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Ehrlichkeit Gott gegenüber

Bibelgespräch live – aktuelle Themen in einer Talkrunde im Hope Channel

 

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Diese Ausgabe entspricht der weltweiten Standard Edition der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
Adventech „Unser Auftrag“

 

Lies für das Studium dieser Woche:

Lukas 16,10; 3. Mose 27,30; 1. Mose 22,1–12; Hebräer 12,2; Lukas 11,42; Hebräer 7,2–10; Nehemia 13

 

Merktext

 

Aber dann gibt es auch Menschen, die sind wie der fruchtbare Boden, auf den die Saat fällt: Sie hören Gottes Botschaft und nehmen sie mit aufrichtigem und bereitwilligem Herzen an. Sie halten treu daran fest, lassen sich durch nichts beirren und bringen schließlich reiche Frucht. (Lk 8,15 Hfa)

 

Was ist ein aufrichtiges Herz und wie zeigt es sich? In unserer Zeit wird Ehrlichkeit oft als eine vage, relativistische Ethik angesehen. Die meisten Menschen sind von Zeit zu Zeit unehrlich, halten das aber für akzeptabel, solange der Verstoß nicht zu groß ist. Auch geht man davon aus, dass bestimmte Umstände ein gewisses Maß an Unehrlichkeit rechtfertigen.

Wahrheit und Ehrlichkeit gehören immer zusammen. Doch wurden wir nicht mit der Neigung, ehrlich zu sein, geboren; es ist eine anerzogene moralische Tugend und bildet den Kern des moralischen Charakters eines Haushalters.

Wenn wir Ehrlichkeit ausleben, entsteht daraus Gutes. Zum Beispiel müssen wir uns nie Sorgen darübermachen, bei einer Lüge erwischt zu werden und sie dann vertuschen zu müssen. Deshalb und aus weiteren Gründen ist Ehrlichkeit ein wertvolles Persönlichkeitsmerkmal, besonders in problematischen Situationen, in denen wir in der Versuchung stehen, unehrlich zu sein.

In der Studienbetrachtung dieser Woche befassen wir uns mit dem geistlichen Konzept der Ehrlichkeit am Beispiel des Zehntengebens und werden sehen, warum das Zehntengeben für den Haushalter und die Haushalterschaft von großer Bedeutung ist.

  • Studiere diese Lektion zur Vorbereitung auf Sabbat, den 17. Februar.

 

Eine einfache Frage der Ehrlichkeit

 

Die meisten von uns mögen keine Unehrlichkeit. Wir mögen sie ganz besonders nicht, wenn wir sie bei anderen bemerken. Es ist jedoch nicht einfach, sie bei uns selbst zu bemerken, und wenn wir dies tun, tendieren wir dazu, unsere Handlungsweise zu erklären, zu rechtfertigen, sie herunterzuspielen:

 

Ach, das ist nicht so schlimm; das ist nur eine Kleinigkeit, nicht wirklich wichtig. Meistens täuschen wir uns vielleicht sogar selbst; aber wir können niemals Gott täuschen.

 

„Unehrlichkeit wird überall bei uns praktiziert, und dies ist der Grund, warum viele, die angeben, die Wahrheit zu glauben, lau sind. Sie sind nicht mit Christus verbunden und betrügen sich selbst.“ (Ellen G. White, Testimonies for the Church, Bd. 4, S. 310)

 

Lies Lukas 16,10: Über welches wichtige Prinzip sprach Jesus hier, das uns helfen soll, zu erkennen, wie wichtig es ist, ehrlich zu sein, selbst in „kleinen Dingen“ (NLB)?

 

Doch Gott weiß, wie schnell wir unehrlich werden können, besonders wenn es um unseren Besitz geht. Deshalb hat er uns ein machtvolles Gegenmittel zu Unehrlichkeit und Egoismus gegeben, zumindest, wenn es um materiellen Besitz geht.

 

Lies 3. Mose 27,30 und Maleachi 3,8: Was lehren diese Verse und wie kann das, was sie sagen, uns helfen, ehrlich zu bleiben?

 

„Damit appelliert er [Gott] weniger an unsere Dankbarkeit oder Großzügigkeit, sondern an unsere Ehrlichkeit und Treue. Der Zehnte gehört Gott, und er erwartet von uns, dass wir ihm zurückgeben, was ihm gehört … Wenn Ehrlichkeit ein grundlegendes Prinzip des Geschäftslebens ist, müssen wir dann nicht unsere Verpflichtung Gott gegenüber erkennen – eine Verpflichtung, die jeder anderen zugrunde liegt?“ (Ellen G. White, Education, S. 138 f.)

