Zentrum unseres Lebens bewahren?

 

 

Weiterführendes Studium

 

„In der Offenbarung des Johannes werden die tiefen Geheimnisse Gottes enthüllt. Schon der Name dieser inspirierten Seiten – ‚die Offenbarung‘ – widerlegt die Behauptung, es handle sich um ein versiegeltes Buch. Eine Offenbarung ist etwas, das bekannt gegeben wird. Der Herr Jesus selbst enthüllte seinem Diener die Geheimnisse, die dieses Buch enthält, und es ist seine Absicht, dass sie allen Menschen zum Studium zugänglich sind. Seine Wahrheiten sind genauso an die Menschen gerichtet, die in der letzten Zeit der Weltgeschichte leben, wie an die Zeitgenossen des Johannes. Einige der beschriebenen Ereignisse liegen in der Vergangenheit, andere finden gerade jetzt statt. Manche Szenen berichten vom Ende des großen Kampfes zwischen den Mächten der Finsternis und dem Fürsten des Himmels. Wieder andere offenbaren den Sieg und die Freude der Erlösten auf der neuen Erde.“ (GNA 439)

Die Texte dieser Studienanleitung, die sowohl vom Anfang als auch vom Ende des Buches stammen, zeigen, wie sehr die Offenbarung von Jesus handelt. Mit all seinen alttestamentlichen Bezügen auf historische Ereignisse lehrt uns das Buch der Offenbarung mehr über unseren Herrn Jesus. In Offenbarung 3,14; 5,5–6; 7,14; 19,11–16 finden sich übrigens noch weitere Texte, die Jesus darstellen. Wenn wir diese Texte nebeneinanderstellen, dann erhalten wir ein deutliches Bild von Jesus und dem, was er uns als seinen Nachfolgern bedeutet.

 

Fragen für ein Gespräch

 

  1. Was bedeutet uns die Tatsache, dass durch das gesamte Neue Testament hindurch immer wieder auf das Alte Testament Bezug genommen wird? Wie zentral sollte die Schrift daher für unseren Glauben sein und wie ernst haben wir das Wort Gottes zu nehmen? Wie können wir uns vor Tendenzen schützen, die die Autorität der Schrift für das persönliche Leben und die Gemeinde herabsetzen?

 

  1. Sammle Texte aus der Offenbarung, die ausdrücklich über Jesus sprechen. Lest die Texte gemeinsam in eurem Gesprächskreis. Was wird aus ihnen deutlich über die Natur, den Dienst, die Macht und den Charakter unseres Herrn Jesus? Welchen Trost zieht ihr aus den Aussagen dieser Texte?

 

  1. Wie können wir in einer Welt des Todes die Hoffnung und den Trost in der Verheißung der Auferstehung finden?

 

 

 

Mit Gott erlebt

 

„Eine kleine Frau“

Von Vanessa Rocha

 

Die Leiter der Siebenten-Tags-Adventisten beauftragten mich damit, evangelistische Veranstaltungen an einer adventistischen Universität während einer Missionskampagne 2016 in Ruanda durchzuführen, die zu 110.000 Taufen führte.

 

Der Prediger kam zu mir, nachdem 173junge Menschen am Ende meiner Veranstaltungen getauft worden waren.

 

„Jetzt, wo wir Freunde geworden sind, kann ich es dir sagen“, sagte er. „Als mir mitgeteilt wurde, dass ein amerikanischer Prediger zu meiner Gemeinde kommen würde, war ich sehr aufgeregt. Ich erwartete einen großen, starken weißen Mann. Aber als sie dich vorstellten – eine kleine Frau als unsere Sprecherin –, war ich sehr enttäuscht. Deshalb erwartete ich nicht viel. Aber, meine liebe Predigerschwester, es tut mir leid, dass ich so einen Kleinglauben hatte. Du hast ein Werk getan, das keiner von uns an dieser Schule hätte tun können.“

 

Ich habe wahrhaftig nicht viel anzubieten. Aber wenn du ein bereitwilliges Herz hast, dann wird Gott außergewöhnliche Dinge tun. Was machte die Mission in Ruanda so erfolgreich? Die Antwort ist einfach: Alle Gemeindeglieder waren involviert – jedes Gemeindeglied trug seinen Teil dazu bei, anderen von Jesus zu erzählen.

