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Haushalter nach Eden

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

Lies für das Studium dieser Woche:

 

Jesaja 22,14–18; 1. Korinther 4,1–2; Kolosser 2,2–3; Epheser 6,13–17; 2. Korinther 5,10

 

Merktext

 

Denn wir reden, weil Gott uns ausgewählt und die Verkündigung der Botschaft anvertraut hat. Es geht uns nicht darum, Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. (1 Ths 2,4 NLB)

Adams und Evas erste Aufgabe beinhaltete die Haushalterschaft. Sie sollten für den Garten und alle Geschöpfe sorgen, sich an ihnen erfreuen und sie beherrschen (1 Mo 2,15), auch wenn sie das alles nicht besaßen. Vielmehr waren sie Haushalter dessen, was Gott ihnen anvertraut hatte.

 

Diese Woche wollen wir die Definition eines Haushalters näher betrachten, jedoch nach dem Sündenfall, nachdem unsere ersten Eltern aus Eden vertrieben worden waren. Das heißt, wir sind auch Haushalter, aber wir sind Haushalter in einer Umgebung, die sich stark von der unterscheidet, die Adam und Eva ursprünglich genießen konnten.

 

Was ist Haushalterschaft? Einige biblische Persönlichkeiten offenbaren durch die Art und Weise, wie sie lebten, was ein Haushalter ist. Andere Bibelstellen definieren es genauer. Wenn wir Gottes Haushalter werden, ändert sich unser Fokus auf die Welt und ihre materialistischen Werte hin zu einem Fokus auf den Schöpfer und seinen Auftrag. Wie Adam und Eva vertraut uns Gott Aufgaben göttlichen Ursprungs an. Seit dem Sündenfall in Eden hat sich die Aufgabe der Haushalterschaft jedoch verändert, weil wir neben der Aufgabe, uns um die materielle Welt zu kümmern, auch beauftragt wurden, gute Haushalter geistlicher Wahrheiten zu sein.

 

* Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 3. Februar.

 

Haushalter im Alten Testament

Das Wort „Haushalter“ an sich wird im Alten Testament nur wenige Male genauso übersetzt. In den meisten Fällen stammt es von einem Ausdruck, der sich auf jemanden bezieht, der „dem Haus vorsteht“. Gemeint ist also die Vorstellung, dafür verantwortlich zu sein, dass der Haushalt funktioniert; das ist ein „Haushalter“ (1 Mo 43,19; 44,1.4; 1 Kön 16,9). Haushalter hatten die Aufgabe, die Angelegenheiten des Haushalts und den Besitz ihres Herrn zu regeln, also zu tun, worum er sie bat. Die Definition eines Haushalters im Alten Testament kann man finden, wenn man die Merkmale eines Haushalters ermittelt. Haushalter sind untrennbar mit ihrer Haushalterschaft verbunden, denn das offenbart ihre Identität.

 

Einige Merkmale eines Haushalters werden im Alten Testament deutlich aufgezeigt. Erstens umfasst die Position eines Haushalters große Verantwortung (1 Mo 39,4). Haushalter wurden aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt, und ihre Eigentümer brachten ihnen Respekt und Vertrauen für die Erledigung ihrer Arbeit entgegen. Zweitens wussten Haushalter, dass das, was ihnen anvertraut wurde, ihrem Eigentümer gehörte (1 Mo 24,34–38). Das ist der große Unterschied zwischen einem Haushalter und einem Eigentümer. Haushalter kannten ihre Position. Drittens zerbrach die vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Haushalter und seinem Eigentümer, wenn der Haushälter das, was ihm anvertraut war, zu seinem eigenen Vorteil missbrauchte, und der Haushälter wurde entlassen (1 Mo 3,23; Hos 6,7).

 

Lies Jesaja 22,14–18: Während Hiskias Regierung war Schebna zum Verwalter [Haushalter] wie auch Schatzmeister ernannt worden – beides sind Positionen von großer Autorität. Was geschah mit ihm als Folge davon, dass er seine Position missbrauchte?

 

„Ein Haushalter identifiziert sich mit seinem Herrn. Er akzeptiert die Aufgaben eines Haushalters, und er muss an der Stelle seines Herrn handeln, indem er das tut, was sein Herr täte, wenn er anwesend wäre. Die Interessen seines Herrn werden zu seinen eigenen. Die Position eines Haushalters bedeutet Würde, weil sein Herr ihm vertraut. Wenn er in irgendeiner Weise selbstsüchtig handelt und die Vorteile, die er durch den Handel mit den Waren seines Herrn erzielte, zu seinem eigenen Vorteil nutzt, hat er das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht.“ (Ellen G. White, Testimonies for the Church, Bd. 9, S. 246)

 

Wie können wir das wichtige Konzept besser verinnerlichen, dass wir tatsächlich Haushalter dessen sind, was wir in diesem Leben besitzen? Wie sollte diese Erkenntnis alles, was wir tun, beeinflussen?