 

Wie kann das Zehntengeben dir helfen, dich daran zu erinnern, wem letztlich alles, was du hast, gehört? Warum ist es wichtig, nie zu vergessen, wem all unser Besitz sowieso gehört?

 

Das Glaubensleben

 

Lies 1. Mose 22,1–12: Was sagt uns dieser Bericht über die Realität von Abrahams Glauben?

 

Das Glaubensleben ist keine einmalige Angelegenheit. Wir drücken unseren Glauben nicht nur einmal entschieden aus und beweisen damit, dass wir wirklich loyale und treue Christen sind, die durch Gnade leben und durch Christi Blut erlöst sind.

 

Die religiöse Welt ist zum Beispiel auch nach Tausenden von Jahren erstaunt über die Glaubenstat Abrahams mit Isaak auf dem Berg Morija (1 Mo 22). Doch diese Tat des Glaubens hatte Abraham nicht hervorgezaubert, als er sie brauchte. Es war sein glaubenstreues und gehorsames Leben zuvor, das ihm das zu tun ermöglichte, was er tat. Wäre er vor dieser Begebenheit oft untreu gewesen, hätte er die Prüfung nie so bestanden, wie er sie bestand. Es steht ebenso außer Frage, dass ein Mensch mit dieser Art von Glauben diesen auch nach diesem Ereignis weiter auslebte.

 

Es geht darum, dass der Glaube eines Haushalters ebenso keine einmalige Handlung ist. Mit der Zeit wird er entweder tiefer und stärker oder oberflächlicher und schwächer werden, je nachdem, wie derjenige, der Glauben beansprucht, diesen auslebt.

 

Lies Hebräer 12,2: Was sagt uns dies über die Quelle unseres Glaubens und darüber, wie wir glauben sollen?

 

Unsere einzige Zuflucht als treue Haushalter besteht darin, „hin[zu]schauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes“ (Hbr 12,2 EB). Das Wort „Vollender“ wird im Neuen Testament nur an dieser Stelle benutzt und kann auch mit „Vollkommenmacher“ übersetzt werden. Das bedeutet, dass Jesus unseren Glauben reifen lassen und ihn vollkommen machen möchte (Hbr 6,1–2). Somit ist Glaube, das Glaubensleben, eine dynamische Erfahrung: Er wächst, er reift und er nimmt zu.

 

Wie hast du deinen Glauben im Laufe der Zeit wachsen und reifen sehen? Hast du das überhaupt?

 

Ein Glaubensbekenntnis

 

Wie wir gestern sahen, ist Glaube ein Prozess, eine dynamische Erfahrung, die idealerweise reift und wächst. Und ein Weg, wie Gott unseren Glauben „vollendet“ und ihn zur Vollkommenheit führt, ist das Zehntengeben. Wenn er richtig verstanden wird, ist der Zehnte, der Gott zurückgegeben wird, kein Legalismus. Wenn wir Zehnten geben, arbeiten wir nicht daran und streben damit nicht danach, uns den Einzug in den Himmel zu verdienen. Vielmehr ist das Zehntengeben ein Glaubensbekenntnis. Es ist äußerlicher, sichtbarer, persönlicher Ausdruck der Realität unseres Glaubens.

 

Schließlich kann jeder behaupten, Glauben zu haben, an Gott zu glauben und selbst an Jesus zu glauben. Wie wir wissen, „glauben sogar die Dämonen“ (Jak 2,19 Hfa). Aber zehn Prozent deines Einkommens nehmen und es Gott zurückgeben? Das ist eine Glaubenstat.

 

Lies Lukas 11,42: Was bedeutet es, dass Jesus andeutete, dass man mit dem Zehntengeben nicht aufhören sollte? In welcher Beziehung steht der Zehnte zu den gewichtigeren Themen des Gesetzes?

 

Der Zehnte ist ein demütiger Ausdruck der Abhängigkeit von Gott und ein Akt des Vertrauens darauf, dass Christus unser Erlöser ist. Er ist die Anerkennung, dass wir bereits „mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus“ (Eph 1,3) gesegnet wurden, und eine Verheißung auf mehr.

 

Lies 1. Mose 28,14–22: Wie reagierte Jakob auf Gottes Verheißung?

