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Der kosmische Konflikt

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel

 

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

Lies für das Studium dieser Woche:
Hesekiel 28,1-2.11-17; 1. Mose 3,1-7; Offenbarung 12,1-17; Römer 8,31-39; Offenbarung 14,12

Merktext

Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu. (Offb 12,17)

Der kosmische Konflikt – auch der Große Kampf genannt – ist die biblische Sicht auf die Welt und ihre Geschichte. Er stellt den Hintergrund dar, vor dem sich das Drama unserer Welt und des Universums entfaltet. Sünde, Leid, Tod, Aufstieg und Fall von Nationen, die Verbreitung des Evangeliums, Endzeitereignisse – all diese Dinge geschehen im Kontext des Großen Kampfes.

Diese Woche werden wir uns einige der entscheidenden Stationen dieses Konfliktes anschauen, der auf geheimnisvolle Weise im Herzen eines vollkommenen Wesens, Luzifer, entstand. Er brachte seine Rebellion durch den Fall weiterer vollkommener Wesen, Adam und Eva, auf die Erde. Von diesen beiden „Drehpunkten“ ausgehend – dem Fall Luzifers und dem Fall des ersten Menschenpaars – nahm der Große Kampf seinen Verlauf und tobt seitdem. Wir alle sind Teil dieses kosmischen Schauspiels.

Die gute Nachricht ist, dass es eines Tages enden wird, und zwar mit dem großen Sieg Christi über Satan. Und die noch bessere Nachricht ist: Durch das, was Jesus am Kreuz vollbrachte, können wir alle an diesem Sieg teilhaben. Teil dieses Sieges ist es, dass Gott uns jetzt schon zu Glauben und Gehorsam aufruft, während wir auf das, was uns durch Jesus verheißen ist – und dessen gewisse Wiederkunft – warten.

*Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 7. April.

 

 

Der Fall eines vollkommenen Wesens

 

Wenn der kosmische Konflikt die Grundlage einer biblischen Weltsicht darstellt, dann führt dies zu einer Anzahl an Fragen. Und eine wichtige ist: Wie fing alles an? Da ein liebender Gott das Universum erschuf, konnten das Böse, Gewalt und Konflikte gewiss nicht von Anfang an Teil der Schöpfung gewesen sein. Die Auseinandersetzung musste unabhängig von der ursprünglichen Schöpfung entstanden sein und war definitiv kein Ergebnis derselben. Nichtsdestotrotz ist der Kampf da, er ist real und wir sind alle mit hineingenommen.

Lies Hesekiel 28,1–2.11–17 und Jesaja 14,12–14: Was lehren uns diese Texte über den Fall Luzifers und das Aufkommen des Bösen?

Luzifer war ein vollkommen geschaffenes Wesen, das im Himmel lebte. Wie konnte da – besonders in solch einer Umgebung – das Böse in ihm wachsen? Wir wissen es nicht. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb die Bibel von dem „Geheimnis des Frevels“ (2 Ths 2,7) spricht.

Außer der Tatsache des freien Willens, den Gott all seinen intelligenten Geschöpfen verlieh, gibt es keinen Grund für den Fall Luzifers. Ellen White schrieb dazu: „Es gibt keine Erklärung für den Ursprung der Sünde oder eine Begründung für ihre Existenz…. Die Sünde ist ein Eindringling, für deren Aufkommen es keine Erklärung gibt. Sie ist ein Geheimnis, unerklärlich, und wer sie entschuldigt, verteidigt sie. Könnte man sie entschuldigen oder begründen, würde sie aufhören, Sünde zu sein.“ (VSL 448–496)

Ersetzen wir das Wort „Sünde“ im Zitat durch „das Böse“, so kommen wir zu dem gleichen Ergebnis. Es ist sowohl unmöglich, den Ursprung des Bösen zu erklären, als auch den Grund für seine Existenz zu nennen. Das Böse ist ein Eindringling und es kann kein Grund für seine Existenz angegeben werden. Es ist mysteriös, nicht erklärbar; es zu entschuldigen bedeutet, es zu verteidigen. Könnte eine Entschuldigung dafür oder ein Grund für seine Existenz gefunden werden, würde es aufhören, böse zu sein.

Denke über deine eigenen Erfahrungen mit dem freien Willen nach, den jeder Mensch bekommen hat. Warum sollten wir die Entscheidungen, die wir durch unseren freien Willen treffen, sorgfältig unter Gebet abwägen?