 

Haushalter im Neuen Testament

Die beiden wichtigsten Worte für „Haushalter“ im Neuen Testament sind epitropos, das drei Mal vorkommt, und oikonomos, das zehn Mal vorkommt. Beide Wörter beschreiben Positionen, die verwaltende Aufgaben umfassen, die dem Haushalter vom Eigentümer anvertraut wurden.

 

Sowohl im Neuen wie im Alten Testament sind Haushalter durch das definiert, was sie tun. Das Neue Testament beschreibt den Haushalter konkret mit Begriffen wie Verantwortung (Lk 12,48) und Erwartungen (1 Kor 4,2). Das Alte Testament konzentriert sich dagegen mehr darauf, Gottes Eigentumsrecht zu erklären, als uns direkt als seine Haushalter zu definieren. Während das Konzept eines Haushalters in beiden Testamenten sehr ähnlich ist, wird im Neuen Testament dieses Konzept jedoch über die reine Verwaltung des Haushalts hinaus erweitert.

 

Im Gleichnis des unehrlichen Verwalters (Lk 16,1–15) weitete Jesus die Definition eines Haushalters aus. Ihm ging es um mehr als um einen Verwalter, der dem finanziellen Ruin entkommen will. Man kann das Gleichnis auch auf diejenigen anwenden, die geistlichem Ruin durch eine kluge Manifestation des Glaubens entkommen. Ein kluger Haushalter bereitet sich auf die Zukunft, in der Jesus wiederkommt, jenseits des Hier und Jetzt vor (Mt 25,21).

 

Lies 1. Korinther 4,1–2; Titus 1,7 und 1. Petrus 4,10. Was sagen uns diese Verse über Haushalter und Haushalterschaft?

 

„Soll ich mein Herz für den Heiligen Geist öffnen, damit jede Fähigkeit und Energie angeregt wird, die Gott mir anvertraut hat? Ich bin Christi Eigentum, und ich bin in seinem Dienst angestellt. Ich bin ein Haushalter seiner Gnade.“ (Ellen G. White, Fundamentals of Christian Education, S. 301)

 

In Lukas 12,35–48 verwendete Jesus den Begriff „Verwalter“ auch bildlich. Er sprach von dem klugen Verwalter, der bereit ist für die Rückkehr des Menschensohnes, und beschrieb den untreuen Verwalter als jemanden, der sich nicht mehr kümmert, weil der Herr sein Kommen verzögert hat. Der untreue Verwalter verwandelte sich in einen Tyrannen und missbrauchte die Menschen um ihn herum. Er ist nicht länger ein Vorbild für gute Werke oder ein Verwalter der Gnade.

 

Wenn wir Christus annehmen, sind wir Haushalter, die dazu berufen sind, Gottes Ressourcen zu verwalten. Aber noch wichtiger: Wir sollen die geistlichen Realitäten eines christlichen Lebens verwalten, um uns auf den Himmel vorzubereiten.

 

Lies Lukas 12,45: Warum müssen wir als Siebenten-Tags-Adventisten, die wir oft mit einem Gefühl des „Verzögerns“ zu kämpfen haben, besonders darauf achten, nicht dieser Täuschung zu unterliegen?

 

Haushalter der Geheimnisse Gottes

Lies Kolosser 2,2–3 und 1. Timotheus 3,16: Was bezeichnen diese Verse als ein „Geheimnis“? Was sagt uns die Tatsache, dass es ein „Geheimnis“ ist, darüber, dass unser Wissen darüber begrenzt ist?

 

Zofar von Naama sagte zu Hiob: „Kannst du die Geheimnisse Gottes erforschen?“ (Hiob 11,7 Hfa) Das Wort „Geheimnis“ bedeutet „in Staunen versetzend, verschleiert, unbekannt, unerklärt oder unbegreiflich“. Die Geheimnisse Gottes wurden in der Heiligen Schrift aufgezeichnet, auch wenn ein völliges Verstehen jenseits unserer Auffassungsgabe liegt. Deshalb sind sie Geheimnisse. Es ist so, als ob jeder von uns kurzsichtig wäre und in den Himmel schaut in der Hoffnung, das kleinste Detail zu sehen. Wir können nicht so weit sehen – bis Gott es uns offenbart.