 

In Ruanda sah ich, dass es sich die Gemeindeglieder vor Ort zur Aufgabe gemacht hatten, ihre Wohnorte zu erreichen. Sie legten die Vorstellung ab, dass Evangelisation allein die Aufgabe des Predigers sei. Die Gemeindeglieder hatten keine besondere Ausbildung; sie gebrauchten nur ihre gottgegebenen Talente, um die zu erreichen, für die Christus gekommen war, um sie zu erretten. Ihnen wurde klar, dass Jesus bald kommt und dass wir als Siebenten-Tags-Adventisten einen höheren Ruf haben. Sie sagten: „Hier bin ich, Herr, sende mich.“

 

Ich traf viele Menschen aus Ruanda, junge und alte, die meinten: „Vanessa, ich bin schon seit vielen Jahren in der Gemeinde und ich habe noch nie gesehen, wie die Gemeinde so etwas tut. Aber jetzt wird mir klar, dass ich nicht auf die Gemeinde warten darf. Es fängt mit einer Person an. Es fängt mit mir an.“

 

Junge Menschen kamen zu mir und sagten: „Ich bin kein Prediger. Ich bin kein

Sänger. Aber ich habe viele Freunde und viel Einfluss. Min Leven wird die Predigt sein. Aufgrund von allem, was ich während dieser evangelistischen Reihe gelernt habe, werde ich anfangen, Bibelstunden zu geben.“

 

Die Gewissheit dieser Gemeindeglieder veränderte Ruanda genauso, wie Jesus und seine zwölf Jünger die Welt innerhalb von drei Jahren veränderten. Wie viel mehr könnten wir tun, wenn wir an dieser Mission unter der Beteiligung aller Gemeindeglieder in unseren Ortsgemeinden festhielten? Wie viel schneller würden wir Jesus sehen?

 

Vanessa Rocha, 23, ist eine Bibelarbeiterin und Musikerin in Südkalifornien.

 

 

 

Lehrerteil

 

Leittext: Offenbarung 1,1

 

Lehrziele

 

Erkennen: Anliegen und Struktur der Offenbarung sowie die zentrale Rolle Jesu in der Erlösungsgeschichte.

Empfinden: Jesus Christus näherkommen und sich auf ihn beziehen, der sich selbst in seinem Wort, in der Geschichte und im persönlichen Leben der Gläubigen offenbart.

Handeln: Auf das Wort Gottes hören, seinen Anweisungen gehorchen und ihn an den Anfang und ans Ende aller eigenen Projekte setzen.

Übersicht

 

Erkennen: Das zentrale Anliegen der Offenbarung

 

Warum ist das letzte Buch der Bibel mit „Die Offenbarung Jesu Christi“ überschrieben?

Wie ist das Buch der Offenbarung mit dem Buch Daniel verbunden?

Was kann uns der Aufbau des Buches der Offenbarung lehren?

Empfinden: Jesus in dir

 

Warum und wie hilft mir Jesus dabei, Gott näherzukommen?

Warum sollte mein Glaubensleben einen Bezug zu meinem Alltag haben?

Wie hilft mir die Offenbarung von Jesus Christus dabei, Gott zu lieben?

Handeln: Hören bedeutet Gehorchen

 

Woran erkennst du die Offenbarung Jesu Christi?

Wie beginnst und beendest du deine Tage?

Was sind die Prioritäten in deinen Projekten?

Zusammenfassung

 

Das Buch der Offenbarung ist nicht nur interessant und faszinierend, weil sie von den Geheimnissen Gottes handelt; sie ist auch konkret und relevant, weil sie unser Leben und das Schicksal der Welt betrifft.

 

Studientext: Offenbarung 1,3

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Der Schlüssel zum Buch der Offenbarung hängt nicht allein von der Fähigkeit und dem Können ab, Symbole zu deuten. Er liegt auch in der Art und Weise begründet, wie man auf Gottes Ruf zur Umkehr und zur Nachfolge in den Dienst Gottes antwortet. Andererseits sollten die Absichten, gläubig zu leben und dem Herrn zu gefallen, durch fleißiges und aufmerksames Studium des Wortes Gottes erleuchtet und geleitet sein.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Das Buch der Offenbarung zeigt methodische Prinzipien auf, die für jedes Buch der Bibel gelten sollten. Der Leser wird dazu aufgefordert, es zu „lesen“, zu „hören“ und zu „behalten“. Das Lesen ist der erste und grundlegende Schritt. Die Wahrheit finden wir nicht in uns selbst; sie kommt aus einem von Gott inspirierten Text. Sie ist „Prophetie“, die „gehört“ werden soll.

 

Auf Hebräisch hat das Verb „hören“ eine doppelte Bedeutung; zunächst kann es „verstehen“ bedeuten (1 Kön 3,9; Neh 8,3; vgl. Offb 2,7), was den Einsatz unserer Intelligenz erfordert. Aber „hören“ kann auch „gehorchen“ bedeuten, was einschließt, dass wir bereit sein sollten, unser Verständnis in die Tat umzusetzen, und auf diese Weise Gott bejahen. Das dritte Verb „behalten“ betont das geistliche Leben als fortwährenden, sich wiederholenden Prozess: Wir müssen also das Gelesene und Gehörte in unserem Denken und Herzen aufrechterhalten. Siehe auch die Wiederholung dieses Prinzips am Ende des Buches (Offb 22,7).