 

„Gott hat seinem Volk einen Plan zur Aufbringung ausreichender Mittel gegeben, damit sich das Werk selbst unterhalten kann. Die göttliche Ordnung des Zehntensystems ist in ihrer Einfachheit und Fairness wunderbar. Alle sollten sich gläubig und zuversichtlich daranhalten, denn sie ist göttlichen Ursprungs. In ihr paart sich Einfachheit und Nützlichkeit, und sie erfordert zu ihrem Verständnis und zu ihrer Erfüllung kein tiefgründiges Studium. Alle sollten verspüren, dass auch sie sich an der Förderung des wertvollen Erlösungswerkes beteiligen können. Alle Männer, Frauen und Jugendlichen haben die Gelegenheit, Schatzmeister des Herrn zu werden und ein Werkzeug zu sein, um die Anforderungen an die Schatzkammer zu erfüllen.“ (Ellen G. White, Gottes Gaben verwalten, S. 76)

 

Wie hast du für dich die echten geistlichen Segnungen erlebt, die aus dem Zehntengeben erwachsen? Wie hat das Geben des Zehnten deinen Glauben wachsen lassen?

 

Ehrlicher Zehnten: Für Gott heilig

 

Wir sprechen oft darüber, Gott den Zehnten zu geben. Aber wie geben wir Gott etwas, das er bereits besitzt?

 

Lies 3. Mose 27,30: Welche zwei wichtigen Punkte finden sich in Bezug auf den Zehnten in diesem Vers?

 

„Der Zehnte gehört Gott und ist deshalb heilig. Er wird nicht durch ein Gelübde oder eine heilige Handlung heilig. Er ist einfach aus sich heraus heilig; er gehört Gott. Niemand außer Gott hat ein Recht auf ihn. Niemand kann ihn Gott weihen, weil der Zehnte nie Teil des Besitzes eines Menschen ist.“ (Ángel Manuel Rodríguez, Stewardship Root, Stewardship Ministries Department, Silver Spring, Maryland 1994, S. 52)

 

Wir machen den Zehnten nicht heilig; Gott tut dies, indem er ihn als solchen ausweist. Er hat das Recht dazu. Als Haushalter geben wir ihm das zurück, was ihm gehört. Der Zehnte ist Gott für einen bestimmten Zweck geweiht. Ihn für irgendeine andere Bestimmung zu verwenden ist unehrlich. Die Praxis, einen heiligen Zehnten zurückzugeben, wurde nie gebrochen.

 

Lies Hebräer 7,2–10: Auf welche Weise offenbart Paulus’ Abhandlung darüber, dass Abraham Melchisedek Zehnten gab, eine tiefere Bedeutung des Zehnten? Wem gab Abraham in Wirklichkeit den Zehnten?

 

So, wie der Sabbat heilig ist, so ist der Zehnte heilig. Das Wort „heilig“ bedeutet „abgesondert zum heiligen Gebrauch“. Der Sabbat und der Zehnte sind auf diese Weise miteinander verbunden. Wir sondern den Siebten-Tag-Sabbat als heilig ab; und wir sondern den Zehnten als Gottes heiligen Besitz, als das, was heilig ist, ab.

 

„Gott hat den siebten Tag geheiligt (vgl. 1 Mo 2,3a). Diese besondere Zeit, von Gott selbst zur Anbetung abgesondert, ist heute noch genauso heilig wie damals, als sie vom Schöpfer zum ersten Mal geheiligt wurde (vgl. V. 2–3). Genauso ist der zehnte Teil unseres Einkommens ‚dem Herrn heilig‘ (3 Mo 27,30b). Das Neue Testament erneuert das Zehntengebot nicht ebenso wenig wie das Sabbatgebot, denn die Gültigkeit beider wird vorausgesetzt und ihre tiefe geistliche Bedeutung erklärt … Wenn wir als ein Volk Gottes versuchen, Gott die Zeit zu geben, die er für sich reserviert hat, sollten wir ihm dann nicht auch den Teil unserer Mittel zur Verfügung stellen, den er beansprucht?“ (Ellen G. White, Gottes Gaben verwalten, S. 68)

 

Was kannst du tun, um dir in Herz und Verstand das Bewusstsein lebendig zu erhalten, dass dein Zehnter in der Tat „heilig“ ist?