 

Was sagt 5. Mose 29,29 darüber, was uns offenbart wurde?

 

Wir sind Verwalter von Dingen, die wir nicht völlig verstehen. Wir wissen nur so viel, wie uns Offenbarung und die Heilige Schrift zeigen. Unsere größte Verantwortung als Haushalter liegt darin, als „Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse“ (1 Kor 4,1) zu leben.

 

Gott möchte, dass wir als seine Haushalter die göttliche Wahrheit, die er uns offenbart hat, erhalten, lehren, schützen und pflegen. Indem wir das tun, setzen wir die ultimative Haushalterschaft um, und es bedeutet, dass wir „das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren“ (1 Tim 3,9).

 

Das größte aller Geheimnisse ist, dass wir alle Christus, „die Hoffnung der Herrlichkeit“, erfahren können. Der Erlösungsplan ist übernatürlich und wir können ihn nicht völlig verstehen. Dass der Schöpfer von allem, was gemacht wurde (Joh 1,1–3), auf diese Erde kommen würde und „sich im Fleisch offenbart“ (Ellen G. White, Manuscript Releases, Bd. 6, S. 112), nur um sich selbst als Opfer für die Sünden der Menschheit hinzugeben, umfasst Geheimnisse, die vermutlich von keinem geschaffenen Wesen je völlig verstanden werden. Selbst Engel möchten gerne das Geheimnis verstehen, warum Jesus auf die Erde kam (1 Ptr 1,12). Nichtsdestotrotz veranlasst das, was sie wissen, uns alle dazu, den Herrn für seine Herrlichkeit und Güte zu loben (siehe Offb 5,13).

 

Du bist aufgerufen, ein Verwalter des Evangeliums zu sein. Welche Aufgaben hast du dadurch automatisch?

 

Haushalter geistlicher Wahrheit

Wenn wir an Haushalterschaft denken, denken wir an materielle Güter, und das ist auch richtig. Aber wie wir gesehen haben, ist Haushalterschaft mehr als das. Wie materieller Besitz kommen auch immaterielle Gaben von Gott. Dieses Immaterielle ist geistlicher Besitz, den Gott uns gibt (1 Ptr 4,10), damit wir in Christus einen christlichen Charakter entwickeln können und zu den Menschen werden, die wir in ihm sein können. Deshalb müssen wir immaterielle Gaben noch sorgfältiger verwalten als materielle, weil sie unendlich viel wertvoller sind.

 

Lies Epheser 6,13–17: Was haben wir von Gott erhalten, das wir verwalten sollen? Warum ist die richtige Verwaltung dieser Dinge für uns so wichtig?

 

„Die Gabe Gottes … ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Röm 6,23) Die Welt und alles, was sie bietet, kann uns nicht die Erlösung bieten, die wir in Christus haben. Erlösung, eine Gabe, die Gott uns gibt, ist unser wertvollster Besitz. Wenn wir uns die Realität dieser Erlösung immer vor Augen halten, hilft es uns, die richtige Perspektive beim Verwalten der anderen Besitztümer, die Gott uns auch gegeben hat, zu bewahren.

 

„Nur in dem Licht, das von Golgatha ausstrahlt, kann das, was die Natur lehrt, richtig verstanden werden. Durch die Berichte von Bethlehem und dem Kreuz sehen wir, wie das Gute das Böse überwindet und wie jede Segnung, die uns zuteilwird, eine Gabe der Erlösung ist.“ (Ellen G. White, Education, S. 101)

 

Wir haben nur Erlösung, weil Jesus den endgültigen Preis bezahlt hat. Paulus sagte deutlich: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.“ (Eph 1,7) Die Wörter „wir haben“ bedeuten, dass wir „Erlösung haben“. Sie gehört uns, aber nur, weil Gott sie uns gegeben hat. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass wir die ganze „Waffenrüstung Gottes“ (Eph 6,11) anlegen, damit der Böse nicht kommt und sie uns wegnimmt. Denn das kann er nur tun, wenn wir es ihm gestatten – was nur geschieht, wenn wir nicht dem gehorchen, was uns im „Wort Gottes“ (Eph 6,17) offenbart wurde. Unser größter Schutz liegt im Gehorchen, im Glauben an das Licht, das uns gegeben wurde.

 

Lies noch einmal Epheser 6,13–17: Wie ziehen wir die Waffenrüstung Gottes an und auf welche Weise sind wir Verwalter all dessen, was uns mit dieser Waffenrüstung gegeben wurde?