 

Gespräch zum Einstieg

 

Beachten wir, dass das erste Verb „lesen“ im Singular gehalten ist, während die anderen beiden Verben im Plural sind: Durch die Grammatik kommt somit die Vorstellung zum Ausdruck, dass es einen Leser und mehrere Hörer gibt. Die Vielzahl der Hörer, die außer Frage im Plural miteingeschlossen sind, macht deutlich, dass das Buch Offenbarung in den gottesdienstlichen Kontext gehört. Daher sollten wir sie nicht alleine lesen. Diskutiere mit Gesprächsteilnehmern, welche Prinzipien und Erkenntnisse dieses gottesdienstliche und gemeinschaftliche Setting impliziert.

 

Gesprächsfragen

 

Warum ist es wichtig, die Offenbarung in Gemeinschaft mit gleichgesinnten Wahrheitssuchern zu lesen?

Welche Fähigkeiten und Emotionen schließt dieses gemeinsame Lesen mit ein?

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Drei grundlegende Voraussetzungen sollten die Teilnehmer darauf vorbereiten, beim Verstehen des Buches der Offenbarung auf der richtigen Spur zu bleiben: 1. das Verständnis der engen Verbindung zwischen der Offenbarung und dem Alten Testament, insbesondere des Buches Daniel, 2. ein Verständnis des allgemeinen Aufbaus des Buches und 3. der Fokus auf die Person Jesus Christus.

 

  1. Das hebräischste Buch des Neuen Testaments Denkt in der Gruppe über Offenbarung 1,4 und 2. Mose 3,14 nach.

 

Die Offenbarung kann als das Buch des Neuen Testaments in Betracht gezogen werden, das dem Alten Testament am nächsten steht. Es lassen sich an die 2000 Anspielungen auf das Alte Testament darin finden – 400 explizite Verweise und 90 Zitate aus dem Pentateuch und den Propheten inklusive. Dieses Buch ist so sehr im hebräischen Denken verankert, dass es „von denen, die des Hebräischen unkundig sind, … kaum … verstanden werden“ kann (Ernest Renan, Antichrist: Including the Period from the Arrival of Paul in Rome to the End of the Jewish Revolution, Boston, Massachusetts 1897, S. 17). Johannes eröffnet die Sendschreiben an die sieben Gemeinden mit einem Gruß, der vom alttestamentlichen Gott stammt. Das Schalom kommt vom „Ich bin“ – eine Aussage, die Gott als Jahwe ausweist, der sich selbst Mose gegenüber am brennenden Busch offenbarte (2 Mo 3,14 EB).

 

Aber das Buch, das in der Offenbarung weitaus präsenter ist, ist das Buch Daniel. Das erste Wort des Buches, „Offenbarung“, ist ein Schlüsselbegriff im Buch Daniel. Es steht jeweils einleitend zu den prophetischen Visionen Daniels (Dan 2,19.28–30.47; 10,1). Das Buch der Offenbarung beginnt, womit das Buch Daniel aufhörte: mit einem Segen. Es scheint, als ob Johannes die Offenbarung als eine Fortsetzung des Buches Daniel verstanden hätte. Daniel endete mit einem Segen, der sich auf das Warten gründet und auf das „Ende der Tage“ (Dan 12,13) hinweist. Das Buch der Offenbarung beginnt mit einem Segen, der den gleichen Bezug hat, „denn die Zeit ist nahe“ (Offb 1,3). Selbst die Art und Weise, wie Johannes auf sich selbst hinweist, um seine Vision einzuführen – „Ich, Johannes“ – (Offb 1,9), lässt an Daniels Selbstreferenzen erinnern, mit denen er seine Visionen einleitet (vgl. Dan 2,19.22.28–30.47; 10,1). Alle diese Beobachtungen in den ersten Versen der Offenbarung sollten uns dahin führen, das Buch in enger Verbindung mit dem Alten Testament und dem Buch Daniel zu studieren.

 

Zum Nachdenken

 

Was sind die Gefahren, wenn das Neue Testament ohne Verbindung zum Alten Testament gelesen und studiert wird? Inwiefern hat die christliche Kirche auf diesem Gebiet versagt? Warum war das Buch Daniel das beliebteste Buch der frühen Christen? Welchen Gruß übernahmen die frühen Christen aus der Lektüre des Buches Daniel?