 

 

Mehr als Kopfwissen

 

Obwohl wir nicht erklären können, warum das Böse entstand (es existiert keine Rechtfertigung dafür), offenbart die Bibel, dass es im Himmel im Herzen Luzifers begann. Abgesehen von den spannenden Einsichten, die wir aus den Schriften Ellen Whites gewinnen können (siehe zum Beispiel das Kapitel 29 „Satans Feindschaft gegen Gottes Gesetz“ in Wie alles begann), erzählt uns die Bibel nicht viel über die Anfänge im Himmel. Das Wort Gottes behandelt jedoch ausführlicher, wie es auf der Erde entstand.

Lies 1. Mose 3,1–7: Worin bestand Adams und Evas Versagen in den beschriebenen Ereignissen?

Trauriger Weise wusste Eva, was Gott ihnen gesagt hatte. Sie wiederholte seine Worte: „Aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!“ (1 Mo 3,4) Obwohl laut Bibel nichts über das Berühren der Frucht gesagt worden war, wusste sie von der Wahrheit, dass das Essen vom Baum zum Tod führen würde.

Satan widersprach diesen Worten direkt und offensichtlich: „Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben.“ (1 Mo 3,4) Wie viel schroffer könnte der Kontrast sein? Auch wenn Satans Annäherung zunächst subtil war, stellte er jedoch Gottes Gebot offen infrage, sobald er Evas Aufmerksamkeit gewonnen hatte und sah, dass sie ihm nicht widerstand. Und das Tragische an der Sache ist, dass Eva nicht aus Unwissenheit heraus agierte. Sie konnte nicht sagen: „Ich wusste es nicht. Ich wusste es nicht.“ – Sie wusste es.

Trotz dieses Wissens handelte sie falsch. Wenn selbst in dieser vollkommenen Umgebung Edens das Wissen nicht ausreichte, um Eva (und später Adam, der die Wahrheit ebenfalls kannte) vor der Sünde zu bewahren, sollten wir uns auch jetzt nicht vormachen, dass Wissen alleine ausreicht, um uns zu retten. Ja, wir sollen wissen, was das Wort Gottes uns sagt. Aber zusammen mit diesem Wissen benötigen wir jene Übergabe, durch die wir dem gehorchen, was das Wort uns sagt.

Gott sprach sein Wort, Satan widersprach. Trotz des Wissens, das Adam und Eva hatten, entschieden sie sich, auf Satan zu hören. Denke darüber nach, wie wenig sich über die Jahrtausende hinweg verändert hat. Wie können wir es vermeiden, dieselben Fehler zu begehen?

 

 

Krieg im Himmel und auf der Erde

 

Der Fall der ersten Menschen stürzte die Welt in Sünde, ins Böse und in den Tod. Menschen mögen über die unmittelbaren Ursachen uneinig sein oder darüber, wer der Schuldige ist, aber wer kann die Tatsache von Unruhen, Gewalt, Aufruhr und Konflikten, die uns alle betreffen, leugnen?

Wir sprechen über eine kosmische Auseinandersetzung, einen kosmischen Konflikt und das ist zutreffend und wahr. Aber trotz der kosmischen Ursprünge wird der Konflikt ebenso hier auf der Erde ausgetragen. In der Tat zeigt sich in vielen biblischen Darstellungen – vom Fall in Eden bis hin zu den letzten Ereignissen, die zum zweiten Kommen Jesu führen – dieser Große Kampf. Wir leben inmitten dieses Kampfes. Das Wort Gottes erklärt uns, was wirklich vor sich geht, was bereits hinter uns liegt und am wichtigsten – wie alles enden wird.

Lies Offenbarung 12,1–17: Welche Auseinandersetzungen, sowohl im Himmel als auch auf der Erde, schildert dieses Kapitel?

Wir sehen sowohl einen Kampf im Himmel als auch einen auf der Erde. Der erste Kampf wird zwischen dem Drachen (Satan, Offb 12,7–9) und Michael (hebräische Bedeutung: „Wer ist wie Gott?“) ausgetragen. Der Rebell Luzifer wurde unter dem Namen Satan (Gegenspieler) bekannt, der als geschaffenes Wesen gegen den ewigen Schöpfer, Jesus, kämpft (vgl. Hbr 1,1–2; Joh 1,1–4).