 

Unsere Verantwortung als Haushalter

Einen klugen Haushalter macht seine Bereitschaft aus, die moralischen Prinzipien der persönlichen Verantwortung zu akzeptieren und umzusetzen. Die persönliche Verantwortung zu übernehmen umfasst die Entscheidungen, die wir treffen, und die Taten, die wir tun. Sie erkennt die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung an. Die Bereitschaft, persönliche Verantwortung zu übernehmen, ist ein wesentliches Merkmal, das nicht ignoriert werden kann, wenn wir definieren, was ein Haushalter ist, denn Haushaltern müssen die höchsten Interessen des Eigentümers zielgerichtet am Herzen liegen. Daher ist eine solche Bereitschaft eine Entscheidung, die die angestrebte Beziehung eines Haushalters mit Gott definiert.

 

„Gott möchte die Menschen in direkte Beziehung mit sich selbst bringen. In all seinem Umgang mit den Menschen erkennt er das Prinzip der persönlichen Verantwortung an. Er strebt danach, die Wahrnehmung der persönlichen Abhängigkeit zu ermutigen und das Bedürfnis nach persönlicher Führung bewusst zu machen. Seine Gaben sind den Menschen jeweils als Individuen gegeben. Jeder Mensch wurde zum Haushalter heiliger Wahrheit gemacht; jeder soll sein Vertrauen in Richtung des Gebers fließen lassen; und jeder muss Gott Rechenschaft über seine Haushalterschaft geben.“ (Ellen G. White, Testimonies for the Church, Bd. 7, S. 176)

 

Wenn wir Haushalter werden, übertragen wir unsere Verantwortung nicht einem anderen Menschen oder einer Organisation. Wir sind Gott persönlich verantwortlich und diese Verantwortung spiegelt sich in all unseren Beziehungen mit den Menschen um uns herum wider (1 Mo 39,9; siehe auch Dan 3,16). Wir werden die vorliegende Aufgabe nach unserem besten Vermögen ausführen. Der Erfolg hängt in Gottes Augen mehr von unserem Glauben und unserer Reinheit ab als von Intelligenz und Talent.

 

Lies 2. Korinther 5,10: Wie verstehen wir diese Worte im Zusammenhang dessen, ein kluger Haushalter zu sein?

 

Theologen und Philosophen debattieren seit Jahrhunderten über die schwierige Frage des freien Willens. Aber die Bibel ist eindeutig: Wir als Menschen haben einen freien Willen und Entscheidungsfreiheit. Die Vorstellung, nach unseren Taten gerichtet zu werden, ergibt sonst keinen Sinn. Deshalb haben wir, durch Gottes Gnade, eine persönliche Verantwortung, uns dafür zu entscheiden, bei allem, was wir tun, die richtige Wahl zu treffen. Dies schließt ein, treue Haushalter all der Güter unseres Herrn und Gottes zu sein.

 

Weiterführendes Studium

Das Wort, das in einigen Versen des Alten Testamentes mit „Haushalter“ übersetzt wird, ist ursprünglich nicht ein einziges Wort, sondern eine Phrase: asher al bayt, derjenige, „der für das Haus zuständig ist“. 1. Mose 43,19 kann zum Beispiel so übersetzt werden: „Darum traten sie zum Haushälter von Josefs Haus und redeten mit ihm vor der Haustür.“ Wenn man annimmt, dass die Familie, die in dem Haus lebt, selbst Teil des Hauses ist, was ist dann für jemanden wertvoller als das eigene Heim? Daher wird einem Haushalter etwas sehr Wertvolles anvertraut, das ihm dennoch nicht gehört. Das macht auf vielerlei Weise die Verantwortung noch größer, als wenn der Haushalter für seinen eigenen Besitz zuständig wäre.

 

Dieselbe Vorstellung wird auch im Neuen Testament fortgeführt. „Das Neue Testament nimmt Vorstellungen aus dem Alten Testament und vermischt sie mit Vorstellungen, Konzepten und Wörtern des ersten Jahrhunderts und bereichert und erweitert somit die biblische Lehre über Haushalterschaft. Die gebräuchlichsten griechischen Wörter, die im Zusammenhang mit Haushalterschaft verwendet wurden, stammen von oikos und oika – ‚Haus‘ – ab. Der oikonomos ist jemand, der sich um das Haus kümmert: der Haushalter oder Verwalter. Oikonomia ist das abstrakte Nomen, ‚Verwaltung des Hauses‘, dessen Bedeutung oft viel weiter gefasst ist.“ (Handbook of Seventh-day Adventist Theology, Review and Herald Publishing Association, Hagerstown, Maryland 2000, S. 653)

 

Fragen für ein Gespräch:

 

  1. Was sagte Adam zu Gott, als dieser ihn fragte, was er getan habe, statt die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass er die verbotene Frucht gegessen hatte? (1. Mose 3,12) Es ist interessant, dass eine der ersten menschlichen Reaktionen, die durch die Sünde entstand, der Versuch war, die Schuld von sich selbst weg auf jemand anderen zu schieben. Was sagt Adams Antwort über seine Bereitschaft aus, persönliche Verantwortung für seine Taten zu übernehmen? Was sollte uns dies auch über unsere eigene Bereitschaft sagen? Es gibt einen verbreiteten Wesenszug, andere für unsere Fehler verantwortlich zu machen. Wie können wir das bei uns vermeiden?