 

Erweckung, Ehrlichkeit und Zehntengeben

 

Die lange Regierungszeit Hiskias wird als Höhepunkt des Stammes Juda angesehen. Seit der Regierung von David und Salomo hatte Israel Gottes Segnungen nicht mehr in so großem Umfang genossen. In 2. Chronik 29–31 findet sich der Bericht von Hiskias Erweckung und Erneuerung: „Er tat, was recht war in den Augen des HERRN.“ (2 Chr 29,2 SLT) „So wurde der Dienst am Hause des HERRN geordnet.“ (2 Chr 29,35) Passa wurde gefeiert (2 Chr 30,5). „Es war eine große Freude in Jerusalem.“ (2 Chr 30,26) Heidnische Abbildungen, Altäre und Anbetungsstätten wurden zerstört (2 Chr 31,1). Eine plötzliche Erweckung der Herzen und eine Reformation der Praktiken erfolgte, was zu einer Fülle von Zehnten und Opfergaben führte (2 Chr 31,4–5.12).

 

Nehemia ist ein weiteres Beispiel für Erweckung, Reformation und Zehntengeben. Lies Nehemia 9,2–3: Was bedeutete die Erweckung des Herzens? Lies Nehemia 13: Was brachten die Menschen von Juda ins „Haus unseres Gottes“ (Neh 13,4), nachdem Nehemia es erneuert hatte (Neh 13,12)?

 

„Erweckung und Reformation sind zwei verschiedene Dinge. Mit Erweckung bezeichnen wir eine Erneuerung des geistlichen Lebens, eine Belebung der Kräfte des Verstandes und des Herzens, ein Auferstehen vom geistlichen Tod. Reformation dagegen meint Umgestaltung, einen Wandel der Ideen und Theorien, der Gewohnheiten und Verhaltensweisen.“ (Ellen G. White, Im Dienst f Christus, S. 53 f.)

 

Der Zusammenhang zwischen Erweckung, Reformation und Zehntengeben besteht automatisch. Ohne Zurückgeben des Zehnten sind Erweckung und Reformation lauwarm, falls dies überhaupt eine Erweckung ist. Allzu oft stehen wir Christen untätig am Spielfeldrand, während wir aktiv auf der Seite Gottes involviert sein sollten. Erweckung und Reformation verlangen Hingabe, und das Zehntengeben ist Teil dieser Hingabe. Wenn wir Gott das vorenthalten, worum er uns bittet, können wir nicht erwarten, dass er auf das reagiert, was wir von ihm erbitten. Erweckung und Reformation müssen in der Gemeinde stattfinden, nicht außerhalb davon (Ps 85,7). Wir müssen Gott um Erweckung bitten (Ps 80,19) und um Reformation der „ersten Werke“ (Offb 2,5). Reformation muss in Bezug auf das, was wir behalten und was wir Gott zurückgeben, geschehen.

 

Nicht die Tat an sich macht den Unterschied, sondern die Entscheidung des Verstandes und der Gefühle, die das Motiv und die Hingabe offenbaren. Das Ergebnis wird wachsender Glaube, geschärfte geistliche Vision und erneuerte Ehrlichkeit sein.

 

Weiterführendes Studium

 

Gott initiierte alle Bündnisse, die in der Bibel beschrieben werden, und übernahm die Führung dabei, sein Volk in diese Bündnisse zu leiten (Hbr 8,10). Die Bundesverheißungen spiegeln seine Gnade, seine Liebe und seinen Wunsch, uns zu erlösen, wider.

 

Ein Bund mit Gott beinhaltet vieles: Gott, einen Empfänger, Bedingungen des Bundes, die beidseitige Verpflichtung, die Bedingungen einzuhalten, festgesetzte Strafen bei Bruch des Bundes und beabsichtigte Resultate oder erwünschte Ergebnisse. Das Konzept des Zehntengebens spiegelt diese Komponenten in Maleachi 3,9–10 wider. Diese Verse betonen den besonderen Bund des Zehntengebens zwischen Gott und seinen Haushaltern. Wenn wir einen derartigen Bund eingehen, ist dies ein sichtbares Zeichen, dass wir den materialistischen Prinzipien des Konsumverhaltens widersprechen, und wir beweisen, dass etwas Gutes aus einem umgewandelten sündigen Herzen entstehen kann.