Luzifer rebellierte gegen seinen Schöpfer. Der Große Kampf handelt nicht von sich duellierenden Göttern; er handelt von einem geschaffenen Wesen, das gegen seinen Schöpfer aufbegehrt und diese Rebellion durch einen An-griff gegen die Schöpfung sichtbar werden lässt.

Nachdem er seinen Kampf gegen Christus im Himmel verlor, versuchte Satan ihn auf der Erde unmittelbar nach seiner Geburt heimzusuchen (Offb 12,4). Nachdem er seinen Kampf gegen Christus dort, später in der Wüste und schließlich am Kreuz endgültig verloren hatte, zog Satan in den Krieg gegen die Nachfolger Christi. Dieser Kampf tobte in große Teilen der christlichen Geschichte (Offb 12,6.14–16) und wird bis zum Ende andauern (Offb 12,17), bis Satan beim zweiten Kommen Jesu eine weitere Niederlage erfährt.

Lies Offenbarung 12,10–12: Welche Hoffnung finden wir in diesen Versen trotz der Auseinandersetzungen und Konflikte in den anderen Texten?

 

 

Ich bin immer bei euch bis an das Ende der Zeit

 

Das Buch der Offenbarung sagte die Verfolgung voraus, die Gottes Volk im Verlauf der Kirchengeschichte würde erdulden müssen. Die 1260 prophetischen Tage aus Offenbarung 12,6 (vgl. auch Offb 12,14) deuten auf 1260 Jahre der Verfolgung der gläubigen Gemeinde hin.

„Diese Verfolgungen, die etwa zur Zeit des Martyriums des Paulus unter Nero begannen, dauerten mit größerer oder geringerer Heftigkeit über Jahrhunderte an. Christen wurden zu Unrecht der abscheulichsten Verbrechen beschuldigt und als Verursachende großer Unglücksfälle wie Hungersnot, Seuchen und Erdbeben hingestellt. Sie waren dem Volkszorn ausgesetzt und Ziel von Verdächtigungen. Als sie zur Zielscheibe öffentlichen Hasses und Argwohns wurden, standen Denunzianten bereit, die Unschuldigen gegen Bezahlung anzuklagen.“ (VSL 40)

Zur gleichen Zeit floh die Frau (die Gemeinde) in die Wüste (Offb 12,6). Sie hat in der Vision zwei Adlerflügel. Das Bild legt nahe, dass sie an einen Ort fliegt, wo sie Hilfe finden könnte. Sie wurde in der Wüste versorgt und die Schlange beziehungsweise Satan konnte nicht zu ihr vordringen (Offb 12,14).Gott hat immer eine Gruppe von Übrigen bewahrt, selbst während großer Verfolgungen, und wird dies auch in der Endzeit tun.

Im Zusammenhang mit den Gefahren der letzten Tage sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Zeit.“ (Mt 28,20 LUT84) Wie verstehen wir – selbst vor dem Hintergrund der großen Anzahl an Märtyrern – diese wunderbare Verheißung? (Siehe auch Röm 8,31–39 und Mt 10,28.)

Nichts – weder Verfolgung, Hungersnot noch Tod – kann uns von Gottes Liebe trennen. Christi Gegenwart bei uns – ob jetzt oder in der Endzeit – bedeutet nicht, dass uns Leid, Versuchungen oder selbst der Tod erspart blieben. Uns wurden nirgends solche Ausnahmeregelungen für dieses Leben versprochen. Es bedeutet, dass wir durch Jesus und durch das, was er für uns getan hat, mit der Hoffnung und dem Versprechen leben können, dass Gott in diesen Versuchungen mit uns ist und dass uns die Verheißung auf das ewige Leben im Himmel und auf der neuen Erde jetzt schon gilt. Wir können mit der Hoffnung leben, dass wir, unabhängig davon, was wir hier durchmachen müssen, wie Paulus gewiss sein dürfen: „Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben.“ (2 Tim 4,8)

 

 

Das Gesetz und das Evangelium

 

Der Name Siebenten-Tags-Adventisten umfasst bereits vieles, wofür wir stehen. Der siebente Tag hebt den Siebenten-Tags-Sabbat hervor, der implizit auf unsere Beachtung aller Zehn Gebote – und nicht etwa bloß eines – hindeutet. Adventist bezieht sich auf unseren Glauben an die zweite Ankunft Jesu (lat. adventus) – eine Wahrheit, die nur durch das besteht, was Jesus mit seinem stellvertretenden Tod bei seinem ersten Kommen auf sich nahm. Daher weist unser Name Siebenten-Tags-Adventisten auf zwei wesentliche und untrennbare Bestandteile der gegenwärtigen Wahrheit hin: das Gesetz und das Evangelium.