 

  1. Beschäftigt euch mit der Vorstellung, Haushalter von immateriellen, geistlichen Gütern zu sein. Was bedeutet das? Wie „verwalten“ wir diese Dinge?

 

  1. Denkt an die Dreiengelsbotschaft in Offenbarung 14,6–12. Welche wichtigen Wahrheiten werden dort über unsere Verantwortlichkeiten als Haushalter ausgedrückt?

 

  1. Warum ist es für uns so wichtig, dass wir lernen, geistlichen Dingen, die wir nicht völlig verstehen, zu vertrauen und sie zu glauben? Auf welche Weise tun wir das in weltlichem Sinn sowieso ständig?

 

Mit Gott erlebt

Gebet eines Legasthenikers

 

Andrew McChesney, Adventist Mission

 

Dem elfjährigen Edson Smith strömten Tränen übers Gesicht, während er mit einer Bibel in der Hand am Boden kniete. „Lieber Gott“, betete er, „wenn du mir hilfst, lesen zu lernen, werde ich jeden Tag in der Bibel lesen.“

 

Edson hatte die adventistische Schule, in die er im Karibikstaat Trinidad und Tobago gegangen war, während der vierten Klasse verlassen, weil er nicht lesen konnte. Er war Legastheniker. Eine Zeit lang pflückte und verkaufte Edson Mangos und fegte Höfe, um Geld zu verdienen. Aber jedes Mal, wenn er andere Kinder in die Schule gehen sah, wurde er traurig. Deshalb bat er Gott eines Tages verzweifelt, er möge ihm helfen zu lesen: „Herr, wenn du mir hilfst, lesen zu lernen, werde ich jeden Tag in der Bibel lesen.“ Aber sein Gebet wurde nicht sofort erhört und Edson lebte fortan ein Leben voller Drogen, Sex, Pornographie und Partys. Aber nach dem Gebet startete er seine eigene Landschaftsgärtnerei und eine adventistische Straßenevangelisation namens „Evangelium, das unter die Haut geht“, bei der die vier Mitarbeiter durch persönliche Glaubenszeugnisse junge Menschen zur Nachfolge Jesu einluden.

 

Etwa ein Jahr später zog Edson zu seiner Großmutter nach Grenada, einer Insel etwa 160 km nördlich von Trinidad. Diese schickte ihn wieder in die Schule. Edson war zwar der älteste Schüler in der vierten Klasse, aber nicht der einzige Legastheniker. Er sagte: „Das machte es mir leichter, wieder in die Schule zu gehen.“

 

Die Erwachsenen in seinem neuen Leben kümmerten sich intensiv um Edson. Einer der Lehrer brachte ihm Lautschrift bei. Edson setzte sich jeden Abend mit einem Buch hin, versuchte es zu lesen und die Wörter zusammenzusetzen.

 

Drei Jahre vergingen. Eines Abends merkte der inzwischen 15-jährige Edson plötzlich, dass er lesen konnte. Die Wörter ergaben Sinn. Er sagte: „Ich fing wirklich an zu lesen!“

 

Seine neu gewonnene Fähigkeit ermöglichte es Edson später, seine eigene Landschaftsgärtnerei zu eröffnen. Außerdem begründete er eine adventistische Missionsaktion namens „Evangelium, das unter die Haut geht“ [Gospel to the Bone], die durch das persönliche Zeugnis ihrer vier Leiter junge Menschen ermutigen möchte, Christus nachzufolgen.

 

Edson sagte: „In der Schule war ich der Dummkopf der Klasse. Ich hatte keine Ahnung, was ich aus meinem Leben machen sollte. Seht, was Gott für mich getan hat!“

 

Fortsetzung folgt.

 

Lehrerteil

Leittext: 1. Thessalonicher 2,4

 

Lehrziele

 

Erkennen: Das biblische Konzept der Haushalterschaft im Zusammenhang des Alten wie des Neuen Testaments erfassen.