 

„Eine enge, egoistische Einstellung scheint den Menschen davon abzuhalten, Gott das Seine zu geben. Der Herr hat mit den Menschen einen besonderen Bund geschlossen. Wenn sie den Anteil, der für die Unterstützung des Reiches Gottes bestimmt ist, regelmäßig beiseitelegten, würde der Herr sie so reichlich segnen, dass sie gar nicht genügend Raum hätten, seine Geschenke zu empfangen. Aber wenn die Menschen das, was Gott gehört, zurückhalten, erklärt der Herr ganz eindeutig: ‚Darum seid ihr auch verflucht.‘ (Mal 3,9a)“ (Ellen G. White, Gottes Gaben verwalten, S. 80) In einer Bundesbeziehung mit Gott zu leben bringt Verantwortung mit sich. Wir genießen die Verheißungen des Bundes, aber oft missfallen uns die Gebote und die Verantwortung. Ein Bund ist in diesem Zusammenhang jedoch ein Übereinkommen, das auf zwei Seiten beruht, und das Zehntengeben ist ein Teil dieses Lebens in dem Bund.

 

Fragen für ein Gespräch

 

Warum ist das Zurückgeben des Zehnten von unserer Seite ein sehr wichtiger Glaubensakt?

 

Was würdet ihr jemandem antworten, der sagt: „Ich kann es mir einfach nicht leisten, Zehnten zu geben?“ Wie helft ihr jemandem, der sich in einer solchen Situation sieht? Und was könnt ihr, außer Worten, noch tun, um zu helfen?

 

Die letzte Frage am Mittwoch drehte sich darum, wie ihr euch immer wieder bewusstmachen könnt, dass der Zehnte heilig ist. Welche Antworten habt ihr darauf? Wie wirkt sich die Tatsache, dass er heilig ist, darauf aus, in welcher Weise ihr den Zehnten gebt?

 

Mit Gott erlebt

 

Ein Besuch, neun Taufen

Yolanda Martinez Santos

 

Ericas Ehemann schien nicht sehr glücklich darüber zu sein, dass ich mit seiner Frau die Bibel studierte. Zwei Wochen zuvor war ich Erica zum ersten Mal begegnet, als ich in Kalifornien von Haus zu Haus missionierte. Nun lasen wir zum zweiten Mal gemeinsam in Gottes Wort, als Ericas Mann, der einer anderen Religionsgemeinschaft angehörte, dazukam. Ich stellte mich vor: „Ich bin Yolanda Martinez Santos, ich bin Siebenten-Tags-Adventistin.“

 

Ericas Ehemann war zwar sehr überrascht darüber, dass ich mit seiner Frau die Bibel studierte, bat mich aber nicht zu gehen. Erica erzählte mir jedoch später, dass er es nicht gut gefunden hätte. Deshalb beteten Erica und ich dafür, dass ihr Mann ihr weiterhin erlauben würde, mit mir Bibelstunden abzuhalten – und dass er sich uns anschließen würde.

 

Trotzdem waren wir erstaunt, als er an unserem nächsten Treffen teilnahm und ankündigte, er würde nun jede Woche mit uns die Bibel studieren.

 

Kurze Zeit später lud Erica ihren Bruder zu unserer Bibelstunde ein und er nahm freudig an. Dann fragte Ericas 13-jähriger Sohn, ob er auch mit dabei sein könnte.

 

Während wir die Bibelstunden fortsetzten, erzählte Erica ihrer Schwester, die in einer anderen Stadt wohnte, was sie gelernt hatte. Ihre Schwester wollte mehr darüber hören; deshalb fragte sie bei der Adventgemeinde an ihrem Wohnort nach Bibelstunden. Der Ehemann wie auch die Schwiegermutter von Ericas Schwester nahmen daran teil.

 

Aber das war noch nicht alles. Erica stellte mich ihren Eltern vor, die mir erzählten, Erica wäre ein völlig anderer Mensch geworden. Und sie wollten gerne auch das haben, was Erica gefunden hatte. Ich antwortete: „Was Ihnen fehlt, ist Jesus.“

 

Von da an studierten auch Ericas Eltern die Bibel mit uns.

 

Es ist kaum zu glauben, dass das Klingeln einer Bibelarbeiterin an einer Haustüre zu neun Taufen führte: Erica, ihr Sohn, ihr Bruder, ihre Mutter, ihr Vater, ihre Schwester, ihr Schwager, die Schwiegermutter von Ericas Schwester und sogar ihr Nachbar wurden getauft. Ericas Mann besucht regelmäßig die Gottesdienste der Adventgemeinde.

 

Erica berichtete mir, dass sie vor meinem ersten Besuch einen Monat lang Gott darum gebeten hatte, ihr die richtige Kirche zu zeigen. Sie sagte: „Wenn du nicht an meiner Türe geklingelt hättest, wäre all dies nicht geschehen. Gott hat meinen Hilferuf beantwortet!“

 

Yolanda Martinez Santos ist Bibelarbeiterin in Kalifornien.