Was sagen die nachstehenden Texte über die enge Verknüpfung von Gesetz und Evangelium?

Jeremia 44,23

Römer 3,20–26

Römer 7,7

Das Evangelium ist die gute Nachricht, dass wir Vergebung unserer Sünden und unserer Übertretung seines Gesetzes erlangen können, obwohl wir gesündigt haben, indem wir Gottes Gesetz gebrochen haben. Dies geschieht durch den Glauben an das, was Christus für uns am Kreuz tat. Außerdem haben wir die Kraft erhalten, das Gesetz ganz und gar zu halten.

Es ist daher kein Wunder, dass das Volk Gottes im Zusammenhang mit der letzten Zeit, wenn der Große Kampf in besonderer Grausamkeit tobt, auf ganz besondere Weise beschrieben wird.

Lies Offenbarung 14,12: Wie offenbart dieser Text die Verbindung zwischen Gesetz und Evangelium?

Wie können wir als Siebenten-Tags-Adventisten, als ein Volk, das an den Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes glaubt, anderen zeigen, dass das Halten der Gebote kein Legalismus ist, sondern ein natürliches Resultat aus der Liebe zu Gott und der Rettung durch ihn? Wie unterstreichen Texte wie 5.Mose 11,1 und 1. Johannes 5,3 diesen Punkt?

 

 

Weiterführendes Studium

 

Lies Offenbarung 12,9–12 und von Ellen White das Kapitel „Warum ließ Gott die Sünde zu?“ aus Wie alles begann, S. 12–22.

„Solange alle Geschöpfe aus Liebe treu waren, herrschte im gesamten Universum vollkommene Eintracht. Es bereitete den himmlischen Heerscharen
Freude, die Absichten ihres Schöpfers umzusetzen. Sie freuten sich, seine Herrlichkeit widerzuspiegeln und sein Lob zu verkündigen. Und solange die

Liebe zu Gott bei ihnen den obersten Rang einnahm, war die Liebe zueinander voller Vertrauen und selbstlos. Nicht ein einziger Missklang störte die himmlische Harmonie. Aber dieser glückliche Zustand wurde von einer tiefgreifenden Veränderung betroffen. Es gab jemanden, der die Freiheit missbrauchte, die Gott seinen Geschöpfen gewährt hatte. Die Sünde entstand bei dem, der von Gott nach Christus mit der höchsten Ehrenstellung ausgezeichnet worden war. Unter allen Himmelsbewohnern genoss er nach Christus die größte Macht und Herrlichkeit.“ (WAB 13–14)

Beachte Ellen Whites Wortwahl: „aus Liebe treu“ sein. Diese starke und bedeutungsvolle Formulierung deutet auf die Tatsache hin, dass Liebe zum Gehorsam, zur Treue führt. Ehepartner, die einander lieben, werden diese Liebe durch Treue zum Ausdruck bringen. So war es mit den himmlischen Wesen im Himmel, und so soll es auch in unserer Beziehung zu Gott sein.

Fragen zum Gespräch

1. Welche Hinweise haben wir in der Schrift auf die Realität der Existenz Satans und dessen Rolle im Großen Kampf? Wie können wir anderen Menschen helfen, die Existenz Satans als persönliches Wesen und nicht nur als ein Symbol des Bösen im menschlichen Herzen zu verstehen?

2. Als Siebenten-Tags-Adventisten sind wir mit einem beträchtlichen Wissen in Bezug auf die biblische Wahrheit gesegnet. So wunderbar das auch ist, warum reicht dieses Wissen nicht aus, um uns zu retten? Was benötigen wir neben intellektuellem Wissen noch?

3. Auf welche Art und Weise hast du die Gegenwart Jesu erfahren? Wie können dir diese Erfahrungen in künftigen schwierigen Zeiten helfen?

  1. Tauscht euch in eurer Gruppe über die Worte „aus Liebe treu sein“ aus. Wie kann uns diese Vorstellung helfen, die Beziehung zwischen Gesetz und Gnade sowie zwischen Glaube und Gehorsam besser zu verstehen? Was lehrt sie uns über die Idee der Freiheit, die der Liebe innewohnt? Wie können wir selbst die Treue durch Liebe zeigen?