 

  1. Die erhellende Struktur Denkt in der Gruppe über Offenbarung 11,19–14,5 nach.

 

Wie das Buch Daniel ist auch die Offenbarung des Johannes in zwei Teile aufgeteilt und sowohl im Buch Daniel als auch in der Offenbarung steht das endzeitliche Gericht Gottes und das Kommen des Menschensohns (vgl. Offb 14 mit Dan 7) im Zentrum. Der erste Teil der Offenbarung fokussiert sich auf die Geschichte der Erde von der Zeit von Johannes bis zum Kommen Christi, während sich der zweite Teil des Buches auf die Geschichte im Himmel von der Wiederkunft Christi bis zum Herabkommen des himmlischen Jerusalems konzentriert.

 

Des Weiteren bezieht sich die Struktur der Offenbarung ebenfalls auf das Heiligtum in Raum und Zeit. Der Raum des Heiligtums wird dargestellt durch das Entfalten der apokalyptischen Vision vom Opfer Christi, worauf der Altar anspielt (Offb 1,5), über den Leuchter, der die erste Abteilung des Heiligtums zeigt, das „Heilige“ (Offb 1,10–18), bis hin zur Bundeslade, die die zweite Abteilung des Heiligtums zeigt, das „Allerheiligste“ (Offb 11,19). Die Zeiten des Heiligtums werden durch Anspielungen auf die sieben jüdischen Feste, die den Visionen einen Rhythmus verleihen, dargestellt – vom Passa (Offb 1,12–20) bis zum Laubhüttenfest (Offb 21,1–8). Diese vielfältige Struktur des Buches der Offenbarung ist ein weiterer Hinweis auf die tiefe und bedeutungsvolle Botschaft, die darin vermittelt wird.

 

Zum Nachdenken

 

Welche Lehren lassen sich aus der Verbindung zwischen dem Heiligtum und den verschiedenen Teilen der Offenbarung ziehen? Warum nimmt das Gericht Gottes in den bei-den Büchern Offenbarung und Daniel jeweils eine zentrale Rolle ein? (Vergleiche es mit der Funktion von 3. Mose 16 im Zentrum der fünf Bücher Mose.)

 

III. Christus im Zentrum Denkt in der Gruppe über Offenbarung 1,5.18 und 3,21 nach.

 

Jesus ist im Buch der Offenbarung allgegenwärtig. Er wird gleich zu Anfang genannt und bestimmt so den Charakter des Buches als „die Offenbarung Jesu Christi“ (Offb 1,1). Und er weist auf dessen wahren Ursprung hin: „Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten.“ (Offb 1,5) Ebenso bestimmt er das Ende des Buches mit dem Schlusssegen (Offb 22,20), wo er wieder als Zeuge von seinem Kommen auftritt und durch den wir seine Gnade für die Zwischenzeit empfangen (Offb 22,20–21). Im Buch selbst wird auf die verschiedenen Aspekte von Jesus Christus verwiesen: seine Rolle als Passalamm, das die Erlösung bewirkt; sein Überstehen des Todes; seine Rolle als der Eine, der mit seiner Gemeinde mitgeht; und sein endgültiger Sieg auf dem weißen Pferd als König der Könige (Offb 19,11–16).

 

Zum Nachdenken

 

Warum ist Jesus Christus der Mittelpunkt der Offenbarung? Was ist das wichtigste Symbol in der Offenbarung, das verwendet wird, um Jesus Christus darzustellen?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Die Offenbarung ist blutrünstig und scheint Gott als einen rachsüchtigen Gott darzustellen. Wie lassen sich diese grausamen Beschreibungen mit der Vorstellung eines gütigen und liebevollen Gottes in Einklang bringen? Luther lehnte das Buch der Offenbarung ab. Könnten diese Anklänge der Gewalt dazu beigetragen haben? Welche wichtige moralische Lehre können wir aus dem Buch der Offenbarung lernen? Warum ist es wichtig zu wissen, dass Gott die Menschheit eines Tages richten wird?

 

Frage zur Anwendung

 

Warum und inwiefern sollte das Buch der Offenbarung Auswirkungen auf unser Leben haben?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Das Buch der Offenbarung hat oft zu Fanatismus geführt, vielleicht, weil es zu oft unabhängig von den anderen Teilen der Bibel gelesen wird. Warum ist es daher nicht weise, das Buch der Offenbarung allein zu studieren? Welche anderen Bücher der Bibel sollten zusammen mit der Offenbarung gelesen werden?

 

Aktionen

 

Bitte die Gesprächsteilnehmer, verschiedene Symbole der Offenbarung herauszusuchen.

Diskutiere ihre Bedeutung und ihren Bezug zu den Symbolen des Alten Testaments.

 

 

 

 

 

 

 

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