 

Lehrerteil

 

Leittext: 3. Mose 27,30

 

Lehrziele

 

Erkennen: Daran glauben, dass aus Ehrlichkeit Gott gegenüber einem starken Gefühl für persönliche Integrität und einem geisterfüllten Leben erwachsen.

Empfinden: Die emotionale Freiheit erleben, die Ehrlichkeit mit sich bringt, und das Abenteuer schmecken, das Vertrauen in Gott bietet.

Handeln: Sich entschließen, den Zehnten aus all den oben genannten Gründen zu geben.

 

Übersicht

 

Erkennen: Den Glauben haben, in allen Dingen treu zu sein

 

Warum ist es wichtig, selbst in den kleinen Dingen des Lebens treu zu sein?

Inwiefern ist Ehrlichkeit mit einem Leben, das auf Vertrauen (Glauben) baut, verknüpft?

Inwiefern ist das Zehntengeben mit dem Konzept von Ehrlichkeit und Vertrauen (Glauben) verknüpft?

Empfinden: Freiheit durch Ehrlichkeit und Vertrauen

 

Inwiefern lässt uns Ehrlichkeit ein reines Gewissen haben?

Wie kann das Zehntengeben eine Atmosphäre des Glaubens an Gott und der Abhängigkeit von ihm fördern?

 

Handeln: Zehntengeben – Übung macht den Meister

 

Welchen geistlichen und praktischen Lohn bringt das Geben eines ehrlichen Zehnten?

Warum sollten Gläubige der Versuchung widerstehen, nur dann Zehnten zu geben, wenn es gerade „gelegen“ kommt?

In welcher Beziehung steht Zehntengeben zu Erweckung und Reformation?

 

Zusammenfassung

 

Die alte Praxis, einen ehrlichen Zehnten zu geben, reicht bis in die Zeit der Patriarchen zurück und war von Jesus Christus bestätigt worden. Sie bietet modernen Menschen das Privileg, in einer Partnerschaft mit Gott zu leben.

 

Studientext: 3. Mose 27,30

 

Schlüssel zum geistlichen Wachstum

 

Gott gegenüber durch das Zehntengeben ehrlich zu sein zeigt Vertrauen in ihn und bietet den Gläubigen unbegrenzte Möglichkeiten, die Beziehung zu Gott zu fördern.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Nutze die folgende Geschichte aus der Bibel, um zu zeigen, wie Gott seine Kinder segnet, wenn sie ihm treu den Zehnten zurückgeben – selbst unter äußerst schwierigen Umständen.

 

Die Zeiten waren hart. Sie hatte fast alle Vorräte aufgebraucht. Wie bei anderen Witwen ihrer Zeit war ihr Leben bestenfalls dürftig. Dürre hatte das Land im Griff, sodass selbst Frauen mit Ehemännern, die für sie und ihre Familie sorgten, vor der fast unmöglichen Aufgabe standen, über die Runden zu kommen. Ihre Vorratsschränke waren praktisch leer; die Frau hatte gerade noch genug, um eine letzte Mahlzeit für ihren Sohn und sich zuzubereiten. Ihre Zukunft war wahrlich trostlos.

 

Da betrat der Prophet Elia die Szene. Er bat die Witwe um einen Gefallen, einen Becher Wasser; aber was er als Nächstes tat, scheint ungewöhnlich herzlos: „Fürchte dich nicht! Geh hin und mach’s, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir’s heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen.“ (1 Kön 17,13, Hervorhebungen zugefügt) Die Forderung geht jedoch mit einer Verheißung einher: „Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf Erden.“ (1 Kön 17,14) Die Witwe in Sarepta handelte aus Glauben und befolgte Elias Anweisungen. Gott honorierte im Gegenzug ihren Glauben und löste sein Versprechen ein, sie und ihren Sohn zu versorgen. Jesus sagte: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes.“ (Mt 6,33) Genauso ruft uns unsere Studienbetrachtung diese Woche dazu auf, zuerst nach Gottes Reich zu trachten, indem wir ihm einen ehrlichen Zehnten zurückgeben; aber sie verbindet diesen Aufruf mit einer göttlichen Verheißung, die unseren Glauben stärkt.

 

Gespräch zum Einstieg

 

Bitte ein oder zwei Gesprächsteilnehmer, eine moderne glaubensstärkende Geschichte über Menschen zu erzählen, die dachten, sie könnten keinen ehrlichen Zehnten geben, aber aus Glauben handelnd ihn trotzdem gaben und von Gott für ihre Treue belohnt wurden.