Empfinden: Einen persönlichen Aufruf zur Haushalterschaft im Rahmen der eigenen Lebenssituation wahrnehmen.

Handeln: Einen persönlichen Entwurf erarbeiten, der als Richtlinie für die persönliche Umsetzung der Haushalterschaft dient.

Übersicht

 

Erkennen: Definition von Haushalterschaft

 

Welche Rolle hatte der Haushalter im Alten Testament verglichen mit der im Neuen Testament?

Was wurde den Haushaltern in biblischen Zeiten anvertraut?

Worin liegt unsere Verantwortung als Haushalter?

Empfinden: Die allgemeingültige Berufung

 

Wie können wir den Aufruf zur Haushalterschaft, den wir wahrnehmen, in unserer modernen Welt treu erfüllen?

Wie können wir den Eifer, den die biblischen Haushalter für ihre Aufgabe hatten, erleben?

 

 

Handeln: Modelle der Haushalterschaft

 

Welche Elemente der biblischen Modelle von Haushalterschaft müssen wir in den Rahmen der modernen Haushalterschaft einpassen?

Welche Schlüsselbereiche des Lebens müssen in dem Entwurf unseres persönlichen Haushalterschaftsplans enthalten sein?

Wie können wir unsere Entscheidungen, die mit der Haushalterschaft zusammenhängen, unserer Familie und unseren Freunden erklären, vor allem, wenn sie anderer Meinung sind?

 

Zusammenfassung

 

Die Grundkomponenten der biblischen Haushalterschaft sind in das Leben der treuen Gläubigen eingebettet, deren Lebensberichte in der Bibel aufgezeichnet sind. Die Fackel der Haushalterschaft wurde von Generation zu Generation weitergereicht. Nun ist es an uns, als treue Haushalter zu leben und die Fackel an die nachfolgende Generation weiterzugeben.

 

Studientext: 1. Thessalonicher 2,4

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Treue Haushalter handeln zielgerichtet im besten Interesse ihres Auftraggebers, Gott.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Das Studium konzentriert sich diese Woche auf die biblische Bedeutung von Haushalterschaft, indem es Beispiele aus dem Alten wie aus dem Neuen Testament untersucht. Die Prinzipien der Heiligen Schrift bilden die Grundlage der Haushalterschaft. Moderne Haushalter bemühen sich, diese Werte in der Gegenwart auszuleben und ihre Begeisterung für ihren Herrn an die nächsten Generationen weiterzugeben.

 

Gespräch zum Einstieg

 

Das Wort Haushalter wird heutzutage selten gebraucht. Das soziale Umfeld, das Haushalter hervorbrachte, ist in der modernen Welt, die von sozialistischen, kommunistischen und demokratisch-unternehmerischen Wirtschaftsformen beherrscht wird, unüblich. Lies die untenstehende Liste vor und frage die Gesprächsteilnehmer, welches dieser modernen Konzepte ihrer Meinung nach am ehesten an die Rolle des Haushalters in der Antike herankommt. Bitte sie um eine Erklärung oder Begründung ihrer Antwort.

 

Liste von Wörtern, die möglicherweise die Rolle des Haushalters in der Antike definieren

 

Eigentümer        Unternehmer

Präsident            Arbeitnehmer

Sklave   Geschäftsführer

Manager             Diener

Anlagenbediener            Supervisor

Vorarbeiter        Einsatzleiter

Betreuer             Vizepräsident

Lohnempfänger               Knecht

Mitarbeiter        Fachkraft

Kontenführer    Finanzvorstand

Füge weitere Begriffe aus der Unternehmenswelt hinzu, die besser in euer wirtschaftliches Umfeld passen, und streiche die aus der Liste, die nicht passen. Notiert die besten Ideen, die sich aus der Diskussion in der Gruppe ergeben. Vergleicht diese mit dem, was ihr während des Studiums der Lektion in der Bibel herausfindet. Schreibt eure Ideen, wenn möglich so auf, dass alle Anwesenden sie sehen können.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Das Studium konzentriert sich diese Woche darauf, ein biblisches Verständnis des Wortes „Haushalter“ herauszuarbeiten. Natürlich ist diese Definition die Grundlage für eine richtige Wahrnehmung des daraus abgeleiteten Wortes „Haushalterschaft“. Bei der Definition von Haushalterschaft bezieht sich unser Studium sowohl auf das Alte als auch auf das Neue Testament und schildert die Handlungen und Verantwortlichkeiten eines Haushalters genau.