 

 

Mit Gott erlebt

 

Hawaiianische Hochzeit (Teil 1)
Von Benjie Leach

Der Sabbatnachmittag begann wie geplant. Rund 30 Mitglieder der Schulband der Campion Academy, wo ich als Seelsorger arbeitete, verteilten Exemplare des Buches Der bessere Weg von Ellen White in einer Stadt, die sich am Fuß der Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado befindet. Danach kehrten wir zur Ortsgemeinde zurück, wo die Studenten zuvor gespielt hatten und nun die Kleider für eine Wanderung im nahe gelegenen Rocky Mountain National Park wechselten.

Aber als unser Bus an einem malerischen Aussichtspunkt in der Nähe des Berggipfels anhielt, wollte ich sofort umdrehen und wegfahren. Dutzende Menschen in langen Roben lenkten unseren Blick auf sich. Zuerst dachte ich, dass sie irgendeiner aufdringlichen, östlichen Religion angehörten, und ich wollte nicht mit ihnen in einen Streit geraten.

Aber die Bandmitglieder baten darum, dass sie nur fünf Minuten diesen Menschen Zeugnis geben konnten. Widerwillig stimmte ich zu.

Nach einigen Minuten kam ein Schüler zu mir und sagte: „Das ist keine östliche Religion. Das ist eine hawaiianische Hochzeit.“

Ich war überrascht. „Warum wird eine hawaiianische Hochzeit hier in Colorado abgehalten?“, fragte ich.

Es stellte sich heraus, dass der Bräutigam ursprünglich aus Hawaii stammte. Aber, so sagte der Schüler, die Braut und der Bräutigam hätten ein Problem: Der Pastor wäre bereits 45 Minuten zu spät.

„Bist du nicht Pastor?“, fragte der Schüler.

Ich versicherte ihm, dass der Pastor kommen würde. Aber er tauchte nicht auf. Wir sahen, wie die Braut bei einem der Autos weinte, und ich näherte mich ihr. Die Frau erklärte tränenüberströmt, dass der Pastor in einen Autounfall verwickelt war und nicht zur Hochzeit kommen konnte.

Die Braut hatte jetzt mein ganzes Mitgefühl. „In Ordnung“, sagte ich. „Ich denke, ich kann Ihre Hochzeit übernehmen.“

Sie wirkte überrascht. „Was lässt Sie glauben, dass Sie meine Hochzeit übernehmen können?“, fragte sie.

„Ich bin ein Pastor.“

„Sie sehen gar nicht wie ein Pastor aus.“

„Gute Frau, ich würde Sie nicht anlügen.“ Ich zog mein Portemonnaie hervor,

um ihr meinen Predigerausweis zu zeigen.

Ihre Augen wurden groß. „Sie sind wirklich ein Pastor! Können Sie unsere

Hochzeit übernehmen?“, fragte sie.

Ich war mir noch nicht ganz so sicher. Ich sagte ihr: „Ich möchte gerne Ihre

Heiratserlaubnis sehen.“

Sorgfältig studierte ich das Dokument. Es war in Ordnung.

„Ich denke, ich werde Ihre Hochzeit übernehmen“, meinte ich. „Wie heißen Sie?“ Die Bandmitglieder sahen, was vor sich ging, und wurden aufgeregt. Mehrere

Bandmitglieder spielten für das Paar, bevor die Zeremonie begann.

 

 

Lehrerteil

 

Erkennen: Das Ausmaß des Konfliktes zwischen Gott und Satan und die Tragödie, die die Menschheit miteinschließt. Empfinden: Das Vertrauen auf Gottes Treue wird im täglichen Kampf gegen das Böse helfen. Handeln: Gott aus Liebe heraus sein Leben übergeben und seinen Geboten gehorchen.