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Gottes Treue steht schon immer außer Zweifel, aber sie wird stets angezweifelt. Ist das ein Widerspruch?

 

Man muss sagen, dass Gottes Treue für diejenigen, die sich zu einem Leben aus Glauben entschlossen haben, den Test der Zeit bestanden hat. Gottes hingegebene Nachfolger haben ihn Generation für Generation als treu erlebt. Für sie steht Gottes Treue außer Zweifel. Trotz unvorstellbarer Unglücksfälle rief Hiob aus: „Siehe, auch wenn er mich umbringt, warte ich auf ihn.“ (Hiob 13,15)

 

Doch Gott wird stets angezweifelt, weil er sich bei jeder nachfolgenden Generation neu beweisen muss. Gott ist bereit, dies zu tun. Er scheint sich sogar darauf zu freuen, denn Maleachi schrieb: „Prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ (Mal 3,10) Und der Psalmist rief aus: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!“ (Ps 34,9) Gott zeigt seine Vertrauenswürdigkeit gerne jeder Generation. Er ruft jede Generation auf, sich erkenntlich zu zeigen, indem sie einen ehrlichen Zehnten zurückgibt.

 

  1. Eine Frage der Ehrlichkeit Denkt in der Gruppe über 3. Mose 27,30; Maleachi 3,8–12; Lukas 16,10 und Hebräer 7,2–10 nach.

 

Die Bibel sagt uns, dass der Zehnte „dem HERRN heilig“ ist (3 Mo 27,30). Das Konzept der Heiligkeit ist in dem hebräischen Wort kadosh verwurzelt, das „ausgesondert“ bedeutet. Anders ausgedrückt: Gewisse Dinge sind für einen besonderen oder heiligen Zweck abgesondert oder ausgesondert vom alltäglichen Gebrauch. Dieser Teil des Einkommens, der Zehnten genannt wird, gehört dem Gläubigen nicht. Durch göttliche Bestimmung gehören diese zehn Prozent von Anfang an Gott. Wir machen sie nicht heilig, indem wir sie geben. Sie sind heilig – für Gottes Zweck abgesondert –, egal ob wir sie geben oder nicht.

 

Stell dir vor, ein Fußgänger entdeckt auf der Straße einen Umschlag mit 2.000 Euro. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass der Umschlag jemand anderem gehört und das Geld dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden sollte. Es ist schlicht und einfach eine Frage der Ehrlichkeit. Wir würden nicht sagen, dass der Finder dem Besitzer etwas schenkt, denn der Umschlag gehörte dem Finder nie rechtmäßig. Mit dem Zehnten schenken wir Gott nichts, denn er gehört ihm bereits rechtmäßig. Wir geben vielmehr aus Integritätsgründen etwas zurück, das ihm gehört.

 

Maleachi erklärte: „Ist’s recht, dass ein Mensch Gott betrügt? Doch ihr betrügt mich. Ihr aber sprecht: ‚Womit betrügen wir dich?‘ Mit dem Zehnten und der Abgabe!“ (Mal 3,8) Wenn wir Gott vorenthalten, was ihm gehört, berauben wir Gott. Aber wir berauben uns auch selbst um mindestens zwei Dinge: 1. der Möglichkeit, unseren Glauben zu stärken, und 2. der Gelegenheit einer Investition in den Himmel. Jesus sagte: „Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde an, wo Motten oder Rost sie zerfressen oder Diebe einbrechen und sie stehlen können. Sammelt eure Reichtümer im Himmel, wo sie weder von Motten noch von Rost zerfressen werden und vor Dieben sicher sind. Denn wo dein Reichtum ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt 6,19–21 NLB)

 

Zum Nachdenken

 

Was bedeutet es laut Maleachi, Gott zu berauben? Auf welchen anderen Gebieten können Christen Gott um etwas berauben, das ihm rechtmäßig gehört?

 

  1. Eine Frage des Glaubens Denkt in der Gruppe über 1. Mose 22,1–12; 28,14–22; Lukas 11,42 und Hebräer 12,2 nach.

 

Das Wort, das im Neuen Testament allgemein mit „Glaube“ übersetzt wird – pistis –, wird manchmal von der Perspektive der Treue oder dem Standpunkt des an etwas Glaubens betrachtet. Die Verbform pisteuein wird normalerweise mit „glauben“ übersetzt. Praktisch gesehen sind sowohl Glaube als auch Treue an der Beziehung zwischen Gott und dem Menschen beteiligt. Manchmal wird Glauben nur im Sinne einer Zustimmung zu einer Aussage verstanden und manchmal als Zustimmung zu einer Aussage in Verbindung mit Vertrauen.