 

  1. Das Leben eines Haushalters Denkt in der Gruppe über 1. Mose 2,15; 24,34–38; 39,4; 43,19; Jesaja 22,14–18; Lukas 12,35–48; 1. Korinther 4,1–2; Titus 1,7 und 1. Petrus 4,10 nach.

 

Professor N. Avigad identifizierte ein Grab an den Hängen des Ölbergs als das Grab, das in Jesajas Bericht über Schebna (Jes 22,14–18) erwähnt wurde. Die Grabinschrift, die ins Britische Museum gebracht wurde, wurde wie folgt übersetzt: „Dies ist [die Grabstätte von Scheban] yahu, der über dem Haus ist.“ (Die komplette Abhandlung ist zu finden in 4ABC 191)

 

Die erklärende Formulierung „der über dem Haus ist“ verkörpert die alttestamentliche Beschreibung eines Haushalters. Verschiedene Übersetzungen benutzen unterschiedliche Worte, um Schebna zu beschreiben, wobei jede etwas Anderes über seine Verantwortlichkeiten impliziert. Mehrere ältere Übersetzungen verwenden „Verwalter“ (LUT, EB, SLT), während andere, modernere kreativer sind: „Palastvorsteher“ (Hfa), „Palastverwalter“ (NLB).

 

Offenbar wurden Haushalter als Mitglieder des Haushalts angesehen, die bei ihrem Herrn lebten. Sie waren in der Tat Diener, aber nicht im niedrigen Sinn wie zum Beispiel ein Sklave. Sie verwalteten das Eigentum, hatten eventuell niedriger gestellte Sklaven, die unter ihrer Leitung arbeiteten, verwalteten die Abläufe im Haushalt, konnten gewisse finanzielle Verantwortung tragen und wurden sogar als „Regierungsbeamte“ angesehen.

 

Zur Zeit des Neuen Testaments gab es zwei griechische Wörter, die mit Haushalter oder Verwalter übersetzt wurden. Das gebräuchlichere ist oikonomos, das zehn Mal vorkommt, das andere epitropos, das drei Mal vorkommt. Oikonomos ist eine Mischung von zwei griechischen Wörtern: oikos, dem gebräuchlichen Wort für „Haus“, und nemō, was „verwalten“ oder „in Ordnung bringen“ bedeutet. Ein Haushalter war also die Person, die dafür verantwortlich war, das Haus in Ordnung zu bringen. Das zweite Wort, epitropos, wurde für Haushalter im Sinn von oikonomos verwendet, konnte sich aber auch auf Regierungsbeamte oder Erzieher der Kinder beziehen. In Galater 4,2 kommen epitropos und oikonomos im selben Vers vor. Der besondere Beitrag des Neuen Testaments scheint darin zu liegen, dass der Begriff metaphorisch auf Geistliches angewendet, aber auch im wörtlichen Sinn gebraucht wird. Die metaphorische Verwendung wird im nächsten Abschnitt näher erläutert.

 

Zum Nachdenken

 

Inwiefern erweitert die Tatsache, dass Haushaltern große Verantwortung übertragen wurde, sie aber trotzdem als Diener angesehen wurden, unsere Vorstellung von christlicher Dienerschaft und christlichem Dienst?

 

  1. Geistliche Wahrheit verwalten Denkt in der Gruppe über 1. Korinther 4,1–2; Titus 1,7; 1. Petrus 4,10; Kolosser 2,2–3 und 1. Timotheus 3,16 nach.

 

Obwohl im Neuen Testament das Wort „Haushalter“ oder „Verwalter“ wie im Alten Testament im wörtlichen Sinn verwendet wird, wird sein Gebrauch erweitert und es wird im Sinne von Verwalten geistlicher Wahrheit benutzt – oder wie Paulus es ausdrückte: Gottes Geheimnissen. Der genannte Abschnitt aus dem Korintherbrief benutzt das Wort für Diener des Evangeliums. Der Brief von Paulus an Titus wendet es auf Gemeindeleitung an, konkret auf Älteste und Aufseher. Petrus wandte es auf alle Gläubigen an. Überlege, welches Risiko Gott auf sich nahm: Wir halten die ewigen Schätze seiner geistlichen Reichtümer in sterblichen Tongefäßen, das heißt unserem vergänglichen Fleisch.