Übersicht

Erkennen: Das kosmische Ausmaß des Großen Kampfes

Was ist der Einfluss des Bösen in der Welt und im Universum?
Wo und warum hat das Böse seinen Anfang genommen?
Was ist Gottes Strategie, um die Menschheit von der Tragödie des Bösen zu erlö- sen?
Empfinden: Gottes Liebe in meinem Leben

Welches Versprechen gab Jesus seinen Jüngern, um ihre Hoffnung bis zum Ende aufrechtzuerhalten?
Welche Verheißung gab Jesus seinen Jüngern, damit ihre Herzen nicht beschwert zu sein brauchten?
Beinhalten diese Versprechen, dass Gottes Jünger vor Schwierigkeiten bewahrt werden? Warum oder warum nicht?
Handeln: Die Antwort des Menschen

Wie sollten Menschen auf Gottes Liebe zu ihnen reagieren?
Warum ist die Beachtung der Gebote Gottes die einzig logische Folge auf Gottes Gnade?
Wie verhalten sich unsere Hoffnung auf die Ewigkeit und unsere Beziehung zum unendlichen Gott auf der einen Seite und unsere begrenzte Treue und unser begrenzter Gehorsam auf der anderen Seite zueinander?
Zusammenfassung

Es bedarf der kosmischen Lösung einer anderen Welt zur kosmischen Lösung der Probleme dieser Welt. Die Art und Weise, wie wir unser Leben führen, soll auf diese andere Welt hinweisen.

Studientext: Johannes 14,1–4

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

Das Warten auf das Kommen Christi am Ende der Tage ist nicht nur eine Lehre oder ein Weg, um Trost und Hoffnung in unseren Nöten zu finden. Auch wenn diese Dinge dazugehören, so ist es doch zunächst die Sehnsucht, Christus von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Diese Hoffnung auf sein Kommen ist das Herzstück unseres geistlichen Lebens. Aber diese Hoffnung enthält auch eine Paradoxie: Je inniger wir mit ihm leben, desto enger wird unsere Beziehung zu ihm. Je enger wir mit ihm verbunden sind, desto stärker werden wir uns nach seiner physischen und persönlichen Gegenwart in seinem Königreich sehnen.

Hinweis für den Gesprächsleiter

Die Studienanleitung dieser Woche führt in die Thematik des Großen Kampfes ein, der das gesamte Universum beeinträchtigt. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde sollte die Hoffnung auf das zukünftige Kommen des himmlischen Königreiches in unser gegenwärtiges Leben bringen. Dieser Glaube bedeutet mehr, als nur ein besseres Leben zu erhalten oder ein schöneres Zuhause im vollkommenen Reich Gottes zu genießen. Auch wenn diese Vorzüge darin enthalten sind, so dreht sich die Hoffnung auf das kommende Reich Christi primär um die Person Jesus Christus, der uns liebt und den wir lieben und mit dem wir in alle Ewigkeit zusammenleben werden. Jesus nennt den Grund, weshalb er einen Ort für uns vorbereitet: „Auf dass auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh 14,3) Das Leben des Christen soll daher auf dieses Königreich und diese Person hinweisen.

Gespräch zum Einstieg

Ein Rabbi des 15. Jahrhunderts, der Maharal von Prag, verglich die Gläubigen mit einem umgekehrten Baum, der im Himmel seine Wurzeln hat, aber auf der Erde blüht und Früchte bringt. Genauso sollte der Christ seine Wurzeln im Himmel haben und auf der Erde Blüten und Früchte tragen, die vom Himmel zeugen. Die Worte, Taten und der Lebensweg des Christen sollten in den Menschen in seiner Umgebung den tiefen Wunsch und die starke Sehnsucht nach dem Königreich des Himmels wecken. Gewissermaßen sind wir als Christen und Adventisten für das Entfachen der Hoffnung auf den „Advent“ bei den Menschen um uns herum verantwortlich.

Gesprächsfragen

Wie ist der Himmel mit der Erde verbunden?
Inwiefern können durch die Lebensweise eines Christen anderen die Schönheit und die himmlische Atmosphäre ans Herz gelegt werden?
Welche geistlichen Lektionen können wir aus dem Nachdenken über die Sterne und die unendliche Weite des Universums ziehen? (Ps 8,4–5)
Warum war es für den großen Gott des Universums notwendig, den Himmel zu verlassen und auf der Erde zu leben? (Joh 3,31–36)
Hinweis für den Gesprächsleiter

Die Studienanleitung dieser Woche konfrontiert uns mit dem Drama des Großen Kampfes, der im Himmel mit der Rebellion Luzifers begann und der sich mit dem Fall des ersten Menschenpaares auf diese Erde verlagerte. Die Endzeit beginnt mit der Menschwerdung Gottes, der kam, um unter uns zu leben, um uns auf das Reich Gottes am Ende der Zeit vorzubereiten. Ermutige die Gesprächsteilnehmer, darüber nachzudenken und die gravierende Bedeutung dieser Ereignisse zu ermessen.