 

Die folgende Geschichte erläutert den Unterschied zwischen glauben und vertrauen: Ein berühmter Hochseilartist spannte ein Seil über die Niagarafälle. Eine große Menschenmenge versammelte sich, um dieses nie dagewesene Ereignis zu beobachten. Der Wagemutige fragte die Menge, wie viele Leute glaubten, dass er das Seil überqueren könnte, ohne abzustürzen. Viele hoben die Hand. Das war Glaube als Zustimmung zu einer Aussage. Dann fragte der Artist, wer bereit wäre, sich von ihm über das Seil tragen zu lassen. Das wäre Glaube als Zustimmung kombiniert mit Vertrauen gewesen! Die letztgenannte Illustration von Vertrauen ist die einzige, die uns betrifft, denn Zustimmung allein hat keine Erlösung zur Folge. Die Bibel sagt uns, dass sogar die Teufel glauben und zittern (Jak 2,19). So kann man Glauben als an Gott glauben und Treue als Demonstration dieses Glaubens als zwei Seiten derselben Medaille betrachten.

 

Wie bereits gesagt ist Beziehung keine Einbahnstraße. Können wir Gott vertrauen? Kann Gott uns vertrauen? Mit dem Zehnten beginnt Gott eine Beziehung zu uns, indem er mit uns „ein Risiko eingeht“. Er gibt die 100 Prozent und ist gespannt, ob er uns vertrauen kann, den zehnten Teil (den Zehnten) zurückzugeben. Indem wir den Zehnten zurückgeben, vertrauen wir darauf, dass wir genauso gut oder sogar besser von den 90 Prozent leben können, weil Gott für uns sorgt, als von den 100 Prozent, wenn wir uns allein abmühen.

 

Zum Nachdenken

 

Was lehrt uns der Glaube, der sich im Zehntengeben ausdrückt, über den Glauben, der an der Erlösung beteiligt ist?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Wie viel Kreuz steckt in deiner Brieftasche? Christen behaupten, dass Erlösung allein durch den Glauben geschieht. Gläubige sagen, dass unsere Bemühungen kein Stückchen zur Erlösung beitragen oder sie besser machen können. Wir müssen allein Gott vertrauen. Das ist die Botschaft des Kreuzes. Doch wenn es an die Finanzen geht, scheint sich die Botschaft zu verändern. Sie wird zu: „Gott kümmert sich um diejenigen, die sich um sich selbst kümmern.“ Viele handeln so, als würde ihr Glaubensbekenntnis lauten, Gott in gewissen Dingen zu vertrauen, ihrer Brieftasche jedoch weit mehr zu vertrauen.

 

Fragen zum Nachdenken/zur Anwendung

 

Inwiefern sind unsere Gewohnheiten bezüglich des Zehntengebens verknüpft mit unserem wirklichen Erleben der Erlösung?

Wie können Gläubige sicherstellen, dass der Ausdruck ihres Glaubens mit Opferhandlungen verbunden ist?

Auf welche Weise kann das ehrliche Zehntengeben das geistliche Wachstum fördern?

Wie könnte ein ehrliches Zehntengeben Nichtgläubige beeinflussen, sich mit Jesus zu beschäftigen?

In welcher Beziehung steht das Zehntengeben zu Christi Aufruf „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ (Mt 6,33)?

 

Hinweis für den Gesprächsleiter

 

Zehntengeben ist eine geistliche Entscheidung, die Ehrlichkeit und Glauben beinhaltet. Hebräer 11 sagt uns, dass es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen. Man könnte auch kaum sagen, dass es möglich wäre, Gott ohne Ehrlichkeit zu gefallen. Ermutige die Gesprächsteilnehmer, beides zu erleben.

 

Aktionen

 

Für diejenigen, die Zehnten geben: Das Zehntengeben kann zum reinen Ritual werden. Bitten wir Gott, unsere Segnungen zu vervielfältigen, und erwarten wir wirklich, dass er die Schleusen des Himmels öffnet? Seid mutig. Bittet Gott um etwas Konkretes, das seinem Namen Ehre machen würde.

Für diejenigen, die keinen Zehnten geben: Probiert aus, den Zehnten zu geben. Notiert euch die Segnungen, die ihr empfangt, und erzählt davon.

 

 

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