 

Betrachte, welche Verantwortung eine derartige geistliche Gabe impliziert. Auch wenn Paulus’ mahnende Worte, treue Haushalter von Gottes Evangelium zu sein, wichtig sind, ist es doch sein Leben, das Bände spricht. Trotz unvorstellbarer Strapazen war er entschlossen, das Evangelium in sich stets erweiternden Kreisen zu verwalten. Er berichtet von seinen Erlebnissen wie folgt:

 

„Ich habe härter gearbeitet, wurde öfter ins Gefängnis geworfen, mehr geschlagen und war immer wieder in Lebensgefahr. Fünfmal haben die Juden mir neununddreißig Hiebe verabreicht. Dreimal wurde ich ausgepeitscht. Einmal wurde ich gesteinigt. Ich habe drei Schiffbrüche überlebt. Einmal verbrachte ich eine ganze Nacht und einen Tag auf dem Meer treibend. Ich habe viele beschwerliche Reisen unternommen und war unzählige Male in großer Gefahr: ob durch Flüsse oder durch Räuber, ob durch mein eigenes jüdisches Volk oder durch Nichtjuden, ob in Städten, in der Einöde oder auf stürmischer See oder durch Leute, die sich als Anhänger von Christus ausgaben, es aber nicht waren. Ich habe Erschöpfung und Schmerzen und schlaflose Nächte kennen gelernt. Oft litt ich Hunger und Durst und habe gefastet. Oft habe ich vor Kälte gezittert und hatte nichts, um mich warm zu halten. Und als wäre das alles noch nicht genug, lebe ich dazu noch täglich in Sorge um das Wohlergehen der Gemeinden. Wer ist schwach, dass ich seine Schwäche nicht tief mitempfinde? Wer wird zum Bösen verführt, ohne dass ich in Zorn gerate?“ (2 Kor 11,23–29 NLB)

 

Paulus nahm seine Verantwortung, das Evangelium zu verwalten, an und ließ nichts unversucht, um sicherzustellen, dass der Auftrag ausgeführt wurde.

 

Zum Nachdenken

 

Mache dir Paulus’ Erbe der geistlichen Haushalterschaft und das Erbe vieler anderer im Laufe der Geschichte bewusst und frage dich: Was hinterlasse ich, wenn ich sterbe?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Gott hat uns unvergleichliches Vertrauen entgegengebracht. Das Schicksal verlorener Menschen steht auf dem Spiel. Jede Entscheidung, die wir treffen, bringt Gottes Auftrag voran oder bremst ihn aus. Wer kann dem entsprechen! Christus hätte seinen Schatz Engeln anvertrauen können. Er hätte die sündlosen Wesen anderer Welten zu Hilfe holen können. Er hätte die Menschheit zerstören und noch einmal von Neuem beginnen können. Stattdessen opferte er sein Leben und verließ sich auf uns, darauf, dass wir treue Haushalter seiner Gnade in dieser gefallenen Welt sind.

 

Fragen zum Nachdenken/zur Anwendung

 

Wie können moderne Christen den Eifer aufbringen, den Paulus und Jesu Jünger hatten, um unserer Welt die geistliche Wahrheit zu bringen?

Welche Eigenschaften zeichnen treue Haushalter in unserer heutigen Gesellschaft aus?

Welche praktischen Schritte müssen wir unternehmen, um sicherzustellen, dass Christi Interessen vorrangig sind und unsere erst an zweiter Stelle kommen?

Welche Verheißungen des Heiligen Geistes sollen uns in Bezug auf unsere christliche Haushalterschaft ermutigen?

Paulus sagte, wir gehören uns nicht selbst, weil wir zu einem Preis erkauft wurden. Inwiefern kann ein Nachdenken über diese Tatsache unsere christliche Haushalterschaft motivieren?

Wie können wir unseren Einfluss als treue Haushalter ausweiten, sodass andere Menschen unserem Beispiel nacheifern?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Wir sind gewiss Haushalter der Gaben Gottes, aber noch wichtiger ist, dass wir Haushalter seiner Gnade sind. Beides gehört zusammen. Die materiellen und die geistlichen Ressourcen, die Gott uns anvertraut hat, können von denjenigen effektiv im Auftrag Gottes genutzt werden, die treue Haushalter des Evangeliums sein möchten.

 

Aktionen

 

Bereitet einen Überblick über das heutige Thema vor, den ihr in einer Jugendgruppe vortragen könnt. Nehmt dazu Berichte über eure persönliche Glaubensentwicklung auf und sprecht ehrlich über Zeiten, in denen ihr eure eigenen Interessen über die euern göttlichen Chefs gestellt habt. Erzählt auch davon, wie Gott euch materiell und geistlich gesegnet hat, als ihr seine Interessen an die erste Stelle gestellt habt.

Analysiert die in eurer Umgebung vorhandenen Bedürfnisse und wählt einen Bereich aus, in dem ihr mit den einzigartigen Gaben und Talenten, die Gott euch anvertraut hat, etwas bewirken könnt.

 

 

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