I. Der Ursprung des Bösen

Lies die folgenden Texte mit deinem Gesprächskreis: Hesekiel 28,2.11–17; Jesaja 14,12–14; 2. Thessalonicher 2,7.

Die biblischen Texte über den Ursprung des Bösen sind nur sehr wenige und sehr knapp gehalten. Hesekiel sagt uns, dass das Böse plötzlich geschah, aber er gibt uns keine Erklärung dafür: „… bis an dir [Luzifer, der in Hesekiels Passage mit dem König von Tyrus symbolisiert wird] Missetat gefunden wurde.“ (Hes 28,15) Gott hatte nichts mit der Erschaffung dieser Missetat zu tun. Nichts in diesem Engelwesen konnte seinen Fall vorhersagen. Gott hatte Luzifer vollkommen und „voller Weisheit“ (Hes 28,12) erschaffen. Gott hatte ihn sogar ins himmlische Eden, in den „Garten Gottes“ (Hes 28,13), gesetzt, was bedeutete, dass er Luzifer „auf den heiligen Berg“ Gottes im himmlischen Tempel gesetzt hatte, wo er „wandelte“ (Hes 28,14).

Auf den irrationalen Prozess der Entstehung des Bösen wird im biblischen Text verwiesen. Das Böse entstand in der Intimität von Luzifers Denken; sein „Herz erhob“ sich (Hes 28,17; vgl. mit Hes 28,2). Er dachte, dass er ein Gott sei (Hes 28,2). Der Prophet Jesaja beschreibt den gleichen gedanklichen Prozess in Luzifer (Jes 14,13); auch hier weist Luzifer den Ehrgeiz auf, auf dem heiligen Berg sitzen zu wollen und sogar zum „ Allerhöchsten“ (Jes 14,14) zu werden.

Was im Himmel geschah, wurde zur Blaupause für den Anfang der Ungerechtigkeit auf der Erde unter den Menschen. Die ersten Menschen, Adam und Eva, wurden vollkommen erschaffen – so wie auch Luzifer. Sie waren nach dem „Bild Gottes“ geschaffen worden. Gott hatte sie in den Garten Eden gesetzt. Das Argument, womit die Schlange, also Satan, Eva überzeugen sollte, erinnert uns an den Selbstbetrug und die Versuchung des Stolzes, die zu Satans eigenem Fall führten: „Ihr werdet sein wie Gott.“ (1 Mo 3,5) Die Menschen betrogen sich jedoch selbst und machten sich vor, dass sie den göttlichen Status der Weisheit erreichen könnten (1 Mo 3,6). Im Himmel und auf der Erde entstand das Böse entgegen Gottes Plan – es ist eine Anomalie, für die es keine Erklärung gibt und die nicht verstanden werden kann. Paulus bezeichnete die Existenz des Bösen als „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“ (2 Ths 2,7 NLB).

Zum Nachdenken

Inwiefern ist der Ursprung der Ungerechtigkeit ein Geheimnis? Welche Beispiele aus der Geschichte kennst du, die für das Irrationale des Bösen stehen? Wo hast du den irrationalen Charakter des Bösen in deinem eigenen Verhalten beobachten können? Tauscht Beispiele aus eurem Leben aus, wo ihr Opfer der irrationalen Ungerechtigkeit des Bösen wurdet.

II. Das Produkt des Bösen Lest gemeinsam Offenbarung 12,1–17 und 1. Mose 3,15.

Sobald das Böse entstanden war, brach ein Krieg im Himmel und auf der Erde aus. Das Buch der Offenbarung berichtet von diesem Krieg im Himmel zwischen den Engeln Satans und Gottes Engeln (Offb 12,7). Der Text schweigt über die Natur und den Ablauf dieses himmlischen Krieges. Uns wird nur gesagt, dass Satan und sein Heer den Kampf verlor und er aus dem Himmel auf die Erde geworfen wurde (Offb 12,13; vgl. mit V. 4). Dieser Krieg, der auch als Großer Kampf bekannt ist, verlagert sich dann auf die Erde, wo der nächste Konflikt zwischen „dem Drachen“ (Satan) und „der Frau“ (Gottes Volk) stattfindet, die den Messias hervorbringt (Offb 12,13). Danach attackiert Satan die Frau erneut, worauf diese in die Wüste flieht und für „eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ (Offb 12,6.14; vgl. Dan 7,25) verfolgt wird. Satan wendet sich schließlich „den Übrigen“ des Volkes Gottes zu und greift sie an (Offb 12,17).

Zum Nachdenken

Warum schildert die Bibel den Ursprung des Bösen im Himmel so zurückhaltend? Warum steht die Kirchengeschichte im Fokus der prophetischen Vision aus Offenbarung 12?

III. Die Antwort auf das Böse Lest gemeinsam 1. Mose 3,15 und Philipper 2,6–8.

Die Fortsetzung des Großen Kampfes hier auf der Erde schließt auch den Gott des Himmels mit ein. Das Böse begann mit der Fehlentwicklung eines Wesens, das Gottes Platz einnehmen wollte. Paradoxerweise war die Lösung, die Gott wählte, um dem Bösen gegenüberzutreten, die Umkehrung des göttlichen Status. Gott, der Allmächtige und Ewige, wurde Mensch – der Sohn eines Zimmermanns – und starb den Tod eines Verbrechers, um die Menschheit zu retten. Die göttliche Absicht, die Menschheit zu retten, wird schon in der ersten Prophezeiung der Bibel beschrieben – darin erklärt Gott der Schlange den Krieg (1 Mo 3,15). Der Apostel Paulus greift die Quintessenz dieser ganzen Geschehnisse auf: Christus, „der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ (Phil 2,6–8)

Zum Nachdenken

Warum ist das Kreuzesgeschehen für unsere Erlösung ausreichend? Worin besteht die Beziehung zwischen dem Evangelium des Kreuzes, das Gottes Liebe und Gnade für uns zeigt, und unserer Hoffnung auf das zukünftige Reich Gottes?

Hinweis für den Gesprächsleiter

Sprich mit deinem Gesprächskreis über die sich ergänzende Beziehung zwischen dem Kreuz und dem Reich Gottes. Stelle die folgende Frage: „Wodurch wisst ihr, dass ihr gerettet seid?“ Fordere jeden Teilnehmer dazu auf, sorgfältig über die Antwort nachzudenken. Warum ist es unmöglich, ohne das Kreuz Zutritt zu Gottes Reich zu erhalten? Frage eben-falls: „Warum ist das Kreuzesgeschehen für unsere Erlösung ausreichend?“

Fragen zur Anwendung

Tauscht euch über den folgenden praktischen Gedanken aus: Das Wissen über das Ende der Reise hilft uns dabei, uns auf dieser Reise zu orientieren.
In welcher Beziehung stehen der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten und der „Glauben an Jesus“ (Offb 14,12), der uns durch Gnade rettet?
Hinweis für den Gesprächsleiter

Erzähle die folgende Geschichte: „Ein Mann sah, dass eine sehr schöne Trompete auf einem lokalen Marktplatz zum Verkauf angeboten wurde. Der Verkäufer pries sie mit ihren magischen Eigenschaften an. ‚Diese Trompete‘, sagte er, ‚hat eine wunderbare Fähigkeit. Sie kann jedes Feuer löschen. Blase nur in diese Trompete und sofort wird das Feuer besiegt werden.‘

Der Mann war davon fasziniert und kaufte die Trompete. Sobald er heimkam, entschied er sich sofort, die Fähigkeit der Trompete zu testen. Er zündete sein Haus an und fing an, in die Trompete zu blasen. Das Feuer brannte zu seinem Entsetzen jedoch weiter und die Trompete hatte keinen Einfluss darauf.

Verzweifelt rannte er zum Marktplatz zurück und fand den Verkäufer, der ihm die Trompete verkauft hatte. Er beschwerte sich lautstark, dass die Trompete nicht funktionierte. Der Verkäufer erklärte: ‚Die Funktion der Trompete besteht nicht darin, die Feuer zu löschen, sondern andere vor dem Feuer zu warnen, damit sie kommen und es löschen.‘“ (Zitiert nach Jacques Doukhan, Proverbs, Nampa, Idaho 2014, S. 25)

Aktion

Schreibe diese Geschichte in ein Anspiel um und lass sie von einigen der Teilnehmer aufführen. Diskutiert danach gemeinsam, was dieses Gleichnis mit dem Kommen Christi und dem Ende der Welt zu tun hat. Haben wir uns jemals so wie dieser törichte Trompetenspieler verhalten?

 

 

 

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